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Sonntag, 23. Dezember 2012

Das Göttliche, die Göttin, der Gott.....


So wäre es grammatikalisch wohl ungefährlich. An den vehementen Reaktionen lässt sich ablesen, dass Kristina Schröder an Grundfesten gerüttelt haben muss. DER GOTT heißt es oder: DER VATER – basta. So haben wir es gelernt. Sich ausgerechnet jetzt ein "DAS GOTT" vorstellen zu müssen, das seinen Sohn auf die Erde schickt? Nein! Das geht zu weit! So wurde der Bundesfamilienministerin für die geschlechtsneutrale Form direkt aus dem Vatikan "religiöser Analphabetismus" beschieden. 
Religion richtig buchstabiert, hieße demzufolge, die geistigen oder auch göttlichen Prinzipien oder schlicht den "Logos" ausschließlich männlich zu begreifen: der Vater, der Sohn und der heilige Geist. Göttinnen sind erfolgreich mit dem sog. Heidentum abgeschafft worden. Wenigstens Maria hat im "Rosenkranz"-Gebet überlebt. 
Sprache und die damit evozierten Vorstellungen wirken mächtig und bilden Identität. Erklärte Atheisten lehnen den Glauben an einEN Gott ab und zweifeln, dass ein "Vater" oder gar "Herr" in das Schicksal des Universums, der Welt oder in das persönliche eingriffe. Würde aber ein Göttliches, ein nicht personifiziertes Geistiges ebenso selbstverständlich negiert? Zugegeben ein "Vater" und ein "Sohn" lassen sich greifbarer vorstellen – im Guten wie im Schlechten; beim "heiligen Geist" wird's schon schwieriger – auch für viele religiöse Nicht-Analphabeten. 
In archaischen Stammeskulturen, in denen die drei monotheistischen Religionen entstanden sind, konnte Göttliches nur in seiner männlichen Ausprägung gedacht werden. Welcher Stammesältester hätte sich denn einer GöttIN unterworfen? Seit rund 3000 Jahren wird also die höchste Autorität – egal ob man/frau daran glaubt oder nicht – männlich buchstabiert. Wer an dieser Vorstellung rüttelt – und sei es aus Versehen, dank unbeholfener Grammatik und überbordender Genderkorrektheit, dem droht der verbale Scheiterhaufen. Seit mindestens 3000 Jahren wird schließlich auch Autorität auf Erden – kommt es zum Schwur – mit einem männlichen Repräsentanten identifiziert, nicht selten völlig unabhängig von dessen tatsächlicher Integrität oder Persönlichkeit, die eben echte Autorität ausmachen. Der Blick in die Wirtschaftsseiten der letzten Woche offenbarte so manche Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Ihnen und Ihren Familien wünsche ich ein friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest, erholsame Feiertage und einen guten Start für ein gesundes und glückliches 2013.



Dienstag, 19. Juni 2012

Links für die 23. und 24. Kalenderwochen


Die interessantesten Links zuerst:

Widerstand gegen Betreuungsgeld formiert sich
SPD-Fraktion: Mehrheit der Vernunft gegen geplante Familienleistung
Berlin (dapd). Kurz vor dem Kabinettsbeschluss zum Betreuungsgeld formiert sich der Widerstand gegen die von der Regierung geplante Familienleistung

Herdprämie oder Wahlfreiheit
Von SIMONE SCHELK
Opposition, Wirtschaft und Sozialverbände schmähen es als Herdprämie, die schwarz-gelbe Regierung spricht von neuer Wahlfreiheit für junge Familien: Heute soll der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld im Kabinett verabschiedet werden – nach langem Gerangel auch in den Reihen von Union und FDP. Und man kann davon ausgehen, dass es bei der Abstimmung im Bundestag zugehen wird, wie – pardon – im Kindergarten.Selten war ein Thema in dieser Legislaturperiode so umstritten wie das Betreuungsgeld.

OECD-Studie
Negative Folgen für Integration durch Betreuungsgeld
Die Prämie hält laut einer neuen OECD-Studie besonders Frauen aus Zuwandererfamilien davon ab, einen Job zu suchen. Bleiben diese Mütter zu Hause, haben auch ihre Kinder später schlechtere Chancen.
Von Stefanie Bolzen
Das in Deutschland geplante Betreuungsgeld kann nicht nur die generelle Beschäftigungsquote von Frauen schwächen, sondern sich darüber hinaus negativ auf die Integration von Zuwanderern auswirken.

Betreuungsgeld bremst Integration bei Zuwanderern
Stefanie Bolzen  
Die geplante Prämie hält laut OECD-Studie besonders Frauen aus Zuwandererfamilien davon ab, einen Job zu suchen. Nachteile für KInder.
BRÜSSEL.

