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Dienstag, 30. Oktober 2012

Die EZB und die Frauen...


In Brüssel scheint der Vorstoß Viviane Redings (vorerst?) gescheitert. In seltener Einmütigkeit beharren Gegner einer gesetzlich festgelegten Frauenquote auf nationaler Souveränität. Schließlich soll die Entscheidungsfreiheit von Unternehmen nicht beschränkt werden – wenigstens nicht bei diesem Thema. Sogar Außenminister Guido Westerwelle wirft sich schützend vor den Mittelstand, der aber gar nicht gemeint ist, da gerade hier in Deutschland ohnehin jede fünfte Führungsposition mit einer Frau besetzt wird. 

Wo aber verläuft die Grenze zwischen nationaler Souveränität und Brüsseler Eingriffsrechten? In Zeiten der Euro-Krisen und (erhofften) -Rettung, der raschen Beschlüsse über Milliardenbeträge, mit weitreichenden Konsequenzen für den steuerzahlenden Bürger, mutet es seltsam an, wenn ein so offensichtliches und lang tradiertes Missverhältnis der Geschlechter an der Führungsspitze nicht in die Zuständigkeit von Brüssel fallen sollte.

Ganz seltsame Blüten treibt diese Debatte nun in der EZB, die – wenn es Brüssel nicht tut – Staaten vor der Pleite retten soll. Ganz unverhofft entdecken die Abgeordneten des Europäischen Parlaments in Straßburg ihr Herz für ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis im Direktorium der Europäischen Zentralbank. 

So scheint es! Mit der „Erkenntnis“, dass nun doch die Zeit für eine Frau im z. Z. durchweg männlich besetzten Führungsgremium gekommen sei, musste der EZB-Kandidat Yves Mersch eine Niederlage bei der Abstimmung über seine Nominierung in das Direktorium hinnehmen. Luxemburgs amtierender Notenbankchef gilt als kompetent und fachlich über alle Zweifel erhaben, aber den Nehmerländern als unbequem. 

Pikanterweise wäre Mersch damit einer der ersten Männer, dem ein Amt an der Spitze aufgrund seines Geschlechts versagt werden könnte. (Vielen kompetenten und qualifizierten Frauen dürfte die Situation umgekehrt durchaus bekannt vorkommen.)

Aber wie so oft bei politischen Entscheidungen überlagern sich verschiedenste Interessen und gehen eine seltsame Melange ein. Quotenbefürworter im linken Lager stimmten gegen den Kandidaten, mit dem berechtigten Argument, dass es 2012 nur ein Anachronismus sein kann, wenn im Vorstand der Europäischen Zentralbank nicht eine einzige Frau sitzt und dass das bis 2018 so bleibt. Bis zum nächsten anstehenden Wechsel wären die Männer im mächtigen Direktorium wieder unter sich. 

Andere Abgeordnete surften dagegen ganz bequem auf der Quotenwelle mit, um den Kandidaten – wohl eher ein Unterstützer von Draghis strengen Bedingungen – aus dem Entscheidungsgremium herauszuhalten. Spaniens Konservative versagten z.B. die nötigen Stimmen. Honi soit qui mal y pense.

Wenn's nicht so traurig wäre, könnte frau lachen. Die Quote ist nicht einmal beschlossen oder gar umgesetzt und schon als Politikum dem Missbrauch preisgegeben. So nicht!

Erste Frage: Hätte dieser Schildbürgerstreich in dieser Form gelingen können, wenn das sechsköpfige Direktorium der Europäischen Zentralbank zu 30 oder gar 40 Prozent aus weiblichen Mitgliedern bestünde? Also mindestens zwei Frauen dabei wären. 

Es gäbe sie, wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung herausgefunden hat – vier sogar: Lucrezia Reichlin, Beatrice Weder di Mauro, Hélène Rey und Anne Sibert.

Zweite Frage: Wie würde Europas Finanz- und Wirtschaftspolitik überhaupt heute aussehen, wenn die Entscheidungsebene von Unternehmen, Behörden, Institutionen und Ministerien zu mindestens einem Drittel durch Frauen ausgefüllt wäre?

Keine weitere Fragen – Schluss mit dem Konjunktiv.

Neuer EZB-Direktor
Warum Yves Mersch scheitern musste
Der Luxemburger Yves Mersch galt als idealer EZB-Direktor – bis er in die Mühlen der Frauenquote geriet. Doch tatsächlich geht es nicht nur ums Geschlecht, sondern auch um geldpolitische Prinzipien. Von Stefanie Bolzen und Sebastian Jost

Besetzung des EZB-Direktoriums
Vier Frauen für die EZB
Männer regieren die Zentralbank. Das wäre nicht nötig: Lucrezia Reichlin, Beatrice Weder di Mauro, Hélène Rey und Anne Sibert wären nur einige Kandidatinnen für einen Posten im EZB-Direktorium.
Von LISA NIENHAUS

Donnerstag, 9. August 2012

Spanische Impressionen: Koloss – Sperma – Hombre



Wird der Euro überleben? Tritt der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) in Kraft? Und wenn, wird sich der Name als Euphemismus erweisen? Und überhaupt, wie wird Brüssel hinsichtlich einer Frauenquote entscheiden?
Die Themen des so genannten Sommerlochs verbinden sich aus spanischer Perspektive zu einem nahezu homogenen Ganzen. 

