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Mittwoch, 15. Januar 2014

Die Bundeswehr wird weiblicher....


Vereinbarkeit von Familie und Beruf –Teilzeit für Soldatinnen und Soldaten? Nun auch Thema beim Arbeitgeber Bundeswehr. Das hätte sich vor 100 Jahren und auch vor 20 noch keine und keiner träumen lassen, stehen SoldatINnen doch erst seit 2001 alle Bereiche einer militärischen Laufbahn offen. Auch die heutige Opposition sieht sich herausgefordert und spottete vom Teilzeitsoldaten im Teilzeitkrieg – mal abgesehen von ganz lustigen frauenfeindlichen Witzchen...
Also, eine Frau auf dem Posten des Verteidigungsministers? Bis Ursula von der Leyen wohl nur schwer vorstellbar – auch jetzt. Sie hat einen langen Weg hinter sich: vom tradierten Frauenressort, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend über das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, ist sie nun in der tradierten Männerdomäne angekommen, dem Militär. Ein Novum in Deutschland; aber schon erlebt in Finnland, Schweden, Frankreich, den Niederlanden und Spanien. Aktuell leiten in Ecuador, Venezuela und Nicaragua Frauen die jeweiligen Ministerien für Verteidigung, ebenso wie in Südafrika.
Frauen und Waffen? Ein Gedanke, der sich eher scharfkantig anfühlt, wenn es nicht um einen zierlichen Damenrevolver geht, den Filmheldinnen in der Abendtasche für alle Eventualitäten bereithalten. Stehen dagegen unelegante Panzer, Bomben, Schnellfeuergewehre und Drohnen im Fokus, werden diese, schweren Waffen wohl eher noch mit Männern assoziert. Männer, die sie erfinden, verkaufen, anwenden und in der überwiegenden Zahl durch sie im Kampf sterben. Die Zeiten ändern sich; zwei der fünf größten amerikanischen Rüstungskonzerne werden bereits seit 2012 von Frauen geführt. Maryllen A. Hewson ist CEO von Lockheed Martin und Phebe N. Novakovic trifft bei General Dynamics die letzten Entscheidungen.  Wenn Hewson in ihrer Videobotschaft die Innovationskraft ihres Unternehmens stolz hervorhebt, ist es für die deutsche Betrachterin nicht leicht, den Enthusiasmus in diesem (doch sehr) speziellen Wirschaftssektor nachzuvollziehen. Die Überzeugung von der Richtigkeit des eigenen Tuns scheint nur durch einen ausgeprägten und in den USA durchaus salonfähigen Patriotismus erklärbar. Wie wird Ursula von der Leyen mit militärisch weitreichenden Entscheidungen umgehen, wenn es um Kampfeinsätze oder auch die Bestellung von – sagen wir mal (nicht ganz ausgereifter) Drohnen geht? Noch aber hat die Ministerin Schonzeit. Der Einstand – noch ganz Familien-Arbeitsministerin –, die Lebenswirklichkeiten des Heeres ganz zivil zu betrachten, Soldatinnen und Soldaten (auch) als Mütter und Väter ins Bewusstsein zu heben, mag dazu beitragen, die Bundeswehr selbstverständlicher in der breiten Öffentlichkeit zu integrieren – jenseits eines anachronstischen Hurra-Patriotismus. In jedem Fall bringt es Sympathiepunkte und ungewöhnliche Fotos wie in der F.A.Z.: Bundeswehr Teilzeit-Krieger


Vereinbarkeit von Familie und Dienst

Wieviele Frauen gibt es eigentlich in der Bundeswehr und in welchen  Bereichen
Normalität: Frauen in der Bundeswehr


Maryllen A. Hewson (Lockheed Martin)

Phebe N. Novakovic (General Dynamics)

Zeit für Familie. Die coolen Daddys.