Umschulung für Schlecker-Frauen
Von der Kasse in die Kita
von Jahel Mielke
Die entlassenen Schlecker-Frauen sollen umschulen, sagt Bundesarbeitsministerin von der Leyen. In den verbliebenen Schlecker-Märkten beginnt der Ausverkauf.


Von der Hartz-IV-Bezieherin zur Erzieherin?
Arbeitsministerin von der Leyen greift eine Idee ihrer Nachfolgerin im Familienministerium auf und will angesichts der Personalknappheit in der Kinderbetreuung Hartz-IV-Bezieher umschulen
Von Thomas Pany

Erziehungspapst Largo: «Die Familie muss massiv aufgewertet werden»
Der Kinderarzt und Bestsellerautor Remo H. Largo wünscht sich mehr Frauenpower in der Politik und plädiert für Gratiskrippen: «Solange die Gesellschaft nicht bereit ist, umzudenken, bleibt es für Eltern schwierig, Familie und Beruf zu vereinbaren.»
von Karen Schärer

"Frauen im Top-Management": Bundesministerin Kristina Schröder diskutiert auf WELT-Konferenz in Berlin
Berlin (ots) - Wie lässt sich die Anzahl an Frauen im Top-Management deutscher Unternehmen schnell und nachhaltig erhöhen?

"Mit Köpfchen durch die Decke"
200 Experten berieten auf der "Welt"-Konferenz über Wege zu Frauenkarrieren Von Ileana Grabitz und Flora Wisdorff

Frauenförderung sollte Chefsache sein
Studie: Nur wenn Mentalitätswandel von Führungskräften forciert wird, ist er erfolgreich
Von Ileana Grabitz

KRISTINA SCHRÖDER
Was haben diese Frauen bloß gegen diese Frau?
VON Tina Hildebrandt | Elisabeth Niejahr
Lange war die Frauenbewegung tief gespalten. Nun hat Kristina Schröder Landfrauen und radikale Feministinnen gegen sich aufgebracht – und so vereint.

FidAR-Präsidentin: 'Koalition macht Politik gegen die Frauen' / 'Gesetzliche Mindestquote für Frauen in Führungsgremien bleibt auf unserer Agenda'


Politik:

Abgang einer unbequemen Großstadtpolitikerin
Nach 17 Jahren gibt Frankfurts Oberbürgermeisterin Roth ihr Amt ab. Mit ihrer liberalen Haltung zu Drogenpolitik, zum Moscheebau und zum Atomausstieg hat sie es ihrer Partei oft nicht leicht gemacht.
Von Hannelore Crolly


EU plant Gesetz zu Frauenquote in Aufsichtsräten - Zeitung
Quelle: Dow Jones Newswire Web
EU-Justizkommissarin Viviane Reding will einem Pressebericht zufolge börsennotierten Unternehmen eine Frauenquote in Aufsichtsräten gesetzlich vorschreiben. Mindestens 40 Prozent der Aufsichtsratsposten sollen 2020 mit Frauen besetzt sein, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Kreise, die mit den Vorgängen vertraut sind. Den entsprechenden Gesetzesvorschlag wolle Reding im Oktober vorlegen.

Bundesfamilienministerium startet größtes Unternehmensbündnis für Frauen
BESTE KARRIERECHANCEN FÜR FRAUEN IN ZEHN REGIONEN DEUTSCHLANDS
Morgen (Dienstag) geht Deutschlands größtes Unternehmensbündnis für mehr Frauen in Führungspositionen an den Start. 100 Unternehmen quer durch alle Branchen beteiligen sich an dem dreijährigen Modellprojekt. Die "Regionalen Bündnisse" investieren in die  Zukunft ihrer Region: Politik und Wirtschaft verpflichten sich in einer Gemeinsamen Erklärung, die Karriereentwicklung von Frauen zu fördern und Strukturen für mehr Chancengleichheit zu schaffen.

Betreuungsgeld
Bundeskanzlerin spricht mit CDU-Frauen
Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Mittag im Bundestag mit den Frauen der Unionsfraktion zusammengekommen, um über das umstrittene Betreuungsgeld zu sprechen. Auch in der CDU gibt es Vorbehalte gegen die ab 2013 geplante Zahlung an Eltern, die ihre kleinen Kinder zu Hause betreuen wollen.

Kaum weibliche Abgeordnete
Von unserem Volontär Marcel Braune
Torgau (TZ). Lautstark fordert Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen eine Frauenquote für Führungspositionen in der Wirtschaft. Denn nach wie vor herrscht hier gelinde gesagt ein Männerüberschuss. Ähnlich gestaltet sich das Bild in der Politik – im Großen wie im Kleinen. Ja, auch in der Region Torgau sind Frauen in den meisten Kommunalparlamenten „Mangelware“.