Während in Spanien seit 2007 die Regelung gilt, dass börsennotierte Unternehmen oder solche mit mehr als 250 Mitarbeitern die Vorstandsetage zu gleichen Anteilen mit Männern und Frauen zu besetzen haben – bis 2015 aber mindestens mit 40 Prozent Frauen -  ringt man und frau in Deutschland diesbezüglich mit Stagnation. Deutsche Unternehmen könnten allerdings handfeste Nachteile bei Ausschreibungen in Spanien drohen, wenn es nicht gelingt, eine entsprechende Quote  nachzuweisen.
In diesem Fall sollten sie rasch Kontakt zu Regierungskreisen in der Provinz suchen, denn hier geht (bislang) noch alles seinen – sagen wir mal – traditionellen Gang. Die von Brüssel bereitgestellten finanziellen Mittel, also solidarische Steuergelder, dienten (bislang) im großen Stil, Bauvorhaben zu initiieren und voranzutreiben. Vorrangiger Zweck: Prestigegewinn für den jeweiligen Chef-Provinzpolitiker.

Ob die rund 600.000 Einwohner zählende spanische Hafenstadt Castellón einen Flughafen braucht, wenn es - eine gute Autostunde entfernt - einen voll funktionsfähigen in Valencia gibt, stand wohl nie wirklich zur Debatte. Der Flughafen Castellón, inzwischen auch von deutschen Medien als ein (!) Paradebeispiel der Euro-Verschwendung entdeckt, scheint der Anzug zu sein, den Mann sich zum Knopf kauft. 

Der Knopf : der "Koloss von Castellón", Zierde der Auffahrt zum Flughafen-außer-Betrieb, mitten in der Pampa - Denkmal für den Initiator des nutzlosen Bauwerks, Carlos Fabra. Der Parteivorsitzende der konservativen Volkspartei PP (Partido Popular) und ehemaliger Regierungschef in Castellón, der sich nie ohne charakteristische Sonnenbrille ablichten oder öffentlich sehen lässt, fühlt sich in der Skulptur vom Künstler gewürdigt und Juan Ripollés jubelt selbst: „Diese Figur, aus deren Kopf ein Flugzeug aufsteigt, ist der Keim und das Sperma der Geburt des Werkes.“ Eine Wortwahl, die, ohne gehörigen Spott nach sich zu ziehen, wohl nur in einem Land über die Lippen kommt, in dem aller Frauenquote zum Trotz, das Männliche ganz selbstverständlich dominiert. Inzwischen mit der Steuerbehörde auf Konfrontation, schreibt Fabra in diesem Jahr nun kein Grußwort anlässlich der lokalen Fiestas, bei denen u.a. die  schönsten und größten Stiere von adoleszenten BewohnERn und BesuchERn  nahezu jeglichen Alters durchs Dorf getrieben werden – manchmal mit leuchtenden Fackeln auf den Hörnern.

Das einer Selbstbefruchtung zu verdankende "Werk" ist eine  150.000.000,00 € teure Todgeburt, die laut Schöpfer Fabra nun mangels Flugzeugen der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden soll: „Dies ist ein Flughafen für die Menschen. Jeder Bürger kann ihn kostenlos besuchen und herumspazieren. Das wäre so nicht möglich, wenn hier ständig Flugzeuge starten und landen würden.“

Am Versuch, die steuerliche Investition und ruinierte Landschaft als EU-Bürger nun "kostenlos" zu genießen (wie mein Mann und ich das schon auf den zahlreichen, leeren spanischen Straßen - in Topzustand - tun), hinderte uns ein Zaun und ein sehr freundlicher Sicherheitsbeamter.  Als wir uns auf die Worte des Flughafen-Erzeugers beriefen, ernteten wir ein herzhaftes Lachen – Völkerverständigung....

Berliner Parallelen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Immerhin fliegen dort Flugzeuge, wenn auch die Eröffnung des neuen Groß-Flughafens auf mehr oder weniger unbestimmte Zeit verschoben ist. Ach, und eine AufsichtsrätIN gibt es in Berlin auch nicht. Geordnete Vergabeverfahren? Immerhin keine Skulptur!   ¡Olé!