Politik

Berlin
Schwesig: Kürzere Arbeitszeit für Eltern böte Wirtschaft Vorteile

Beer: Frauen sind keine "schutzbedürftige Art"

Auch in der Kommunalpolitik mangelt es an Frauen an der Spitze
 
Die Frauen von Merkel III

So finden Merkels Top-Frauen den Koalitionsvertrag



Wirtschaft

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/dax-vorstaende-zwoelf-frauen-maenner-1.1830441

Donnerstag, 9. August 2012

Spanische Impressionen: Koloss – Sperma – Hombre



Wird der Euro überleben? Tritt der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) in Kraft? Und wenn, wird sich der Name als Euphemismus erweisen? Und überhaupt, wie wird Brüssel hinsichtlich einer Frauenquote entscheiden?
Die Themen des so genannten Sommerlochs verbinden sich aus spanischer Perspektive zu einem nahezu homogenen Ganzen. 

Während in Spanien seit 2007 die Regelung gilt, dass börsennotierte Unternehmen oder solche mit mehr als 250 Mitarbeitern die Vorstandsetage zu gleichen Anteilen mit Männern und Frauen zu besetzen haben – bis 2015 aber mindestens mit 40 Prozent Frauen -  ringt man und frau in Deutschland diesbezüglich mit Stagnation. Deutsche Unternehmen könnten allerdings handfeste Nachteile bei Ausschreibungen in Spanien drohen, wenn es nicht gelingt, eine entsprechende Quote  nachzuweisen.
In diesem Fall sollten sie rasch Kontakt zu Regierungskreisen in der Provinz suchen, denn hier geht (bislang) noch alles seinen – sagen wir mal – traditionellen Gang. Die von Brüssel bereitgestellten finanziellen Mittel, also solidarische Steuergelder, dienten (bislang) im großen Stil, Bauvorhaben zu initiieren und voranzutreiben. Vorrangiger Zweck: Prestigegewinn für den jeweiligen Chef-Provinzpolitiker.

Ob die rund 600.000 Einwohner zählende spanische Hafenstadt Castellón einen Flughafen braucht, wenn es - eine gute Autostunde entfernt - einen voll funktionsfähigen in Valencia gibt, stand wohl nie wirklich zur Debatte. Der Flughafen Castellón, inzwischen auch von deutschen Medien als ein (!) Paradebeispiel der Euro-Verschwendung entdeckt, scheint der Anzug zu sein, den Mann sich zum Knopf kauft. 

Der Knopf : der "Koloss von Castellón", Zierde der Auffahrt zum Flughafen-außer-Betrieb, mitten in der Pampa - Denkmal für den Initiator des nutzlosen Bauwerks, Carlos Fabra. Der Parteivorsitzende der konservativen Volkspartei PP (Partido Popular) und ehemaliger Regierungschef in Castellón, der sich nie ohne charakteristische Sonnenbrille ablichten oder öffentlich sehen lässt, fühlt sich in der Skulptur vom Künstler gewürdigt und Juan Ripollés jubelt selbst: „Diese Figur, aus deren Kopf ein Flugzeug aufsteigt, ist der Keim und das Sperma der Geburt des Werkes.“ Eine Wortwahl, die, ohne gehörigen Spott nach sich zu ziehen, wohl nur in einem Land über die Lippen kommt, in dem aller Frauenquote zum Trotz, das Männliche ganz selbstverständlich dominiert. Inzwischen mit der Steuerbehörde auf Konfrontation, schreibt Fabra in diesem Jahr nun kein Grußwort anlässlich der lokalen Fiestas, bei denen u.a. die  schönsten und größten Stiere von adoleszenten BewohnERn und BesuchERn  nahezu jeglichen Alters durchs Dorf getrieben werden – manchmal mit leuchtenden Fackeln auf den Hörnern.

Das einer Selbstbefruchtung zu verdankende "Werk" ist eine  150.000.000,00 € teure Todgeburt, die laut Schöpfer Fabra nun mangels Flugzeugen der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden soll: „Dies ist ein Flughafen für die Menschen. Jeder Bürger kann ihn kostenlos besuchen und herumspazieren. Das wäre so nicht möglich, wenn hier ständig Flugzeuge starten und landen würden.“

Am Versuch, die steuerliche Investition und ruinierte Landschaft als EU-Bürger nun "kostenlos" zu genießen (wie mein Mann und ich das schon auf den zahlreichen, leeren spanischen Straßen - in Topzustand - tun), hinderte uns ein Zaun und ein sehr freundlicher Sicherheitsbeamter.  Als wir uns auf die Worte des Flughafen-Erzeugers beriefen, ernteten wir ein herzhaftes Lachen – Völkerverständigung....