Hauptstadt:

Einladung zur Öffentlichen Anhörung zu "Frauen in Wissenschaft und Technik"
Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung
Berlin: (hib/ROL) Frauen sind sowohl in der Wissenschaft wie in der Technik nach wie vor benachteiligt. Frauen stellen heute die Hälfte der Studienanfänger, der Studenten und Absolventen an den Hochschulen. An den Schnittstellen zur Promotion und Habilitation scheiden jedoch überproportional viele Frauen aus dem System aus. Die Chancen eines männlichen Hochschulabsolventen, später Professor zu werden, sind fünf Mal so groß wie die einer Hochschulabsolventin.

Wirtschaft:

Starke Frauen sprechen über Wirtschaft und Mode
Kristina Tröger, Landesvorsitzende des Verbands deutscher Unternehmerinnen (VdU) Hamburg/Schleswig-Holstein, lud zum Gespräch. Nicht wie sonst ins Hotel "Vier Jahreszeiten", sondern in die Hanse Lounge. Doch das Motto der Einladung blieb: "Unternehmerinnen im Gespräch mit Persönlichkeiten aus der Wirtschaft".

Der Weg nach oben
Auf den Chefetagen deutscher Unternehmen bleiben Männer immer noch weitgehend unter sich. Wie kommen mehr Frauen nach oben? Ist eine Quote nötig? Darüber diskutieren an diesem Mittwoch im Berliner Axel-Springer-Haus hochkarätige Experten aus Politik und Wirtschaft auf der zweiten Konferenz der "Welt"-Gruppe zum Thema "Frauen im Top-Management". Auf Einladung von "Welt"-Gruppe, Deutscher Post DHL, Goldman Sachs und McKinsey beleuchten sie Strategien für Frauen, die an die Spitze wollen. Als Gastredner werden unter anderem Bundesfrauenministerin Kristina Schröder (CDU) und Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt erwartet. Aus der Wirtschaft sind unter anderen dabei: Dorothee Blessing, Partnerin bei Goldman Sachs, Margarete Haase, Vorstand der Deutz AG, und Adecco-Geschäftsführerin Petra Reinholz.

Manager halten Frauenförderung für ausreichend
Die Chefs der deutschen Firmen halten Frauenförderung zwar nicht mehr für "Gedöns". Allerdings meint das Gros der männlichen Führungskräfte, dass die Gleichbehandlung schon erreicht worden sei. Von Ileana Grabitz
Die vielen Appelle seitens Politik und Personalexperten haben durchaus schon Wirkung gezeigt: Selbst für die Chefs von Dax-Konzernen gehört es inzwischen zum guten Ton, wann immer sich die Gelegenheit ergibt auf die große Bedeutung von Geschlechtervielfalt im Unternehmensalltag hinzuweisen.

Studie
Immer mehr Frauen ziehen in Aufsichtsräte ein
Die Aufsichtsräte der deutschen Großkonzerne sind keine reinen Männerclubs mehr. Laut einer Umfrage ist der Anteil der Frauen in den Kontrollgremien seit Anfang 2011 um mehr als ein Drittel gestiegen.
Frankfurt am Main - Es tut sich was in den Aufsichtsräten der deutschen Aktiengesellschaften. Laut einer Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) hat sich der Frauenanteil in den Kontrollgremien deutlich erhöht.


Frauen auf dem Weg nach oben
Auf Einladung der "Welt"-Gruppe suchten gut 200 hochkarätige Experten aus Politik und Wirtschaft nach Wegen, um die Karrieren weiblicher Talente zu beflügeln
Von Ileana Grabitz und Flora Wisdorff
Sollte irgendjemand noch daran gezweifelt haben, dass Diskriminierung von Frauen im Unternehmensalltag oft schon beim Rollenverständnis anfängt, so belehrte Katrin Suder das Plenum gleich zu Beginn der Konferenz eines Besseren..

Frauenquote
Lauter verlorene Männer
Die Wirtschaft will weiblich werden. Wie wild befördern die Konzerne Frauen. Auf der Strecke bleibt eine Männergeneration, doch flüchten ist keine Option.
Von BETTINA WEIGUNY
So schnell dreht der Wind. Galten bislang die Kriterien „weiblich, ledig, jung“ als Nachteil bei der Karriereplanung, ist nun das Gegenteil der Fall: Bewerberinnen haben erstmals in der Geschichte einen Gender-Bonus bei der Jobsuche. Ist es doch peinlich, wenn es keine Frau an der Spitze zu präsentieren gibt.