Interessante Links:

Flughafen Valencia

Der Koloss von Castellón
Auf dem nagelneuen Flughafen ist zwar noch nie ein Flugzeug gelandet, doch Provinzfürst Carlos Fabra hat sich trotzdem eine monumentale Statue an den Eingang bauen lassen. Ein modernes Sinnbild dafür, was alles falsch läuft in der spanischen Pleiteregion Valencia.
Von LEO WIELAND, MADRID

Erste Knappschafts-Chefin
Mit Bettina am Orde endet bei der Knappschaft-Bahn-See mit Sitz in Bochum eine Ära - und eine neue beginnt: Nach 752 Jahren rückt mit der gebürtigen Essenerin erstmals eine Frau in die dreiköpfige Geschäftsführung auf.
Ein Beitrag von Nicole Noetzel

Imagefilm des BPW Germany von der DACH Tagung 2012
„Frauen in der Wirtschaft - Herausforderung, Notwendigkeit oder Zumutung“ - mit diesem provokanten Titel war die Konferenz der BPW Clubs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz überschrieben.
200 Frauen aus den drei Ländern kamen  in Lindau am Bodensee zusammen, um zu netzwerken, zu diskutieren und sich auszutauschen, wie Frauen Strategien und Handlungsspielräume innerhalb der Wirtschaft erweitern und verfolgen können.  Manager aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft ergänzten den Kongress mit Keynotes zur Notwendigkeit von Frauen in Führungspositionen. 

Dienstag, 19. Juni 2012

Das waren die 23. und 24. Kalenderwochen: Mit betreutem "Köpfchen" durch die Glasdecke....


Nun also das Betreuungsgeld. Keiner und Keine will es wirklich -  außer Horst Seehofer. Politische Verhandlungsmasse. Eine Bankrotterklärung:
  •  für die Umgestaltung einer Arbeitskultur, in der Kinder nicht als Betriebsunfall eingestuft werden, sondern zum Leben gehören.
  • für die CDU-Frauen und alle anderen Politikerinnen, die an parlamentarischen Zwängen vorbei, demokratisch eine Berliner Erklärung errungen haben.
  •  für Mütter, die sich ganz der Erziehung der Kinder widmen möchten und 100,- Euro wohl kaum als adäquate Anerkennung ihres Beitrags zu einer funktionierenden Gesellschaft erleben dürften.
  • für die Förderung und Integration von Kindern, denen die Möglichkeiten im heimischen Umfeld so nicht geboten werden können – siehe die Erfahrungen Norwegens.
  • für das politische Versprechen, ausreichend Kitaplätze zu schaffen.
  • für die SteuerzahlerInnen, die den Sinn (immer) noch nicht erkennen.
  • für die Bewertung und öffentliche Wertschätzung von Arbeit, die volkswirtschaftlich (noch)  nicht in der Wertschöpfungskette auftaucht und noch immer für selbstverständlich gehalten wird.
Letzteres zeigt auch der Vorschlag, ehemalige Schlecker-Mitarbeiterinnen und Hartz-IV-EmpfängerInnen zu ErzieherInnen umzuschulen. Für einige, die dringend nach einem neuen Arbeitsplatz Ausschau halten, mag das eine gute Alternative sein; insgesamt hat es aber ein Geschmäckle von "Arbeitsdienst". So ganz nebenbei offenbart sich hier die (eigentliche) Geringschätzung der Leistung, Kinder für unsere komplexe Welt fit zu machen - allen hinterhergeschobenen Beteuerungen zur Qualitätssicherung bei der Ausbildung zum Trotz. "Das bisschen Kindererziehung...." Für die professionelle Betreuung und Erziehung von Kindern, die aus unterschiedlichen familiären Verhältnissen kommen und am Start ihrer Entwicklung sind, braucht es etwas mehr als mal eben eine Umschulung, weil sonst weit und breit kaum jemand für diesen Job zu finden ist. Um der Verantwortung, gleich zehn oder zwanzig Kinder auf einmal zu beaufsichtigen, gerecht zu werden, ist eine klare persönliche Entscheidung gefordert, die sehr wahrscheinlich auch vor der Berufswahl Verkäuferin gefällt worden wäre. 

Warum nicht vermehrt bei SchulabgängerInnen dafür werben? Der Boy's Day ist ein guter Anfang. Mit der gleichen Medienaufmerksamkeit bedacht, wie der Girl's Day, der Mädchen technische und naturwissenschaftliche Berufe näher bringen soll, könnten soziale Berufe auch für junge Männer salonfähig werden. ErziehER werden dringend gebraucht, um für Ausgewogenheit in der Geschlechterverteilung bei der Betreuung zu sorgen, Kindern auch hier männliche Vorbilder und Bezugspersonen zu bieten. Eine Männerquote für das soziale Berufsumfeld? Die würde wahrscheinlich erst bei attraktivem Gehalt und gesellschaftlicher Anerkennung erschöpfend diskutiert. Das Geld dazu dürfte fehlen – weniger, weil es nicht da ist, sondern weil wenig Neigung besteht, es dafür bereit zu stellen.
Banken- und Eurorettung beanspruchen nahezu sämtliche finanzielle Kräfte und zeigen, wo der tatsächliche Schwerpunkt (volks-)wirtschaftlichen Denkens derzeit und wohl auch in naher Zukunft liegt.