Berliner Parallelen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Immerhin fliegen dort Flugzeuge, wenn auch die Eröffnung des neuen Groß-Flughafens auf mehr oder weniger unbestimmte Zeit verschoben ist. Ach, und eine AufsichtsrätIN gibt es in Berlin auch nicht. Geordnete Vergabeverfahren? Immerhin keine Skulptur!   ¡Olé!

Interessante Links:

Flughafen Valencia

Der Koloss von Castellón
Auf dem nagelneuen Flughafen ist zwar noch nie ein Flugzeug gelandet, doch Provinzfürst Carlos Fabra hat sich trotzdem eine monumentale Statue an den Eingang bauen lassen. Ein modernes Sinnbild dafür, was alles falsch läuft in der spanischen Pleiteregion Valencia.
Von LEO WIELAND, MADRID

Erste Knappschafts-Chefin
Mit Bettina am Orde endet bei der Knappschaft-Bahn-See mit Sitz in Bochum eine Ära - und eine neue beginnt: Nach 752 Jahren rückt mit der gebürtigen Essenerin erstmals eine Frau in die dreiköpfige Geschäftsführung auf.
Ein Beitrag von Nicole Noetzel

Imagefilm des BPW Germany von der DACH Tagung 2012
„Frauen in der Wirtschaft - Herausforderung, Notwendigkeit oder Zumutung“ - mit diesem provokanten Titel war die Konferenz der BPW Clubs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz überschrieben.
200 Frauen aus den drei Ländern kamen  in Lindau am Bodensee zusammen, um zu netzwerken, zu diskutieren und sich auszutauschen, wie Frauen Strategien und Handlungsspielräume innerhalb der Wirtschaft erweitern und verfolgen können.  Manager aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft ergänzten den Kongress mit Keynotes zur Notwendigkeit von Frauen in Führungspositionen. 

Montag, 9. Januar 2012

Neues Jahr, neues Glück..... Das waren die 52. 2011 und die 1. Woche 2012



Ach, die guten Vorsätze... Manches Unternehmen hat sie sicher schon auf der Agenda: mehr Frauen in Führungspositionen, mehr Frauen im IT-Bereich, überhaupt in technischen Berufen, damit dann auch genügend Fachkräfte da sind. Genügend BWLerinnen und Juristinnen haben wir ja schon - für die Posten in Aufsichtsräten und Vorständen. Auch Ärztinnen gibt es reichlich, um in Kliniken und der Forschung ihren Beitrag bei gleicher Bezahlung – versteht sich – zu leisten.
Wir sind also auf einem guten Weg. Gell?!

Und wenn das so ist, hier also meine Wunschliste für das kommende 2012.

  1. Ein komplett von Ingenieurinnen und Designerinnen entworfenes Kraftfahrzeug, vorgestellt in der Rubrik Technik & Motor der FAZ.
Welchen technischen Schwerpunkten würde der Vorzug gegeben? Gäbe es so viele Knöpfe und Konsolenspielereien, dass der Innenraum z.B. eines BMW deutlich kleiner wirkt als der z.B. eines Polos? Hätten Pferdestärken das Primat oder wäre der Elektromotor normal? Würde ein beleuchteter „Schminkspiegel“ zum selbstverständlichen Standard gehören, während in so manchem Kofferraum nach Sonnenuntergang und bei schlechter Straßenbeleuchtung ägyptische Finsternis herrscht? Würde ich mich dann noch beim Blick in den Rückspiegel von Scheinwerfern bedroht fühlen, die Fahrzeuge wie Großkatzen auf Jagd wirken lassen? Eines schmaläugiger als das andere. Hätten wir dann die Möglichkeit nicht nur zwischen den subtilen Nuancen von Hellgrau bis Anthrazit zu wählen? Wie sähe es wohl aus, das andere Fahrzeug?
In Japan z.B. bilden (Ehe-)Frauen die Zielgruppe für Autohersteller. So sieht dann die Werbung aus:

  1. Medienbeiträge (Print, Fernsehen, Radio, Internet) von Ingenieurinnen und Spezialistinnen zu Möglichkeiten der Energiegewinnung  und Nachhaltigkeit.