Wie Männer nur noch zur Sättigungsbeilage werden
Reinhard Sprenger berät Firmen. Er sagt ihnen, was Führungskräfte gerne falsch machen, was hinter der Modekrankheit "Burn-Out" steckt und warum die Quote Männer zur Sättigungsbeilage macht.
Von Andrea Seibel

Fachkräfte gesucht
Es ist ein altes Lied: Die deutsche Wirtschaft braucht dringend Fachkräfte. Daher sollen Jugendliche und Frauen nun verstärkt ausgebildet werden. Mit einer Internetkampagne sollen zudem mehr Fachkräfte angeworben werden.
Mit einer verstärkten Ausbildung von Jugendlichen und mehr Berufsmöglichkeiten für Frauen will Deutschland dem Fachkräftemangel entgegentreten.

Karriere trotz Teilzeit – in diesen Firmen geht das
In Deutschland arbeitet nur ein Prozent der männlichen Führungskräfte in Teilzeit. Bei den Frauen sind es 15 Prozent. Die Politik hat die Vorteile des Konzepts erkannt und prüft Erleichterungen.
Von I. Grabitz und F. Wisdorff
Hinter der hellbraunen Tür in der vierten Etage der Firmenzentrale des Berliner Energieversorgers Gasag ist der Teufel los. Ein blond gelocktes Mädchen turnt über Tische und Bänke und bahnt sich seinen Weg durch ein Gewusel von Spielzeug und Plüschtieren. Mitten im Chaos sitzt ein Mann – und schreibt seelenruhig Mails auf seinem Laptop.

Gesellschaft:

"Die Firmenkultur muss sich ändern"
Wie schaffen mehr Frauen den Weg an die Spitze? Wie männlich sind die Mechanismen der Macht? Auf der "Welt"-Konferenz "Frauen im Topmanagement" suchten 200 Gäste Antworten
Von Ileana Grabitz

Biotechnologie-Expertin Frau Prof. Dr. Wiltrud Treffenfeldt mit dem „IBN-Award 2012“ ausgezeichnet
Autor: idw
Für ihr herausragendes berufliches und ehrenamtliches Engagement zur Stärkung der Industriellen Biotechnologie im Sinne einer nachhaltigen Bioökonomie wurde Frau Professor Dr. Wiltrud Treffenfeldt in Hamburg mit dem diesjährigen „IBN-Award“ ausgezeichnet. Die feierliche Ehrung war Höhepunkt des internationalen Symposiums "Biotechnology in the Food Industry – Opportunities and Challenges" am 14.6.2012 mit rund 80 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.


Gesundheit:

Erste promovierte Ärztin Deutschlands wird geehrt
HALLE (eb). Mit einer Feier am 13. Juni und einer Ausstellung wird die Universität Halle-Wittenberg an den 250. Todestag von Dorothea Christiana Erxleben erinnern.
Sie promovierte 1754 als erste deutsche Ärztin in Halle. Erxleben (1715-1762) erwarb von ihrem Vater, einem Quedlinburger Arzt, außergewöhnliche Kenntnisse, aber erst 1741 erlaubte Preußenkönig Friedrich II. ihr ein Studium.

Kliniken wollen Institut für Krebserkrankungen bei Frauen
Düsseldorf – Zur besseren Behandlung von Krebserkrankungen bei Frauen planen die Frauenkliniken der Universitätskrankenhäuser Essen, Köln und Bonn gleiche Qualitätsstandards. Gemeinsam mit dem Brustzentrum des Luisenkrankenhauses Düsseldorf und europäischen Partnern soll das Europäische Institut für Gynäkologische Onkologie gegründet werden, wie der Leiter der Frauenheilkunde der Uniklinik Köln, Peter Mallmann, am Freitag beim 9. Düsseldorfer Brustkrebskongress ankündigte.

Podiumsdiskussion zur Chancengleichheit für Frauen
„Jung, flexibel, qualifiziert, kinderlos und niemals krank – Habe ich nur dann eine Chance auf dem Berliner Arbeitsmarkt?“ Diese Frage steht im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion mit Hedwig François-Kettner, Pflegedirektorin der Charité – Universitätsmedizin Berlin.


Ausland:

Das Mühlviertel und sein weiblicher Aufholbedarf
MÜHLVIERTEL. Zu einem Gespräch über die Entwicklung des Mühlviertels, Frauen in der Politik und die erste Reihe trafen die OÖNachrichten die beiden VP-Bürgermeisterinnen Gertraud Deim und Kathrin Kühtreiber.

