Posts mit dem Label IWF werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label IWF werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 29. September 2011

Das war die 38. Kalenderwoche: Angela Merkel bei Günther Jauch - weibliches Wirtschaften - Alphatiere


Rettungsschirm oder nicht Rettungsschirm? Das ist hier die Frage.
Bundeskanzlerin Angela Merkel versucht im Exklusiv-Interview am Sonntagabend eine Antwort zu geben. Günther Jauch fragt zwar freundlich, konfrontiert die Kanzlerin aber durchaus mit Widersprüchen, nämlich ihrer Einstellung zum Rettungsschirm vor knapp einem Jahr. Die gefürchtete pauschale Rettung verschuldeter Länder schloss sie damals noch aus. Nach einigen rhetorischen Allgemeinplätzen ist Angela Merkel in ihrem Element, wenn es um Inhalte geht. Sie informiert, bleibt sachlich, auch wenn es empfindlich wird. Ob der Plan, mit dem Rettungsschirm Zeit zu gewinnen aufgeht, muss die Zukunft zeigen. Ob ein Europa, das z.T. extrem verschuldete Länder mitzieht, im globalen Wettbewerb schlussendlich mithalten kann, ist auch noch nicht bewiesen. Und was geschieht, wenn die von Deutschland eingegangenen Verbindlichkeiten fällig werden...? Und überhaupt: ist eine Währungsunion so unterschiedlicher Volkswirtschaften ohne eine (wirtschafts)politische Union überlebensfähig? Solche Fragen – auch unausgesprochen - können eine Regierungschefin schon mal in die Ecke drängen. Es folgt aber nicht der rhetorische Rundumschlag, der sich weiteres Nachhaken verbittet. Statt mit Durchhaltephrasen die – zwingend - unangenehme Fragen des Moderators abzuschmettern, wird das Warum nachvollziehbar, wenn auch vereinfacht, erklärt. Die Physikerin Angela Merkel nimmt ihr Gegenüber ernst, verbirgt auch nicht die Zwänge, die sie als Regierungschefin nur schwer vermeiden kann. Auch ihre Verlegenheit bei der Frage, ob sie "glücklich" sei, wirkt authentisch. Statt mit Pokerface Überlegenheit zu demonstrieren, lässt ihr Minenspiel die Person durchscheinen. Wie wäre wohl eine solche Sendung mit ihrem Partei-Ziehvater, Helmut Kohl verlaufen? Oder gar mit ihrem Amtsvorgänger, Gerhard Schröder?
Der tat sich nämlich schwer, Moderatorenfragen zuzulassen, die ihm nicht passten, geschweige Niederlagen einzugestehen. Die F.A.Z. erinnert an den legendären Fernsehauftritt des damaligen Bundeskanzlers am 18. September 2005 während der Elefantenrunde und zeigt daran beispielhaft Verhaltensweisen eines typischen Alphatiers. "Wo ich bin, ist oben", heißt die Devise; selbst, wenn sich die Erde einmal gedreht hat. In der Wirtschaft, so das Fazit, wird dieser Führungsstil allmählich der Vergangenheit angehören, will man Mitarbeiter nicht in die innere Kündigung treiben, sondern tatsächlich motivieren. Es bleibt zu hoffen, dass sich mit gemischten Teams die Schwerpunkte in der Kommunikation verändern – vom Machtritual zur zunehmenden inhaltlichen Auseinandersetzung. (Abschied vom Supermann F.A.Z., 24./25.09.2011, Nr. 223, C1)
Auf dem internationalen politischen Parkett scheinen sich einige Alphamännchen, v.a. die etwas in die Jahre gekommenen, allmählich ins Aus zu katapultieren. Silvio Berlusconi, der am 29. September seinen 75. Geburtstag feiert, ist gleich in vier Prozesse verwickelt, in denen es um Bestechung, Erpressung und minderjährige Prostituierte geht. Die 1900 Milliarden Euro Staatsverschuldung fechten Italiens Landeschef jedoch nicht an, eher schon die drohende Herabstufung durch die Rating Agentur S&P. Realitätsferne wirft er den Analysten vor, hat er doch Wichtigeres zu tun, wie die europäische Öffentlichkeit dank der Mitschnitte zahlreicher Telefonate nun erfährt. Eine Tänzerin aus der Dominikanischen Republik tröstet er mit den Worten: "Weißt Du, Marysthell, in meiner Freizeit gebe ich den Regierungschef." Keine ganz geringe Leistung – unter Berücksichtigung des Schlafmangels. Wie ein Halbstarker unter Halbstarken rühmt er sich in einem Telefonat seiner Begehrtheit bei jungen Frauen, die "ständig" vor seiner "Schlafzimmertür" "Schlange" stünden. Na ja und so weiter.... Dominique Strauss-Kahn würde ihn sicher verstehen, ist aber bei den Konferenzen um den Euro-Rettungsschirm nicht mehr dabei. Mit seiner Nachfolgerin Christine Lagarde sitzt nun eine IWF-ChefIN mit am Tisch. Folgt man der Logik des Weltbankberichts, dann hätte die Wirtschaft in Europa gute Chancen, wenn mehr Frauen mitentschieden. In den sog. Drittweltländern wurde deutlich, dass sich die Produktion von Nahrungsmitteln bis zu 4 Prozent steigern ließe, hätten Frauen den gleichen Zugang zu Land und Dünger. Die gesamte Produktivität eines Landes kann zwischen 3 und 25 Prozent anwachsen, wenn Frauen gleichberechtigt einem Beruf nachgehen könnten. (Gleichstellung der Frauen stärkt die Wirtschaft, F.A.Z., 20.09.11,Nr. 219, S.15) Dass in Unternehmen mit gemischten Teams auch die Zahlen stimmen, bzw. sich deutlich verbessern, pfeifen die Spatzen inzwischen ja von den Dächern. Das macht Hoffnung. Darauf, dass Lagarde und Merkel den Fokus auf die tatsächlich anstehenden Inhalte lenken und weniger auf ihre jeweilige Person. Für Viele sicher unangenehm, wirft diese Art der Verständigung doch vertraute Rituale über den Haufen. Profilierung über Leistung statt über Behauptung, scheint zunehmend angesagt. Schade nur, dass die frisch gebackene, dänische Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt nicht mit von der Partie ist, aber Dänemark hat ja gar keinen Euro......