  1. Eine nationale und internationale Konferenz von Volkswirtschaftlerinnen, Ökonominnen.... zu Fragen des wirtschaftlichen Wachstums, Geldwirtschaft und volkwirtschaftlicher Nachhaltigkeit.

  1. Ein Diskussionsforum ausschließlich weiblicher Angehöriger der großen Weltreligionen.

  1. Für Ihre Wünsche: ...........
Und ganz zum Schluss wünsche ich allen Leserinnen und Lesern 
einen guten Start in ein gesundes, gelingendes und glückliches 2012!


Politik:

Dümmster Plan: Politik, Medien und Promis rüsten zur Frauenquote auf
Birgit Kelle
Familienministerin Kristina Schröder kann sich schon einmal warm anziehen – vorletzte Woche haben Parlamentarierinnen aller Fraktionen im Bundestag gemeinsam eine neue Offensive für eine gesetzliche Frauenquote in Deutschland gestartet unter dem Titel »Berliner Erklärung«. Zahlreiche einflussreiche Prominente unterstützen sie. Damit steigt der Druck auf die Entscheidungsträger der Politik massiv, und die von Schröder geplante freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen hinsichtlich der Erhöhung des Frauenanteils dürfte bald überholte Geschichte sein. Dann wird Deutschland, wie schon Norwegen, die berühmten Goldröckchen einführen.

Frauen verzichten eher auf Kind als auf den Job
Viele junge Frauen verzichten heute eher auf ein Kind als auf ihren Beruf. "Das ist mehr und mehr die Option, die die Frauen heute wählen", sagte der Sozialforscher Klaus Hurrelmann. Dies sei auch eine Folge des seit 2008 geltenden Unterhaltsrechts, erklärte er - es schränkt die Ansprüche kinderbetreuender Ex-Partner deutlich ein.

DIE WELT
Autor: Dorothea Siems
Wenn der Nachmittag um 15 Uhr zu Ende ist
Studie: Die Ganztagsbetreuung für Grundschüler ist in vielen Bundesländern unzureichend und weist große Qualitätsdefizite auf
Mit den vorhandenen Angeboten können viele Eltern eine Berufstätigkeit nicht mit der Familie vereinbaren
Auch die Wirtschaft sieht erheblichen Nachholbedarf bei den außerschulischen Programmen
Wohin mit dem Kind, wenn die Schule aus ist? Diese Frage treibt viele Eltern um, wenn ihr Sprössling in die Grundschule kommt. Denn während im Vorschulalter das Betreuungsangebot auch am Nachmittag heute bundesweit ausreicht, sieht es in den Lebensjahren danach vielerorts düster aus, wie eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, die der "Welt" vorliegt.


Hauptstadt:

Wirtschaft & Politik
Frauenquote: Von der Leyen lässt nicht locker
Quelle: dpa-AFX iwi iata
BERLIN (dpa-AFX) - Im Streit über eine Frauenquote in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft lässt Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nicht locker. Im "Hamburger Abendblatt" (Freitag) forderte sie erneut eine gesetzliche Regelung und ging damit auf Konfrontationskurs zu ihrer Kabinettskollegin, Familienministerin Kristina Schröder (ebenfalls CDU), und zur FDP. http://nachrichten.finanztreff.de/news_news.htn?id=7932964&sektion=wirtschaftpolitik&offset=0

Rente allein sichert nicht mehr den Lebensstandard des Berufslebens
Arbeit und Soziales/Unterrichtung
Berlin: (hib/CHE) Am 1. Juli 2010 wurden in der gesetzlichen Rentenversicherung knapp 25 Millionen Renten an rund 20 Millionen Rentner gezahlt. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Zunahme von knapp 89.000 Renten beziehungsweise 80.000 Rentnern. Das ist dem Rentenversicherungsbericht 2011 zu entnehmen, der nun als Unterrichtung durch die Bundesregierung (17/7770) vorliegt.