„Es geht um die ganze Gesellschaft“
Von FELIX GAEDTKE UND GAYATRI PARAMESWARAN
Die Menschenrechtlerin Teesta Setalvad wirft dem Staat vor, die Überlebenden der religiösen Unruhen in Gujarat im Stich zu lassen

Frauenfeindlichkeit
Jede Stunde ein Mitgiftmord
Christine Möllhoff
Stuttgart - Madhu lernte Sameep über eine Internetpartnerbörse kennen. Der 33-jährige Banker schien eine gute Partie. Man heiratete bald, doch die Ehe wurde zum Albtraum. Sameep begann, die 29-Jährige zu schlagen, um mehr Mitgift zu erpressen. Am Ende mit den Nerven, teilte Madhu ihren Eltern mit, dass sie ihn verlassen werde. Sie kam nicht mehr dazu. Am Tag danach fand man sie tot auf – mit Würgemalen am Hals. Jede Stunde wird in Indien eine Frau wegen Mitgiftstreitereien ermordet.

"Hillary Clinton ist brillant und denkt global"
Politikberaterin Anne-Marie Slaughter erklärt, warum Syrien nicht Libyen ist und Afghanistan ein schwerer Brocken
Seit ihren Studienzeiten beschäftigt sich die 53-jährige Politikwissenschaftlerin mit internationaler Politik und ist aus akademischen als auch politisch-pragmatischen Debatten nicht wegzudenken. Slaughter, die nach ihren zwei Jahren bei Hillary Clinton wieder in Princeton lehrt, schreibt regelmäßig in den großen amerikanischen Zeitungen und kommt auch gerne zu Debatten nach Europa. Wie ins bayrische Schloss Elmau, wo unser Politischer Korrespondent Richard Herzinger das Vergnügen hatte, sie zu interviewen.

Türkei: Abtreibungsrecht auf der Kippe
Bald soll es nur mehr bis vier Wochen nach Empfängnis möglich sein, eine Schwangerschaft abzubrechen.
Viele Frauen hier sind schockiert", sagt Diba Nigar Göksel, Chefredakteurin des Politik-Journals Turkish P­olicy Quarterly, wenn man sie auf das geplante Gesetz anspricht: Die konservativ-islamische Regierungspartei AKP von Recep Tayyip Erdogan will das Recht auf Abtreibungen beschränken.

MAROKKO
Eine Frau regiert in Marrakesch
Von HANNE WALTER
In Marokko wird erstmals eine große Stadt von einer Frau regiert. Es ist eine kleine Revolution für das konservative Königreich. Fatima Zahra Mansouri verbindet Moderne und Tradition - und das kommt bei den Menschen an.


Sonntag, 6. Februar 2011

Das war die 5. Kalenderwoche: indische Verhältnisse - Brüssel hilf!