Ohne grundlegenden Mentalitätswandel, werden Frauen kaum - ganz selbstverständlich - in Führungspositionen akzeptiert  und Männer - genauso selbstverständlich - in Erziehungs- und Pflegeberufen. Wie der Herr so's Gescherr sagt der Volksmund, oder: solange auf politischer und wirtschaftlicher Entscheidungsebene alles beim Alten bleibt, solange bleibt strukturell auf den unteren Ebenen auch erst mal alles wie es ist. Siehe Betreuungsgeld.  
"Mit dem Köpfchen durch die gläserne Decke" und einer "Graswurzelbewegung" wie die Bundesfamilienministerin propagiert, wird der Hardliner "Entweder-Oder"-Polemik nicht beizukommen sein; denn die angestrebten 30 Prozent Frauenanteil auf den Chefsesseln sind noch nicht annähernd erreicht und schon wird der Untergang des Abendlandes, besungen.
Wie schnell der freie Fall auf Stammtischniveau ist, zeigen folgende Kommentare,  die immerhin von Lesern der F.A.S. stammen. Also bitte nicht erschrecken – zwei erfreuliche Leserbriefe sind auch dabei!

"Diskriminierung
Führungsposten müssen streng nach Leistung und Eignung vergeben werden, nicht nach anderen Attributen. Quotenfrauen mögen in Kulturreferaten erträglich sein. In Industrieunternehmen, in denen Entscheidungen das Schicksal Tausender Arbeitnehmer bestimmen, ist kein Platz für politisch korrekte Spielereien. Wo bleibt da die Chancen- und Leistungsgerechtigkeit? Es wird viele berechtigte, hoffentlich erfolgreiche Klagen vor Gericht geben."
Wolfgang Richter

Hier lasse ich Jörg Schmelcher antworten und empfehle den Blick in den Wirtschaftsteil jedweder Zeitung, angesichts von Finanz-, Banken-, und Eurokrise.... Die Sorge um das "Schicksal Tausender Arbeitnehmer" scheint sich bei den Leistungsträgern  – sagen wir mal von Nokia (Stephen Elop, Präsident und CEO) – in Grenzen zu halten. Allen Berlinern und Brandenburgern sei zudem die Lektüre der Webseite http://preview.berlin-airport.de/de/unternehmen/ueber-uns/aufsichtsrat/index.php angeraten.

"Ätsch!
Tja, Jungs, jetzt seht ihr mal, wie das ist, wenn der blödeste Mann im Unternehmen eher befördert wird als die schlechteste Frau. Eure Netzwerke in den Chefetagen werden aufgeweicht, und der gemeinsame Puffgang zum Karriere-Auskungeln hat endlich ausgedient. Ach ja, und die Beulen an euren Köpfen stammen von der gläsernen Decke, deren Existenz ihr immer bestritten habt. Viel Vergnügen!"
Jörg Schmelcher

"Erfolg ist männlich
Überbordender Feminismus ist der größte Feind der Wirtschaft. Deutschland und Tschechien haben den geringsten Frauenanteil in der Führung von Unternehmen, sind aber die erfolgreichsten Länder in Europa."
Wolfgang Tibanski

Mal zum Vergleich: die beiden Länder, die sich schon länger mit einer Frauenquote "herumschlagen".

BIP/pro Kopf USD
2011
kaufkraftbereinigt
Norwegen
97.329 (weltweit an 3. Stelle; nach Luxemburg und Katar)
53.471 (4)
Schweden
56.956 (Platz 8)
40.394 (14)
Deutschland
43.742 (Platz 20)
37.897 (18)

"Aus dem Weg
Mann, aus der Bahn, da kommt der Quotenwahn! Wie weit sollen wir mit dem Quotenwahn noch gehen? Sollten wir angesichts der mageren Erfinderinnenquote (1,4 Prozent Frauen) nicht auch eine Quote beim Patentamt einführen? Mann stelle sich die Demonstrationen der Quotenanhänger vor dem Deutschen Patentamt vor, mit der Losung: „Alle Räder stehen still, bis die Quotenfrau erfinden will!“
Michael Baleanu

Wo es reelle Chancen gibt, wird auch erfunden:
"Mary Anderson (* 1866 in Greene County, Alabama; † 1953 in Monteagle, Tennessee)[war Bauunternehmerin, Rancherin, Winzerin und Erfinderin der Scheibenwischanlage. Im November 1903 erhielt die Amerikanerin Mary Anderson das Patent auf die erste funktionierende Scheibenwischanlage der Welt." (Wikipedia)

"Quote für alle
Wer A, Frauenquote in Führungsgremien, sagt, muss auch B sagen: Frauenquote auf Baustellen, im öffentlichen Dienst, im Fernverkehr etc."
Bernhard Kraus

Matthias Struwe gibt hier die passende Antwort. Und ja: "Quote für alle!" Männer in die Kindergärten, Grundschulen und Pflegeeinrichtungen – als Erzieher, Lehrer und Pfleger!