Wirtschaft:

2011: Das IT-Jahr der Frauen
Martin Schindler
Ginny Rometty, Meg Whitman, Martina Koederitz, Marion Schick und Claudia Nemat machen das IT-Jahr 2011 zum Jahr der Frauen, das aber nicht ganz ohne Rückschläge verlief.
Anfang März fanden sich vier Bundesminister und 30 DAX-Personalvorstände zusammen, darunter auch Technologie-Unternehmen wie die Deutsche Telekom, Infineon, SAP oder Siemens.

Wirtschaft geht optimistisch ins Jahr 2012
Reinbek – Die Konjunktur in Südstormarn bleibt auch 2012 auf hohem Niveau. Axel Stehr, Geschäftsführer des Verbandes der Südholsteinischen Wirtschaft (VSW), sowie Verbands-Vorsitzender Michael Voigt stellten jetzt in Reinbek die Umfrage-Ergebnisse der jüngsten Erhebung bei den 313 Mitgliedsfirmen der Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg vor.

Unwichtig für das Alltagsgeschäft
VON: Ansgar Lange
Eine aktuelle Studie belegt, dass die Frauenquote überbewertet wird.
Wer hätte das gedacht? Den heftigsten Streit über Sinn, Zweck und Ausgestaltung einer Frauenquote für Führungsaufgaben in der deutschen Wirtschaft führen in schöner Regelmäßigkeit zwei Frauen: Die Bundesministerinnen Ursula von der Leyen und Kristina Schröder. Beide rechnet man dem Merkel’schen Girls Camp zu, beide gelten als ehrgeizig und würden sich kaum als Quotenfrauen einordnen lassen.

Frauen in Top-Gremien öffentlicher Unternehmen vielfach unterrepräsentiert
In Aufsichtsräten und Vorständen staatlicher Unternehmen sind Frauen im Städtevergleich sehr unterschiedlich stark vertreten. Erstmals betrachtet eine repräsentative Studie über 320 Unternehmen, die von der öffentlichen Hand betrieben werden. Die für die private Wirtschaft politisch intensiv diskutierte Frauenquote von 40 Prozent wird strukturell in staatlichen Unternehmen sehr deutlich nicht erreicht. Im Vergleich zu den Vorjahren ist kein Trend für eine Verbesserung zu beobachten.

Weimarer Orakel 2012: Frauen sind in Führungsetagen unverzichtbar
Elena Rauch
Cornelia Beau, Regionalbotschafterin für das Programm "Erfolgsfaktor Familie", wartet auf eine Quotenregelung. Sie freut sich auf einen anhaltenden Babyboom und hofft, dass die "Herdprämie" nicht kommen wird.
Ich hoffe, dass Familie und Kinder im kommenden Jahr für die Politik einen höheren Stellenwert erhalten. Bis jetzt wurde zu kurzfristig gedacht. Dazu gehört auch, dass Frauen bessere Bedingungen bekommen müssen, Familie und Karriere verbinden zu können.

Regionale Bündnisse für Chancengleichheit
Ausschreibung für bundesweites Programm gestartet - Kommunen und Landkreise können sich ab sofort bewerben
2012 startet die EAF I Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft das Programm „Mehr Frauen in Führungspositionen – Regionale Bündnisse für Chancengleichheit“. Das Programm zielt darauf, regionale Strukturen für mehr Chancengleichheit in der Wirtschaft aufzu-bauen und vor Ort große und mittelständische, private und öffentliche Unternehmen gleicher-maßen als wichtige Partner für mehr Frauen in Führungspositionen zu gewinnen und damit die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Unternehmen und Regionen zu erhöhen.

Halbe Stelle - voller Einsatz
Von Ulrike van Weelden
GLEICHSTELLUNG Melanie Knauf wirbt um das Vertrauen von Frauen und Männern
Hand aufs Herz. Der Begriff, die Tätigkeit, die gesetzliche Verpflichtung als Frauenbeauftragte stößt nicht in allen Bevölkerungsschichten auf Zustimmung. Besonders die zähe Diskussion zwischen Wirtschaft und Politik zur Einführung einer Frauenquote machte - nicht nur in diesem Jahr - das Dilemma deutlich: Kluge und weniger sinnvolle Argumente sind sowohl bei den Befürwortern als auch bei den Gegnern reichlich vorhanden - unabhängig von der politischen Farbenlehre. Ob Männlein oder Weiblein, Chef, Student oder Angestellter, mit oder ohne Kind: Die Quote bleibt ein umstrittenes Thema.