Berlusconi ist "in seiner Freizeit" Regierungschef
Es gibt erneut Enthüllungen aus dem Hause Berlusconi: In einem abgehörten Telefonat prahlt er damit, in einer Nacht „nur mit acht Frauen" geschlafen zu haben - von elf potenziellen Kandidatinnen. Und Politik mache er auch nur freizeitmäßig.

Berlusconis Affären
Narziss und Windhund
Von Hans-Jürgen Schlamp
Italiens Wirtschaft ist auf Talfahrt - und könnte die gesamte Euro-Zone mit sich reißen. Doch Regierungschef Berlusconi muss sich um Dringenderes kümmern.

ERSTES INTERVIEW NACH AFFÄRE
Strauss-Kahn räumt moralischen Fehler ein
Der frühere IWF-Chef äußerte sich erstmals im Fernsehen zu den Vergewaltigungsvorwürfen einer Hotelangestellten. Eine schnelle Rückkehr in die Politik schließt er aus.

Politik:

Wie geht es den Piratinnen?
Jüngste Piraten-Abgeordnete
"Man muss kein Nerd sein"
In Berlin zieht die Piratenpartei erstmals in ein Landesparlament ein - unter den 15 Abgeordneten ist nur eine Frau: die 19-jährige Susanne Graf. Im Interview erzählt sie, wie es ist, allein unter Männern zu sein, und wie viel Computerwissen ein Pirat braucht.