Viel zu wenig Frauen
Man(n) könnte wirklich in Tränen ausbrechen. Die deutsche Wirtschaft ein Jammertal gescheiterter, ausgebremster Männer. Die Fakten: Der Frauenanteil in den Vorständen der 160 im Dax, MDax. SDax und TecDax notierten Unternehmen ist seit Januar 2011 von 3,01 auf 3,66 Prozent gestiegen. Ein Erdrutsch, geradezu eine Lawine von Frauen, die da die armen Männer erfasst und davongerissen hat.
Matthias Struwe

Das Beste zum Schluss:

"Geschlechterkrieg
Die Männer werden diese Männerverachtung nicht still hinnehmen. Die Folge dieser Diskriminierung werden zunehmende Frauenfeindlichkeit und Aggressivität der Männer sein. Die Frauen sollten sich also nicht zu früh freuen. Denn Quotenfrauen wird niemand ernst nehmen, und die Stimmung wird sich schon bald gegen diese unqualifizierten Frauen richten. Alles, was dieser Trend anrichten wird, ist ein zunehmend aggressiv geführter Geschlechterkrieg, der noch viel leid hervorrufen wird."
Armin Pillhofer

Übermütter
Frau sein an sich ist keine Qualifikation (außer fürs Kinderkriegen). Wann beginnen die Männer endlich, gegen die Übermütter aufzubegehren?
Dr. Christian Jäger

Alle Leserbriefe stammen aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 10. Juni 2012, Nr. 23, S. 38.


Links für die 23. und 24. Kalenderwochen


Die interessantesten Links zuerst:

Widerstand gegen Betreuungsgeld formiert sich
SPD-Fraktion: Mehrheit der Vernunft gegen geplante Familienleistung
Berlin (dapd). Kurz vor dem Kabinettsbeschluss zum Betreuungsgeld formiert sich der Widerstand gegen die von der Regierung geplante Familienleistung

Herdprämie oder Wahlfreiheit
Von SIMONE SCHELK
Opposition, Wirtschaft und Sozialverbände schmähen es als Herdprämie, die schwarz-gelbe Regierung spricht von neuer Wahlfreiheit für junge Familien: Heute soll der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld im Kabinett verabschiedet werden – nach langem Gerangel auch in den Reihen von Union und FDP. Und man kann davon ausgehen, dass es bei der Abstimmung im Bundestag zugehen wird, wie – pardon – im Kindergarten.Selten war ein Thema in dieser Legislaturperiode so umstritten wie das Betreuungsgeld.

OECD-Studie
Negative Folgen für Integration durch Betreuungsgeld
Die Prämie hält laut einer neuen OECD-Studie besonders Frauen aus Zuwandererfamilien davon ab, einen Job zu suchen. Bleiben diese Mütter zu Hause, haben auch ihre Kinder später schlechtere Chancen.
Von Stefanie Bolzen
Das in Deutschland geplante Betreuungsgeld kann nicht nur die generelle Beschäftigungsquote von Frauen schwächen, sondern sich darüber hinaus negativ auf die Integration von Zuwanderern auswirken.

Betreuungsgeld bremst Integration bei Zuwanderern
Stefanie Bolzen  
Die geplante Prämie hält laut OECD-Studie besonders Frauen aus Zuwandererfamilien davon ab, einen Job zu suchen. Nachteile für KInder.
BRÜSSEL.

Umschulung für Schlecker-Frauen
Von der Kasse in die Kita
von Jahel Mielke
Die entlassenen Schlecker-Frauen sollen umschulen, sagt Bundesarbeitsministerin von der Leyen. In den verbliebenen Schlecker-Märkten beginnt der Ausverkauf.


Von der Hartz-IV-Bezieherin zur Erzieherin?
Arbeitsministerin von der Leyen greift eine Idee ihrer Nachfolgerin im Familienministerium auf und will angesichts der Personalknappheit in der Kinderbetreuung Hartz-IV-Bezieher umschulen
Von Thomas Pany

Erziehungspapst Largo: «Die Familie muss massiv aufgewertet werden»
Der Kinderarzt und Bestsellerautor Remo H. Largo wünscht sich mehr Frauenpower in der Politik und plädiert für Gratiskrippen: «Solange die Gesellschaft nicht bereit ist, umzudenken, bleibt es für Eltern schwierig, Familie und Beruf zu vereinbaren.»
von Karen Schärer

"Frauen im Top-Management": Bundesministerin Kristina Schröder diskutiert auf WELT-Konferenz in Berlin
Berlin (ots) - Wie lässt sich die Anzahl an Frauen im Top-Management deutscher Unternehmen schnell und nachhaltig erhöhen?