Immer mehr Frauen machen sich selbstständig
Gründerinnen wollen 200.000 Arbeitsplätze schaffen
Immer mehr Frauen in Deutschland wollen sich selbstständig machen. Unter den Interessenten für eine Unternehmensgründung sei der Anteil der Frauen auf 40 Prozent gestiegen, berichtete der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin. 2003 lag er demnach noch bei 32 Prozent. Nach Schätzungen des DIHK würden die Existenzgründerinnen im nächsten Jahr 200.000 Arbeitsplätze schaffen.


Gesellschaft:

"Viele Frauen sind nur drollig"
Kabarettistin Lisa Fitz findet weibliche Comedians oft nichtssagend und wünscht sich mehr Protest
Lisa Fitz ist seit Jahrzehnten eine erfolgreiche Kabarettistin. Am Wochenende trat die 60-Jährige mit dem Programm "Super Plus – Tanken und Beten" in Frankfurt auf. Redakteurin Pia Rolfs wollte von ihr wissen, wie sie die aktuellen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft sieht – und ihre eigene Zukunft.

Bildung
Frauen – das dumme Geschlecht?
von Jochen Paulus...
Bei Tests der Allgemeinbildung schneiden Frauen oft schlechter ab als Männer. Marburger Psychologinnen zeigen jetzt: Eigentlich wissen sie viel mehr, als sie bei trockenen Wissensabfragen zeigen....


"Männer werden mittlerweile auf sehr vielen Gebieten diskriminiert"
Reinhard Jellen
Eckhard Kuhla über die "Genderideologie"
Nach der notwendigen rechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau in den 70er und 80er Jahren hat sich in Medien und Institutionen ein Radikalfeminismus breit gemacht, der - als "Genderideologie" mit universitären Weihen versehen - nun über die einseitige Bevorzugung von Frauen die Basis für eine öffentlich akzeptierte Form der Unterdrückung von Männern schafft.

Gesundheit:

Frauen in der Medizin
63% der Studienanfänger in der Medizin sind Frauen.
Nur 11% der Chefarztsessel sind mit einer Frau besetzt.
68% der berufstätigen Medizinerinnen sind jünger als 49 Jahre und stecken mittendrin, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen.

Klinikvergütung bleibt hinter anderen Branchen zurück
Gummersbach – Laut einer Untersuchung der Managementberatung Kienbaum sind die Gehälter der Fach- und Führungskräfte in deutschen Krankenhäusern 2011 nach einer Stagnation in 2010 wieder gestiegen. Dennoch bleibt das Vergütungsniveau in den deutschen Krankenhäusern hinter dem anderer Branchen weiterhin zurück.

Versorgungsstrukturgesetz
KV-on aktuell: Neues Jahr, neues Familienglück?
Gerade einmal ein paar Tage ist es alt: das Versorgungsstrukturgesetz. Für Niedergelassene steckt eine Menge Wissenswertes drin. 

Was davon die Vereinbarkeit von Praxis und Familie betrifft, erläutert Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium Annette Widmann-Mauz im Interview. Sie verspricht sich von den neuen Paragrafen deutliche Erleichterungen für die Ärzte, die sich neben dem Beruf auch um ihre Kinder oder um pflegebedürftige Angehörige kümmern.

Steiniger Weg: Karriere in der Forschung
Immer mehr junge Frauen beginnen ein Medizinstudium - doch nur wenige haben Spitzenpositionen in Forschung und Klinik. Zwar bieten Kliniken immer flexiblere Arbeitszeitmodelle, doch das hat oft nur wenig mit Frauenförderung zu tun.
Von Rebecca Beerheide
Bei einem Blick in die Hörsäle von Erstsemestervorlesungen sind Männer seit Jahren in der Minderheit. Zum Wintersemester 2011/2012 starteten in der Humanmedizin rund 64 Prozent Frauen.