Eine Politikwissenschaftlerin erzählt
Wie ich Piratin wurde
Die Schröder-SPD war mir ein Graus, die CDU keine Alternative, die FDP zu zynisch, und die Grünen waren mir zu spießig. Ich wollte Freiheit jenseits von Gut und Böse. Deshalb bin ich in der Piratenpartei.
Von Julia Schramm

"Wir brauchen die Frauen"
Log In: Überfordern wir unsere Mütter?
von Panja Scholbach
Frauen zwischen Joballtag und Mutterschaft: Kind und Karriere lassen sich noch immer schwer miteinander vereinbaren in Deutschland. In der Sendung log in bei ZDFinfo sagt die CDU-Politikerin Dorothee Bär, man müsse Politik und Wirtschaft "in die Pflicht nehmen".

Die Ministerin antwortet Eva Herman
Kristina Schröder über ihre geplante Frauenquote und junge Mütter, für die Kind und Karriere kein Widerspruch mehr ist

Wirtschaft:

Wirtschaft Kompakt II
Mehr Frauen in Führungspositionen
Die Handelskammer Hamburg will den Anteil der Frauen in ihrem Plenum, dem Parlament der Hamburger Wirtschaft, von derzeit knapp zehn Prozent deutlich erhöhen. An der Spitze der 33 Kammerarbeitskreise und -ausschüsse liegt der Frauenanteil seit den Neubesetzungen im Juli 2011 schon bei 21 Prozent. http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13612787/Wirtschaft-Kompakt-II.html

Der Vorteil der Frau
Von Bettina Weber
Frauen sollten in ihr Aussehen investieren, wenn sie beruflich vorwärtskommen wollten, sagt eine englische Soziologin. Sie nennt das «erotisches Kapital». Reaktionärer Unsinn, finden Kritikerinnen.
Micheline Calmy-Rey wusste sich zu inszenieren. Auch und erst recht äusserlich. Sie versteckte sich nicht wie viele Frauen in Politik oder Wirtschaft hinter Uniformen in gedeckten Tönen, die das eigene Geschlecht möglichst neutralisieren. Sie betonte ihre Weiblichkeit. Dezent zwar. Aber sie trug stets hohe Absätze, und mit ihrem Lächeln bodigte sie jeden.

Hauptstadt:

Professor Jutta Almendinger zu Gast bei Enquete-Kommission
Enquete-Kommission Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität
Berlin: (hib/VER) Die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), Jutta Allmendinger, wird am Montag, dem 26. September in einer öffentlichen Sitzung der Enquete-Kommission Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität sprechen. Allmendinger wird die Frage erörtern, ob es einen Zusammenhang zwischen dem gesellschaftlichen Ziel Wirtschaftswachstum und dem Geschlechterverhältnis gibt.

Gesundheit:

Gendermedizin
im Fokus der Deutschen Zeitschrift für Klinische Forschung
Mit dem Schwerpunktthema Gendermedizin befasst sich die aktuelle Ausgabe der Deutschen Zeitschrift für Klinische Forschung 9/10-2011, die soeben erschienen ist.

Literatur:

Alice Schwarzer legt Autobiografie vor
Ein Kampf, dessen Früchte die Frauen heute ernten. 
- Gute Journalisten sind neugierig auf Fremdes, auf andere Menschen – die eigene Person rückt in den Hintergrund. Alice Schwarzer ist eine gute Journalistin. Sogar eine sehr gute. Ihre Porträts charakterisieren treffsicher die jeweiligen Gesprächspartner.
Genauer gesagt, Gesprächspartnerinnen. Denn in den vergangenen Jahrzehnten hat die Autorin vornehmlich über Frauen geschrieben. Und das nicht, weil sie Männer nicht mag oder schätzt. Im Gegenteil.



Frühcafé-Talk mit Kerstin Plehwe
In ihrem neuen Buch „Female Leadership – Die Macht der Frauen“ hat sich die Publizistin Kerstin Plehwe herausragende Frauen und Vorbilder aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Sport und Kultur herausgegriffen. Das Buch gibt Einblicke in das Leben dieser berühmten und erfolgreichen Frauen, aber auch Ratschläge für das eigene Leben. Mehr haben wir im Frühcafé-Talk von Kerstin Plehwe erfahren.