Verteilung:
  • 55,7% Abiturientinnen
  • 51,0% abgeschlossenes Studium
  • 44,1% Promotion
  • 21,7% Führungsposition
  •  3,2% Vorstandsposten
  • 2,2% (in 30 DAX-Konzernen und den 100 größten Unternehmen)
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht Deutschland in Sachen Teilhabe von Frauen in den höchsten Positionen auf einer Stufe mit Indien und Russland. Sie wagte einen mutigen Vorstoß, als sie der Wirtschaft eine Quote von 30 Prozent androhte – meist im Dissens mit der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU). Nun hat die Kanzlerin (CDU) gesprochen und die gesetzliche Quote für Frauen ist erstmal vom Tisch. In enger Absprache mit Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP) ist Angela Merkel mit dem Koalitionspartner in diesem Thema schnell einig geworden. Unter anderem zeigt sich hier, wie wenig tatsächliche Macht Frauen haben. Soviel vom Lager der bürgerlichen Liberalen.
 Warum müssen Diskussionen in Deutschland sofort und stets ideologisch geführt werden? Im Klartext argumentieren doch die Gegner, wie z.B. die FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger im Interview mit dem Stern: entweder Quote oder Qualifikation. Warum denn nicht Qualifikation und Quote? Wer sagt denn, dass ein Unternehmen unter den inzwischen sehr zahlreichen, hoch qualifizierten Anwärterinnen die schlechtesten nehmen muss - nur wegen der Quote. Qualifizierte Frauen brauchen keine Quote. Stimmt! Die meisten qualifizierten Frauen sind trotzdem nicht auf den Posten, die sie einnehmen könnten. Das  Argument Qualifikation versus Quote ist sehr, sehr dünn. Der Personalvorstand der Deutschen Telekom Thomas Sattelberger bringt es auf den Punkt: "Das ist nichts anderes als die Antwort geschlossener Systeme auf Eindringlinge." (Spiegel 5/2011)  
Qualifizierte Männer werden künftig diskriminiert – schwingt häufig beim Contra als Unterton mit. Folglich werden die Toppositionen derzeitig nur von den Besten eingenommen. Männliche Exzellenz wohin man schaut? Weltwirtschaftskrise? Finanzkrise? BP - Bohrinsel? Deutsche Bahn?........
Die in diesen Tagen gern zitierte Studie des amerikanischen Frauenforschungsinstitut Catalyst  zeigt, dass Unternehmen, die über einen hohen Frauenanteil im Vorstand verfügen, eine "bis zu 53 Prozent höhere Eigenkapitalrendite erzielen" (Spiegel 5/2011).
Dass Leistungsfähigkeit allein nicht genügt, um in der Karriere voranzukommen, wissen Männer ganz genau. Deswegen gibt es sie ja, die Netzwerke, die Old-Boys-Verbindungen, das sog. Vitamin B. Auch ein junger BerufsanfängER wird auf dem Weg nach oben schnell spüren, dass er ohne Beziehungen nicht auskommt. Im Gegensatz zur BerufsanfängerIN hat er nur deutlich mehr Chancen in einen solchen "Bund" aufgenommen zu werden und dann an die richtig interessanten Stellen zu gelangen, während frau ab einer bestimmten Stufe einfach nicht mehr weiterkommt.
Kurz: Frauen verfügen (noch) nicht über solche Netzwerke, die beim Erklimmen der Karriereleiter erforderlich sind. Da braucht es entweder Unternehmen und TopmanagER, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und sich tatsächlich aus eigenem Antrieb eine Quote auferlegen. Die Telekom gehört dazu, Eon, ja sogar Bosch und auch Daimler hat ja gerade die erste Frau in den Vorstand berufen und einige mehr. Immerhin! Oder es braucht eben  doch die Quote, die – wie die Erfahrung im Ausland zeigt – ziemlich rasch zu Ergebnissen führt.
Unter Frauen zeigt sich der Streit um die Quote auch als Generationenkonflikt. Jüngere Frauen vertrauen (noch) – unter dem z.T. fördernden Einfluss von Familie, Schule und Uni – auf ihre eigenen Fähigkeiten. Sie empfinden eine Quote als beleidigend. Recht haben sie! Eine Quote haben sie eigentlich nicht nötig. Eigentlich! Ältere Frauen, die in jüngeren Jahren ebenso statt nach dem Geschlecht nach ihrer persönlichen Leistung bewertet werden wollten, zeigen sich mit den Jahren ernüchtert und befürworten zähneknirschend eine solche "Krücke" (Bascha Mirka). Die jüngeren Frauen spielen den Old-Boys ungewollt in die Hände.
Denn eigentlich ist die Quote ja nicht für Frauen, sondern für Männer, die wie Josef Ackermann, eine solche ablehnen. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank freut sich jedoch schon, dass in Zukunft mehr Führungsfrauen die Gremien "farbiger und schöner" machen (Handelsblatt 04./05.02.11). Führungsfrauen als Nummerngirls?
Als weiteres Argument dient häufig, das schlichte Fehlen ausreichend qualifizierter Frauen.
Der weibliche Anteil der BWL-Studierenden ist auf erfreuliche rund 50% angestiegen. Natur- und Ingenieurswissenschaften folgen in der Beliebtheit unter weiblichen Studenten und dürften vielleicht auch irgendwann die 50%-Marke erreichen, wenn nach dem Studium auch AbsolventINnen auf adäquate Chancen hoffen dürften. Während meines Grundstudiums in Chemie und Biochemie wurde meinen Kommilitoninnen und mir die Perspektive eröffnet, ohnehin nur bessere chemisch-technische Assistentinnen abzugeben. Dafür studierten wir also. Es braucht eine Menge Humor, Durchhaltevermögen und – ja und: Netzwerke. Laborleiterin? Führungsposition im Vorstand eines Chemieunternehmens? Kein Gedanke!
Die Quote könnte vielleicht auch hier einen Mitnahmeeffekt erzeugen? Da wären sie dann – die leistungsstarken Frauen, um fehlende Fachkräfte zu stellen, nicht nur in der Chefetage.
Der von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) - eher paternalistische – "Pakt für Frauen" basiert wiederum auf freiwilliger Vereinbarung, der – wenn es nicht klappt – gesetzliche Konsequenzen folgen sollen. Wieder reden Männer über Frauen und ihre zukünftige Rolle in der Welt. Ein Klassiker! Die Bundesregierung will nämlich zuerst mit den Vorständen der großen Unternehmen in einem Gipfel über das Thema beraten. Wie viele Frauen da wohl dabei sein und mitreden werden?
Bleibt alles wie es ist, nämlich bei der freiwilligen Selbstvereinbarung, ohne wirklich spürbare Konsequenzen, dann dürfen wir mit einem durchschnittlichen Zuwachs von ca. 1% in 10 Jahren bei der weiblichen Besetzung der höchsten Posten rechnen. Ein Frauenanteil von 40 % und einige damit einhergehende Veränderung dürfte ich dann nicht mehr erleben und meine Vizetochter könnte schließlich im Alter von 62 endlich jubeln.
Die Beharrungskräfte in diesem Land sind groß. Brüssel hilf!!