"Mit Köpfchen durch die Decke"
200 Experten berieten auf der "Welt"-Konferenz über Wege zu Frauenkarrieren Von Ileana Grabitz und Flora Wisdorff

Frauenförderung sollte Chefsache sein
Studie: Nur wenn Mentalitätswandel von Führungskräften forciert wird, ist er erfolgreich
Von Ileana Grabitz

KRISTINA SCHRÖDER
Was haben diese Frauen bloß gegen diese Frau?
VON Tina Hildebrandt | Elisabeth Niejahr
Lange war die Frauenbewegung tief gespalten. Nun hat Kristina Schröder Landfrauen und radikale Feministinnen gegen sich aufgebracht – und so vereint.

FidAR-Präsidentin: 'Koalition macht Politik gegen die Frauen' / 'Gesetzliche Mindestquote für Frauen in Führungsgremien bleibt auf unserer Agenda'


Politik:

Abgang einer unbequemen Großstadtpolitikerin
Nach 17 Jahren gibt Frankfurts Oberbürgermeisterin Roth ihr Amt ab. Mit ihrer liberalen Haltung zu Drogenpolitik, zum Moscheebau und zum Atomausstieg hat sie es ihrer Partei oft nicht leicht gemacht.
Von Hannelore Crolly


EU plant Gesetz zu Frauenquote in Aufsichtsräten - Zeitung
Quelle: Dow Jones Newswire Web
EU-Justizkommissarin Viviane Reding will einem Pressebericht zufolge börsennotierten Unternehmen eine Frauenquote in Aufsichtsräten gesetzlich vorschreiben. Mindestens 40 Prozent der Aufsichtsratsposten sollen 2020 mit Frauen besetzt sein, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Kreise, die mit den Vorgängen vertraut sind. Den entsprechenden Gesetzesvorschlag wolle Reding im Oktober vorlegen.

Bundesfamilienministerium startet größtes Unternehmensbündnis für Frauen
BESTE KARRIERECHANCEN FÜR FRAUEN IN ZEHN REGIONEN DEUTSCHLANDS
Morgen (Dienstag) geht Deutschlands größtes Unternehmensbündnis für mehr Frauen in Führungspositionen an den Start. 100 Unternehmen quer durch alle Branchen beteiligen sich an dem dreijährigen Modellprojekt. Die "Regionalen Bündnisse" investieren in die  Zukunft ihrer Region: Politik und Wirtschaft verpflichten sich in einer Gemeinsamen Erklärung, die Karriereentwicklung von Frauen zu fördern und Strukturen für mehr Chancengleichheit zu schaffen.

Betreuungsgeld
Bundeskanzlerin spricht mit CDU-Frauen
Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Mittag im Bundestag mit den Frauen der Unionsfraktion zusammengekommen, um über das umstrittene Betreuungsgeld zu sprechen. Auch in der CDU gibt es Vorbehalte gegen die ab 2013 geplante Zahlung an Eltern, die ihre kleinen Kinder zu Hause betreuen wollen.

Kaum weibliche Abgeordnete
Von unserem Volontär Marcel Braune
Torgau (TZ). Lautstark fordert Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen eine Frauenquote für Führungspositionen in der Wirtschaft. Denn nach wie vor herrscht hier gelinde gesagt ein Männerüberschuss. Ähnlich gestaltet sich das Bild in der Politik – im Großen wie im Kleinen. Ja, auch in der Region Torgau sind Frauen in den meisten Kommunalparlamenten „Mangelware“.

Hauptstadt:

Einladung zur Öffentlichen Anhörung zu "Frauen in Wissenschaft und Technik"
Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung
Berlin: (hib/ROL) Frauen sind sowohl in der Wissenschaft wie in der Technik nach wie vor benachteiligt. Frauen stellen heute die Hälfte der Studienanfänger, der Studenten und Absolventen an den Hochschulen. An den Schnittstellen zur Promotion und Habilitation scheiden jedoch überproportional viele Frauen aus dem System aus. Die Chancen eines männlichen Hochschulabsolventen, später Professor zu werden, sind fünf Mal so groß wie die einer Hochschulabsolventin.

Wirtschaft:

Starke Frauen sprechen über Wirtschaft und Mode
Kristina Tröger, Landesvorsitzende des Verbands deutscher Unternehmerinnen (VdU) Hamburg/Schleswig-Holstein, lud zum Gespräch. Nicht wie sonst ins Hotel "Vier Jahreszeiten", sondern in die Hanse Lounge. Doch das Motto der Einladung blieb: "Unternehmerinnen im Gespräch mit Persönlichkeiten aus der Wirtschaft".

Der Weg nach oben
Auf den Chefetagen deutscher Unternehmen bleiben Männer immer noch weitgehend unter sich. Wie kommen mehr Frauen nach oben? Ist eine Quote nötig? Darüber diskutieren an diesem Mittwoch im Berliner Axel-Springer-Haus hochkarätige Experten aus Politik und Wirtschaft auf der zweiten Konferenz der "Welt"-Gruppe zum Thema "Frauen im Top-Management". Auf Einladung von "Welt"-Gruppe, Deutscher Post DHL, Goldman Sachs und McKinsey beleuchten sie Strategien für Frauen, die an die Spitze wollen. Als Gastredner werden unter anderem Bundesfrauenministerin Kristina Schröder (CDU) und Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt erwartet. Aus der Wirtschaft sind unter anderen dabei: Dorothee Blessing, Partnerin bei Goldman Sachs, Margarete Haase, Vorstand der Deutz AG, und Adecco-Geschäftsführerin Petra Reinholz.