International:
Saudi-Arabien will Wahlrecht für Frauen einführen
Fortschritt in winzigen Etappen: Saudi-Arabiens König Abdullah hat angekündigt, Frauen das Wahlrecht nach 2015 zu geben. Weitere Verbote sollen jedoch bestehen bleiben.
Saudi-Arabien, eine Bastion des ultra-konservativen Islam, plant das Wahlrecht für Frauen. Das kündigte der saudische König Abdullah überraschend in einer Ansprache vor dem Parlament an, dem Schura-Rat in Riad. In Kraft treten soll das Recht aber frühestens 2015.

Frauen in Saudi-Arabien bekommen erst 2015 Wahlrecht
Von Kommunalwahlen am Donnerstag ausgeschlossen
Frauen in Saudi-Arabien sollen erst 2015 das Wahlrecht bekommen. Wie König Abdallah in Riad ankündigte, sollen Frauen bei den übernächsten Kommunalwahlen in vier Jahren ihre Stimme abgeben und sich auch als Kandidatinnen aufstellen lassen dürfen. Von den anstehenden Kommunalwahlen am Donnerstag bleiben sie damit ausgeschlossen.

«Die Frauen prostituieren sich vermehrt illegal»
von A. Mustedanagic
Auf dem Sihlquai arbeiten nicht weniger Prostituierte aus Ungarn, sagt ein Wissenschaftler. Sie arbeiten vielmehr ohne Bewilligung. Der Sihlquai werde aber auch vermehrt gemieden – wegen der Gewalt.
Der Strassenstrich von Zürich wird seit Jahren von Ungarinnen dominiert. Die meisten von ihnen sind Roma. Sie werden allerdings nicht von Menschenhändlern auf den Strich gezwungen, sondern von ihrer Familie, sagt Sascha Finger.