Mann & Frau: Der große Unterschied
München (netdoktor.de) - In Zeiten der Gleichberechtigung geht der Blick für die Unterschiede zwischen den Geschlechtern mitunter verloren. Eine große italienische Untersuchung zeigt nun, dass an den Geschlechtsstereotypen mehr dran ist, als so mancher wahr haben will. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin PLoS ONE erschienen.


Ausland:

FRAUENRECHTE SIND UNIVERSELL
DIE VIERTE DUBAI DEBATES “WOMEN, CIVIL SOCIETY AND LEADERSHIP IN A NEW ARAB WORLD”
„Für uns Frauen bietet sich jetzt die Gelegenheit, die verkrusteten Strukturen in den arabischen Ländern aufzusprengen und unsere Rolle in der Gesellschaft neu zu definieren.“ Diese klare Botschaft der syrischen Bloggerin Sumaya Tayara eröffnete die vierte Ausgabe der Dubai Debates am vergangenen Sonntag.

Gewalt gegen Frauen: Ägyptens Militär entschuldigt sich
Demonstrantinnen protestieren in Kairo gegen Übergriffe
Nach der internationalen Kritik am brutalen Vorgehen der ägyptischen Sicherheitskräfte gegen Frauen hat sich der Oberste Militärrat für die Vorfälle entschuldigt. Die Armee werde die dafür Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, erklärte der Rat. Einige Stunden zuvor demonstrierten in Kairo etwa 2000 Frauen gegen die Übergriffe.

Übergriffe auf Frauen in Ägypten
Warum der Ruf nach Frauenrechten Heuchelei ist
Eine Demonstrantin, die an den Haaren über den Tahrir-Platz geschleift, von Soldaten geschlagen und getreten wird: Kaum ein anderes Bild hat in Ägypten für so viel Empörung gesorgt. Doch die Empörung ist heuchlerisch. Frauen sind auch nach der Revolution unterdrückt wie zuvor. Ihre Rechte sind nicht das politische Ziel der Aufstände - oft nicht einmal der Frauen selbst.

FRAUENRECHTE
Freier und bunter Kampf der Frauen für die Menschenwürde
Matthias Korfmann/Sibylle Raudies
Essen/Kairo.   Beeindruckende und begeisternde Bilder aus dem „Arabischen Frühling“ zeigen immer auch Frauen: Bei den Demonstrationen in Tunis, beim Volksaufstand in Libyen und im Jemen, bei den jüngsten Protesten in Ägypten. Eine gute Bildung ist der Motor des breiter werdenden Protests.

Israel: Frauen offen diskriminiert
Kluft zwischen Ultrareligiösen und Liberalen
In Israel ist der Konflikt zwischen einer kleinen Gruppe religiöser Fanatiker und dem Rest der Gesellschaft wieder eskaliert. Auslöser war ein TV-Bericht über ein kleines Mädchen, das von Ultrareligiösen bespuckt wurde, weil es nicht "züchtig" genug gekleidet gewesen sein soll. Streng Religiöse verlangen und haben bereits verschiedene Diskriminierungen gegen Frauen durchgesetzt.

Wie Frauen aus der Öffentlichkeit verbannt werden
Autor: Michael Borgstede
In Israel fordern Ultraorthodoxe eine strikte Geschlechtertrennung, selbst im Kindergarten. Frauen auf Werbeplakaten sieht man längst nicht mehr. Die Regierung gibt klein bei.
Frau S. fährt heute Bus, und sie ist aufgeregt. Ihre letzte Busreise, vor etwa einem Jahr, endete in Tränen. Frau S., die ihren Namen lieber nicht nennen möchte, ist keine ultraorthodoxe Jüdin, aber eine fromme Frau ist sie schon.

Frauen in die erste Reihe
Letzte Woche wurde eine Frau angegriffen, weil sie sich weigerte, in einem Bus hinten zu sitzen, um nicht – “Gott behüte” – von Männern gesehen zu werden. Dies geschah nicht in Teheran sondern in der Nähe von Jerusalem…
Von Uri Savir
In Beit Shemesh, nicht weit davon entfernt, wurde die acht-jährige Na´ama Margolis beleidigt, weil sie unschicklicher Weise auf der falschen Straßenseite lief, die den Männern vorbehalten war.