Manager halten Frauenförderung für ausreichend
Die Chefs der deutschen Firmen halten Frauenförderung zwar nicht mehr für "Gedöns". Allerdings meint das Gros der männlichen Führungskräfte, dass die Gleichbehandlung schon erreicht worden sei. Von Ileana Grabitz
Die vielen Appelle seitens Politik und Personalexperten haben durchaus schon Wirkung gezeigt: Selbst für die Chefs von Dax-Konzernen gehört es inzwischen zum guten Ton, wann immer sich die Gelegenheit ergibt auf die große Bedeutung von Geschlechtervielfalt im Unternehmensalltag hinzuweisen.

Studie
Immer mehr Frauen ziehen in Aufsichtsräte ein
Die Aufsichtsräte der deutschen Großkonzerne sind keine reinen Männerclubs mehr. Laut einer Umfrage ist der Anteil der Frauen in den Kontrollgremien seit Anfang 2011 um mehr als ein Drittel gestiegen.
Frankfurt am Main - Es tut sich was in den Aufsichtsräten der deutschen Aktiengesellschaften. Laut einer Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) hat sich der Frauenanteil in den Kontrollgremien deutlich erhöht.


Frauen auf dem Weg nach oben
Auf Einladung der "Welt"-Gruppe suchten gut 200 hochkarätige Experten aus Politik und Wirtschaft nach Wegen, um die Karrieren weiblicher Talente zu beflügeln
Von Ileana Grabitz und Flora Wisdorff
Sollte irgendjemand noch daran gezweifelt haben, dass Diskriminierung von Frauen im Unternehmensalltag oft schon beim Rollenverständnis anfängt, so belehrte Katrin Suder das Plenum gleich zu Beginn der Konferenz eines Besseren..

Frauenquote
Lauter verlorene Männer
Die Wirtschaft will weiblich werden. Wie wild befördern die Konzerne Frauen. Auf der Strecke bleibt eine Männergeneration, doch flüchten ist keine Option.
Von BETTINA WEIGUNY
So schnell dreht der Wind. Galten bislang die Kriterien „weiblich, ledig, jung“ als Nachteil bei der Karriereplanung, ist nun das Gegenteil der Fall: Bewerberinnen haben erstmals in der Geschichte einen Gender-Bonus bei der Jobsuche. Ist es doch peinlich, wenn es keine Frau an der Spitze zu präsentieren gibt.

Wie Männer nur noch zur Sättigungsbeilage werden
Reinhard Sprenger berät Firmen. Er sagt ihnen, was Führungskräfte gerne falsch machen, was hinter der Modekrankheit "Burn-Out" steckt und warum die Quote Männer zur Sättigungsbeilage macht.
Von Andrea Seibel

Fachkräfte gesucht
Es ist ein altes Lied: Die deutsche Wirtschaft braucht dringend Fachkräfte. Daher sollen Jugendliche und Frauen nun verstärkt ausgebildet werden. Mit einer Internetkampagne sollen zudem mehr Fachkräfte angeworben werden.
Mit einer verstärkten Ausbildung von Jugendlichen und mehr Berufsmöglichkeiten für Frauen will Deutschland dem Fachkräftemangel entgegentreten.

Karriere trotz Teilzeit – in diesen Firmen geht das
In Deutschland arbeitet nur ein Prozent der männlichen Führungskräfte in Teilzeit. Bei den Frauen sind es 15 Prozent. Die Politik hat die Vorteile des Konzepts erkannt und prüft Erleichterungen.
Von I. Grabitz und F. Wisdorff
Hinter der hellbraunen Tür in der vierten Etage der Firmenzentrale des Berliner Energieversorgers Gasag ist der Teufel los. Ein blond gelocktes Mädchen turnt über Tische und Bänke und bahnt sich seinen Weg durch ein Gewusel von Spielzeug und Plüschtieren. Mitten im Chaos sitzt ein Mann – und schreibt seelenruhig Mails auf seinem Laptop.

Gesellschaft:

"Die Firmenkultur muss sich ändern"
Wie schaffen mehr Frauen den Weg an die Spitze? Wie männlich sind die Mechanismen der Macht? Auf der "Welt"-Konferenz "Frauen im Topmanagement" suchten 200 Gäste Antworten
Von Ileana Grabitz

Biotechnologie-Expertin Frau Prof. Dr. Wiltrud Treffenfeldt mit dem „IBN-Award 2012“ ausgezeichnet
Autor: idw
Für ihr herausragendes berufliches und ehrenamtliches Engagement zur Stärkung der Industriellen Biotechnologie im Sinne einer nachhaltigen Bioökonomie wurde Frau Professor Dr. Wiltrud Treffenfeldt in Hamburg mit dem diesjährigen „IBN-Award“ ausgezeichnet. Die feierliche Ehrung war Höhepunkt des internationalen Symposiums "Biotechnology in the Food Industry – Opportunities and Challenges" am 14.6.2012 mit rund 80 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.