Montag, 23. Mai 2011

Das waren die 19. & 20. Kalenderwochen: Sex & Crime

"Wie konnte es soweit kommen?" fragten sich die Diskutanten am Sonntagabend in der Sendung bei Anne Will. Wie konnte der (nunmehr) Ex-IWF-Chef, Ex-Anwärter auf den Elysée-Palast im New Yorker Gefängnis landen? Was ist passiert oder vielleicht auch nicht passiert, dass der mächtige Dominique Strauss-Kahn nun – nachdem die Ehegattin eine Million Dollar Kaution aus eigenem Portemonnaie hinterlegt hat – mit einer elektronischen Fußfessel ausgestattet, in einem eigens angemieteten Appartement auf seine Verhandlung wartet? Was ist so überraschend an der Anschuldigung der versuchten Vergewaltigung? Denn Strauss-Kahn genoss – wenigstens in Frankreich – den Ruf des "Verführers". Ehefrau Anne Sinclair bekannte öffentlich, stolz zu sein einen Mann, der "verführen" könne, zum Gemahl zu haben. Oder mimte sie diesen Stolz - mediengerecht. Wer weiß? Umschreibt oder vertuscht der Begriff der Verführung die z.T. gewaltsame Zudringlichkeit, die weibliche Angestellte oder Interviewpartnerinnen bei Strauss-Kahn zu gewärtigen hatten - und wohl noch hätten? Diese Frauen, gut ausgebildet, als Akademikerinnen sehr wahrscheinlich mit einem gewissen Selbstbewusstsein versehen, erstatteten keine Anzeige, klagten nicht öffentlich an, erzählten (vereinzelt) die Geschichten, die die aktuelle Anschuldigung zwar nicht beweisen, aber durchaus plausibel klingen lassen. Welches Gehör hätten sie in Frankreich gefunden, in dem gern mit amourösen Abenteuern kokettiert wird, in dem Privilegien und Geld unter Mächtigen verteilt wird, die hier kaum vorstellbar sind, jedenfalls nicht im legalen Bereich? Eine Erfahrung, die Ulrich Wickert in die Diskussion einbrachte.
Diese qualifizierten Frauen hätten wahrscheinlich nur verlieren können: ihre Position, ihre Karriereaussichten, ihre persönliche Reputation – in einem Land, in dem deutlich mehr Frauen in Vorständen zu finden sind als in Deutschland. Charmant ist das nicht.
Eine afrikanischstämmige amerikanische Hotelangestellte, hat bei der New Yorker Polizei Gehör gefunden, das Verfahren wurde eingeleitet, unabhängig ob der mutmaßliche Täter aus den Bronx stammt oder einer Elite angehört, die global über die finanziellen Geschicke von Ländern entscheidet.
Stellen wir uns die gleichen Ereignisse in Europa vor. Welche Polizei, welchen Landes hätte ähnlich konsequent reagiert?
Bernard-Henri Lévy, Berater Sarkozys, hält sich bei seiner Verteidigung nicht etwa mit der moralischen Integrität des unter Verdacht Stehenden auf, sondern wirft der als Zimmermädchen Angestellten vor, allein dort tätig gewesen zu sein. Ein 62 jähriger hochdotierter Ökonom so gefährlich wie ein Krokodil auf Freigang? Französische Journalistinnen verweigerten bereits das Vier-Augen-Gespräch mit dem mächtigen Mann.
Dominique Strauss-Kahn konnte sich in den USA offenbar nicht so selbstverständlich auf die gleichen Strukturen verlassen wie in Frankreich. Obgleich einige US-Präsidenten der Vergangenheit diesbezüglich ein ganz lustiges Leben geführt haben. Ein Old-Boys-Netzwerk mit sekundierender Unterstützung von Ehegattinnen – ganz nach dem Vorbild der First Ladys und Première Dames – sowie erpressbaren Untergebenen auf ihrem Weg nach oben stand ihm im Augenblick der Verhaftung nicht schützend zur Verfügung.
Was also ist so überraschend an den Ereignissen? Eigentlich nichts. Macht und Sex scheinen fast Geschwister, lässt man die Skandale der letzten Jahre und Jahrzehnte an sich vorüberziehen.
Die Obsessionen der Alphatiere. Sind mächtige Männer besonders anfällig für sexuelle Eskapaden? Von Bertram Eisenhauer
Ein ganz archaisches Muster: starker Mann nimmt schwache Frau. Ob sie nun will oder nicht. Wie einst in der Höhle. "Man stelle sich folgende Szene vor: Eine Frau, Anfang sechzig und schon leicht teigig im Gesicht, Direktorin eines der für die Weltwirtschaft wichtigsten Unternehmen, kommt auf einer Geschäftsreise nackt aus dem Marmorbad und wirft sich, tierhaft und gierig, auf den dreißig Jahre jüngeren Hotelangestellten, der gerade dabei ist, ihr Bett zu machen" schlägt Mara Delius in ihrem Kommentar in der Welt vor. Wildschwein im Anzug
Die Vorstellung einer vergleichbaren Situation mit umgekehrten Vorzeichen macht die eigentliche Qualität eines solchen Verhaltens deutlich. Eines Verhaltens, das ungeachtet von zunehmender Gleichstellung und Gleichberechtigung von Mann und Frau, innerhalb männlich dominierter Strukturen, wenn nicht offen bewundert so doch größtenteils - immer noch bewundernd geduldet wird. Die Überraschung im Fall DSK besteht in der Fallhöhe und ist dem Betreffenden ins Gesicht geschrieben. Der Mann, der aktuell auf den Fotos zu sehen ist, scheint kaum noch Ähnlichkeit mit dem siegesgewohnten Erfolgsmenschen zu haben. Willkommen auf der Erde. Mit einem Schlag ist der als Nachfolger Sarkozys gehandelte von einem Wertesystem in ein vollständig anderes gefallen. Was in Frankreich (fast) alle wussten und auf Kosten der betroffenen Frauen tolerierten oder sich nicht zu drucken trauten, ist in der Neuen Welt justiziabel. Die weiteren Ermittlungen bringen Frankreichs (ehemaligen) Hoffnungsträger zunehmend in Bedrängnis.
Allmählich, ganz allmählich scheinen die Zeiten vorbei, in denen ein "Hab-dich-nicht-so" gepaart mit mehr oder weniger Gewalt bei den Big Boys als Kavaliersdelikt behandelt wird. Eine wachsende Anzahl Frauen wagt zu äußern, dass sie eben gerade nicht verführt wurden. Im Dezember 2010 fiel das Urteil über den ehemaligen israelischen Präsidenten, Mosche Katsav - wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung.
Vor diesem Hintergrund wäre es sehr wünschenswert, wenn der Vorschlag von Bundeskanzlerin Merkel angenommen und die französische Finanzministerin, Christine Lagarde, als neue Chefin dem IWF vorstehen würde. Das wäre nicht nur ein Beitrag zu einer ausgewogenen Kultur ganz oben, sondern vielleicht die Möglichkeit für Frankreich, schneller Gras über die jüngste Skandal-Vergangenheit wachsen zu lassen.
Strauss-Kahn-Nachfolge - Alle warten auf Christine Lagarde Von Hendrik Ankenbrand http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E9BEE9E12E425463DB6BB4C8146B09405~ATpl~Ecommon~Scontent.html