Breite Unterstützung der Politik
Der Konflikt zwischen ultraorthodoxen Juden und der Mehrheitsgesellschaft in Israel nimmt immer schärfere Formen an. Mehrere tausend Israelis haben am Dienstag in der Stadt Bet Schemesch gegen religiösen Fanatismus demonstriert. Zu der Kundgebung in der Hochburg ultraorthodoxer Juden hatten Menschenrechtsgruppen aufgerufen.

Die israelische Gesellschaft ist tief gespalten
Von Dirk Löhr
Prof. Dr. Dietmar Herz, momentan mit Christine Lieberknecht in Israel unterwegs, beschreibt ein Land, das sich immer weniger für die Palästinenser interessiert. Die Gründe für eine immer tiefere Isolation muss sich die Regierung zuallererst selbst zuschreiben, sagt er im Gespräch mit Dirk Löhr.

Tunesisches Experiment
Wie eine arabische Demokratie aussehen könnte, das wird derzeit in Tunis verhandelt. In der verfassungsgebenden Versammlung dominiert die islamische Partei Ennahda. Wird sie dem Land religiöse Gebote aufzwingen? Besonders Frauen sind alarmiert.
Er wird erwartet. In einem Konferenzraum sitzen seine Gäste, aber Rachid al Ghannouchi hält auf dem Flur inne. Er betet. Er tut das oft. Später wird er sagen, dass er Gott für die Revolution gedankt habe.

Mein Name sei Gleichberechtigung
In Japan herrschen starre Strukturen der Rollenverteilung. Jetzt fordern einflussreiche Frauen, dass sie nach der Hochzeit ihren Familiennamen behalten dürfen – und ziehen vor Gericht.
Von PETRA KOLONKO, TOKIO
Vor elf Jahren heiratete Ernie Kayama ihren Partner. Schon damals hatte die japanische Journalistin Bedenken – nicht wegen des Manns, sondern wegen des Namens. In Japan darf ein Ehepaar nur einen Nachnamen haben.

Zukunftsglauben als zuverlässigstes Verhütungsmittel
Die Rwander kennen die Risiken des unkontrollierten Bevölkerungswachstums und tun etwas dagegen
Dank politischem Willen und einem effizienten Gesundheitssystem hat Rwanda die Fertilität von Frauen innert sechs Jahren von 6 auf 4,5 Kinder gesenkt. Damit ist das Vorurteil relativiert, Afrikaner zeugten aus wirtschaftlichen Gründen viele Kinder.
Markus M. Haefliger, Kigali

Bravo Merkel!
Gegen Deutschland zu wettern ist in Europa längst üblich geworden. In Italien beteiligen sich daran vorrangig die Medien - im Volk aber genießt die Kanzlerin großes Ansehen
Seit dem Regierungswechsel dämmert es den Italienern: Merkels Warnungen vor der Krise waren berechtigt
Mailand
An der Anti-Deutschland-Stimmung in Europa ist nicht allein Griechenland schuld. Auch die italienische Presse hat ihren Teil dazu beigetragen. Alle Gazetten nahmen an der teutonischen Disziplinversessenheit Anstoß. Einzelne Blätter aber schlugen über die Stränge, wie der Berlusconi-treue "Libero". Die Tageszeitung bildete Angela Merkel im August mit Schnurrbart auf der Titelseite ab.

Die Frau hinter Dario Cologna
Von Christian Brüngger
Guri Hetland, die Cheftrainerin der Schweizer Langläufer, besteht in einer Männerwelt. Sie hat Ruhe in die kleine, aber geschwätzige Langlaufszene gebracht.
In der Politik gewährten die Schweizer den Frauen ihre Rechte nur langsam. Erst 1971 war es so weit, dass Schweizerinnen auf Bundesebene abstimmen durften. Im Langlauf dagegen sind Schweizer vorbildliche Demokraten: Mit Guri Hetland wählte die Männerbastion des nationalen Skiverbandes eine Frau an die Langlauf-Trainer-Spitze. Im Weltcup ist sie damit die Einzige.