Aber es geht aber auch anders:
Männer verzweifelt gesucht. http://www.welt.de/politik/deutschland/article12461429/Fuer-diese-Jobs-werden-Maenner-verzweifelt-gesucht.html

Weiteres zum Thema:
"Was die Quote angeht, bin ich hin- und hergerissen", sagt Ulrike Zeidler, die seit 2008 im Rathaus die Verdener Stadtplanung verantwortet.
 http://www.weser-kurier.de/Artikel/Region/Landkreis+Verden/316988/Verdener+Chefinnen+kommentieren+Frauenquote.html

Die Angst vor der Frauenquote
http://www.welt.de/debatte/article12458448/Die-Angst-vor-der-Frauenquote-sorgt-fuer-Bewegung.html

Renate Künast bekennt sich...
http://www.bild.de/BILD/politik/2011/02/06/renate-kuenast-interview/ich-bin-eine-quotenfrau.html 

FIlm:
Hüllen, Dokumentarfilm von Maria Müller (CH 2010) erscheint im Kino
Lobende Erwähnung
Filmfestival Max Ophüls Preis 2011, Saarbrücken
Wettbewerb Dokumentarfilm
Begründung der Jury
Der Film erzählt die Geschichte von Emel Zeynelabidin, die als Ehefrau, Mutter von 6 Kindern, Kämpferin für den ersten islamischen Kindergarten in Deutschland nach über 30 Jahren entscheidet, ihren Schleier abzuwerfen. Sensibel liebevoll und vielschichtig erzählt der Film, was dies für Emel, ihren Ehemann, ihre Mutter und ihre Tochter bedeutet....

http://www.huellenfilm.ch/

Sonntag, 30. Januar 2011

Das war die 04. Kalenderwoche: feige Frauen? – Quote – Lohn – Partei -"Gedöns"?