Was sonst noch passierte:

Es geht aber auch kleiner. Viel kleiner. Sex als Gratifikation so oder so ähnlich irrlichtert es durch Presse und Talkshows. Ein ausgiebiger Bordellbesuch sollte fleißige Mitarbeiter der Versicherung Hamburg Mannheimer belohnen. Je besser die Abschlüsse, um so teurer die Damen. Wie viele AußendienstmitarbeiterINnen gab und gibt es eigentlich? Aber egal. Auch bei VW wusste mann sich schon zu amüsieren. KundINnen, die künftig eine Police bei der Hamburg Mannheimer unterzeichnen, werden nun einen sehr genauen Blick auf den netten Außendienstler werfen und ihm vielleicht auch die ein oder andere Frage zu stellen riskieren – gleichgültig ob er dabei war oder nicht.
Je größer ein Unternehmen, umso unbeweglicher die Strukturen, um so größer die Beharrungskräfte, die Frauen vom Chefsessel fernhalten. Ohne klare Ansage, sprich eine Quote als Reaktionsbeschleuniger, wird sich wohl nichts oder nur sehr, sehr langsam etwas ändern.

Mehrheit der Expertinnen fordert eine Frauenquote

Rechtsausschuss/Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Anhörung) 
Berlin: (hib/BOB) Eine deutliche Mehrheit der eingeladenen Experten hat sich für die Einführung einer Frauenquote ausgesprochen.
Der Mittelstand macht vor, wie es anders geht – mit 22 Prozent Frauen unter den Chefs. Die Folge: ausgewogene Arbeitsatmosphäre, nachhaltigere Entscheidungen und – nicht zuletzt – größerer ökonomischer Erfolg.
22 Prozent der Chefs im Mittelstand sind Frauen
Studie der Commerzbank beleuchtet den Umgang von hessischen Unternehmen mit weiblichen Mitarbeitern und Führungskräften. Von Jennifer Hein


Politik:

Fraktionsübergreifende Gemeinsamkeiten zur europäischen Forschungsförderung
Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung
Berlin: (hib/TYH) Erhalt des Rahmenprogramms, deutliche Mittelerhöhung und stärkere Förderung der Frauen – das waren die Gemeinsamkeiten, die bei der Sitzung des Forschungsausschusses am Mittwochvormittag zur künftigen Gestaltung der europäischen Forschungsförderung fraktionsübergreifend deutlich wurden.