Gesundheit:

Erste promovierte Ärztin Deutschlands wird geehrt
HALLE (eb). Mit einer Feier am 13. Juni und einer Ausstellung wird die Universität Halle-Wittenberg an den 250. Todestag von Dorothea Christiana Erxleben erinnern.
Sie promovierte 1754 als erste deutsche Ärztin in Halle. Erxleben (1715-1762) erwarb von ihrem Vater, einem Quedlinburger Arzt, außergewöhnliche Kenntnisse, aber erst 1741 erlaubte Preußenkönig Friedrich II. ihr ein Studium.

Kliniken wollen Institut für Krebserkrankungen bei Frauen
Düsseldorf – Zur besseren Behandlung von Krebserkrankungen bei Frauen planen die Frauenkliniken der Universitätskrankenhäuser Essen, Köln und Bonn gleiche Qualitätsstandards. Gemeinsam mit dem Brustzentrum des Luisenkrankenhauses Düsseldorf und europäischen Partnern soll das Europäische Institut für Gynäkologische Onkologie gegründet werden, wie der Leiter der Frauenheilkunde der Uniklinik Köln, Peter Mallmann, am Freitag beim 9. Düsseldorfer Brustkrebskongress ankündigte.

Podiumsdiskussion zur Chancengleichheit für Frauen
„Jung, flexibel, qualifiziert, kinderlos und niemals krank – Habe ich nur dann eine Chance auf dem Berliner Arbeitsmarkt?“ Diese Frage steht im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion mit Hedwig François-Kettner, Pflegedirektorin der Charité – Universitätsmedizin Berlin.


Ausland:

Das Mühlviertel und sein weiblicher Aufholbedarf
MÜHLVIERTEL. Zu einem Gespräch über die Entwicklung des Mühlviertels, Frauen in der Politik und die erste Reihe trafen die OÖNachrichten die beiden VP-Bürgermeisterinnen Gertraud Deim und Kathrin Kühtreiber.

„Es geht um die ganze Gesellschaft“
Von FELIX GAEDTKE UND GAYATRI PARAMESWARAN
Die Menschenrechtlerin Teesta Setalvad wirft dem Staat vor, die Überlebenden der religiösen Unruhen in Gujarat im Stich zu lassen

Frauenfeindlichkeit
Jede Stunde ein Mitgiftmord
Christine Möllhoff
Stuttgart - Madhu lernte Sameep über eine Internetpartnerbörse kennen. Der 33-jährige Banker schien eine gute Partie. Man heiratete bald, doch die Ehe wurde zum Albtraum. Sameep begann, die 29-Jährige zu schlagen, um mehr Mitgift zu erpressen. Am Ende mit den Nerven, teilte Madhu ihren Eltern mit, dass sie ihn verlassen werde. Sie kam nicht mehr dazu. Am Tag danach fand man sie tot auf – mit Würgemalen am Hals. Jede Stunde wird in Indien eine Frau wegen Mitgiftstreitereien ermordet.

"Hillary Clinton ist brillant und denkt global"
Politikberaterin Anne-Marie Slaughter erklärt, warum Syrien nicht Libyen ist und Afghanistan ein schwerer Brocken
Seit ihren Studienzeiten beschäftigt sich die 53-jährige Politikwissenschaftlerin mit internationaler Politik und ist aus akademischen als auch politisch-pragmatischen Debatten nicht wegzudenken. Slaughter, die nach ihren zwei Jahren bei Hillary Clinton wieder in Princeton lehrt, schreibt regelmäßig in den großen amerikanischen Zeitungen und kommt auch gerne zu Debatten nach Europa. Wie ins bayrische Schloss Elmau, wo unser Politischer Korrespondent Richard Herzinger das Vergnügen hatte, sie zu interviewen.

Türkei: Abtreibungsrecht auf der Kippe
Bald soll es nur mehr bis vier Wochen nach Empfängnis möglich sein, eine Schwangerschaft abzubrechen.
Viele Frauen hier sind schockiert", sagt Diba Nigar Göksel, Chefredakteurin des Politik-Journals Turkish P­olicy Quarterly, wenn man sie auf das geplante Gesetz anspricht: Die konservativ-islamische Regierungspartei AKP von Recep Tayyip Erdogan will das Recht auf Abtreibungen beschränken.

MAROKKO
Eine Frau regiert in Marrakesch
Von HANNE WALTER
In Marokko wird erstmals eine große Stadt von einer Frau regiert. Es ist eine kleine Revolution für das konservative Königreich. Fatima Zahra Mansouri verbindet Moderne und Tradition - und das kommt bei den Menschen an.