Schröder verteidigt Flexi-Quote gegen Kritik der Oppositionsfraktionen
Berlin: (hib/AW) Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat die mit 30 deutschen Dax-Unternehmen ausgehandelte Selbstverpflichtung zur Förderung von Frauen in Führungspositionen am Mittwoch vor dem Familienausschuss gegen die Kritik der Oppositionsfraktionen verteidigt.
Realpolitik. Beim Outsourcen als selbstverständlich angenommene Leistungen kommen jetzt die Kosten auf den Tisch:
Kinderbetreuung - Schröder kritisiert Bundesländer
Bund, Länder und Kommunen hatten vereinbart, jeweils ein Drittel der Ausbaukosten zum Krippenausbau zu übernehmen. Bei der Vorstellung des Zwischenberichts warf Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) den Ländern allerdings Versäumnisse vor.
Von Henikre Roßbach, Berlin

POLITIK WEIBLICH - 100% MACHO-FREI
Frauen sind ein Problem. Vor allem, wenn man keine hat
Zugegeben, der Gedanke ist ein wenig verstörend. Doch ausgerechnet die neue FDP scheint Spiegel der Gesellschaft. 
Von Bettina Irion 

Personalwechsel in FDP-Spitze: Neuer Schub 
Von Rolf Seelheim 

"Wir haben die Gesellschaft verändert"
Die Welt Autor: Lars-Broder Keil
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff über die Energiewende, Frauen und Ostlöhne


In der Kommunalpolitik tut sich was, sprich an der Basis. Nichts soll bleiben, wie es ist.

Frauen an der Spitze: Politik als Vorbild
Von Nils Bickenbach
Die Wirtschaft hinkt bei weiblichen Führungskräften auch am Niederrhein hinterher. Das belegt eine Untersuchung.

Frau. Macht. Politik. Folge 30: Christine Haderthauer
Die Bayerische Staatsministerin Christine Haderthauer stand B4B SCHWABEN Rede und Antwort: Von Pippi Langstrumpf, Frauen in der CSU und warum der Mittelstand viel selbstbewusster sein sollte.

Wirtschaft trifft Politik. Zwei Frauen begegnen sich.

Mehr Frauen in die Kommunalpolitik
Dafür setzt sich KOPF, das kommunalpolitische Frauennetzwerk im Kreis Stormarn ein

.

REGION WÜRZBURG - 
Ziel ist: Eine stärkere Beteiligung von Frauen
Kreisversammlung der Frauen-Union im Landkreis Würzburg mit Neuwahl und Ausblick
Gesundheit:
Ärzte Zeitung, Mentoringprogramm für junge Ärztinnen geht an den Start
Von Dr. Stephanie Thoennissen

Gesellschaft:
Frauen verlangen nach kirchlichem Recht
„Diakonat der Frau“ als katholische Perspektive diskutiert
Bräunlingen: (pm) Die Stellung der Frauen in der Gesellschaft hat sich die letzten 40 Jahre rasant gewandelt. Das Wort Frauenquote taucht in Politik und Wirtschaft immer mehr auf und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Wie sieht es aber innerhalb der katholischen Kirche aus?

International:
Autofahren verboten, Firmenführen erlaubt - Saudi-Arabien lockert Regeln für Frauen
Von Inga Michler
Auf dem Deutsch-Arabischen Wirtschaftsforum in Berlin fordern Geschäftsfrauen mehr Rechte und weniger Bürokratie. 


Eine Welt mal so ohne Frauen:

China
Weg von der Ein-Kind-Politik
Die Bevölkerungsentwicklung in China ist dramatisch: Die Volksrepublik altert, bevor sie reich geworden ist. Und auch ein „Millionen-Überschuss“ an Männern gefährdet die soziale Stabilität.
Von Till Fähnders
Missbrauch in Afghanistan
Die Tanzknaben vom Hindukusch
In Afghanistan halten sich einflussreiche Männer Jungs im Alter zwischen elf und sechzehn Jahren zum erotischen Zeitvertreib. Die UN wollen dagegen vorgehen. Doch das „Knabenspiel“ hat Tradition.