"Frauen beschimpfen Frauen" titelt die Sonntagsausgabe der FAZ im Wirtschaftsteil und bezieht sich auf Bascha Mikas Buch "Die Feigheit der Frauen". Etwas reißerisch vielleicht, aber mit einem interessanten Überblick zu der immer wieder geführten Diskussion, inwieweit sich Frauen dem Konflikt stellen sollen, um in Sachen gleichberechtigter Teilhabe an Gesellschaft und Business endlich mal voranzukommen. Oder "vermännlicht" genau diese Strategie, und werden dann die konfliktfreudigen Frauen von echten Männern doch nur als Zicken wahrgenommen?
Ein wichtiger Streit, eine unumgängliche Auseinandersetzung, um die ureigene weibliche Position zu klären in einer seit vielen, vielen, vielen Generationen etablierten und verinnerlichten männlichen Gesellschaftsform; nicht notwendig ein Zickenkrieg wie die Überschrift des sehr lesenswerten Artikels von Melanie Amann suggeriert. Man beobachte doch nur mal Debatten, die überwiegend unter Männern ausgetragen werden; da geht's auch zur Sache. Hier aber sofort und stets Hahnenkämpfe als Basis anzunehmen, würde denn doch zu kurz greifen.
So scheint der Titel Marion Knuths zu bestätigen, die im Interview - ebenfalls in der FAS - beschreibt, dass gleiche Verhaltensweisen bei Männern und bei Frauen vollkommen unterschiedlich wahrgenommen werden. Verhält sich ein Mann aggressiv, gilt er im Unternehmen als dynamisch und durchsetzungsfähig. Haut eine Frau mit der Faust auf den Tisch, gilt sie als hysterisch und das seit vielen, vielen, vielen Generationen.
Soziologie und neueste Hirnforschung könnten behilflich sein, herauszufinden, wie tief diese Wahrnehmung verinnerlicht ist - bei allen: Männern und Frauen. Was ist genuin weiblich, was anerzogen, tradiert und was hängt vom individuellen Temperament ab? Nicht selten tappen die Diskutanten und DiskutantINnen in die Falle des Frauen-sind-selber-schuld-Syndrom oder anders ausgedrückt: Frauen-sollten-eigentlich.... Ja was? Frauen sind Menschen weiblichen Geschlechts: extrovertiert, introvertiert, aggressiv, friedliebend, dynamisch, lethargisch....
In ihrer Kommunikationsform scheinen sie aber ziemlich ähnlich zu sein. Die sicher hilfreichen Tipps und ein sicher sehr nützliches Coaching für eine zielführende Kommunikation in der Business-Männerwelt könnten daher auf einige abschreckend wirken; denn hier ist Kalkül gefordert. Zum Beispiel: einfach weiterreden, ungeachtet der Unterbrechung. Ideen im Meeting solange zurückhalten, bis frau der Aufmerksamkeit des Chefs sicher sein kann und die einleitenden Revierrangeleien abgeschlossen sind – sonst macht sich womöglich der KollegE den guten Gedanken zueigen und punktet beim Vorgesetzten. Manche wird das als Rückschritt im zwischenmenschlichen Miteinander empfinden und als erzwungene Anpassung wiederum an die Männerwelt. Bis die Quote greift, könnte dieses Kommunikationsverhalten aber auch als vorübergehende Strategie dienen, vorausgesetzt, frau kann sie wieder ablegen.....
Jetzt aber mal ganz ohne Quote: wie sieht es eigentlich bei Deutschlands "berühmtesten Schwangeren" aus? Mutter und Ministerin oder Ministerin und Mutter? Entweder-oder oder sowohl-als-auch – gar nicht so einfach. http://www.welt.de/print/wams/politik/article12303912/Und-die-Kanzlerin-sagte-Das-geht.html
Die Frauenquote ist offenbar mehr als "Gedöns"; denn die SPD versucht das Thema von den konservativen KonkurrentINen wieder zurückzuerobern. Sigmar Gabriel setzt auf "gleichen Lohn für gleiche Arbeit" und sieht sich eher der KassiererIN verpflichtet als den Arbeitnehmerinnen in Führungspositionen. Vielleicht sollte auch hier mal die Sowohl-als-auch-Variante versucht werden – nur so als Übung; denn das (pardon) eher männlich orientierte Entweder-oder-Parteien-Geschachere – nämlich um der Abgrenzung und Stimmen willen ein Haar in der Suppe des Anderen zu finden – langweilt nicht nur WählerINen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,742509,00.html

Sonntag, 23. Januar 2011

Das waren die 2. und 3. Kalenderwochen: PionierINen – Kristina Schröder - Christine Hohmann-Dennhardt - Emel Zeynelabidin – Maria Müller – Pionier: J.W. v. Goethe

Herzlichen Glückwunsch: Bundesfamilienministerin Kristina Schröder ist schwanger. "Herzlichen Glückwunsch" aber auch an die Republik, die mitten im Quotenstreit auf ein Baby warten darf, das Fakten im Ministerium schaffen wird. Eine praktische Umsetzung von besserer Kinderbetreuung (auch im Krankheitsfall), familienfreundlichem und arbeitgeberkonformem Zeitmanagement scheint in greifbare Nähe zu rücken. Ach und vieles mehr wohlmöglich.....
Überflüssig scheint aber z.T. der Versuch, auf politischer, aber auch auf medialer Seite "zwei Lager" schaffen zu wollen. Die Mütter-Mütter-Frauen, die sich nämlich ganz und gar der Familie und der Erziehung der Kinder widmen wollen und die Mütter-Berufs-Frauen, die ihrem Beruf nachgehen wollen, aber auch Familie möchten und auch nur 24 Stunden pro Tag zur Verfügung haben. Im Grunde wünschen letztere genau das, was die meisten Männer-Väter wie selbstverständlich beanspruchen – nämlich ein Familienbackoffice. "Das hat sich bei uns so ergeben" ist ein Satz, den ich von GeschäftspartnERn nicht selten höre. Die Gattin ist für Familie und Soziales zuständig und der Gatte für Beruf und Geld.
Entscheidet sich frau bewusst für die "klassische" Variante, bleibt die wahre Würdigung ihres Einsatzes in Familie und Ehrenamt häufig aus; denn was "wirklich" zählt sind Position und Verdienst. Das bekommt frau schnell zu spüren, wenn das "Familienteam" auseinander fällt. Eine in ökonomischen Größen messbare Anerkennung könnte z.B. darin bestehen, den gesamten Arbeitsaufwand für die lieben Kleinen, die pflegebedürftigen Verwandten und die gesellschaftlich wichtigen Ehrenämter in Stundenlohn und damit in Euro und Cent umzurechnen, zzgl. Renten- und Krankenversicherung – entsprechend der dann errechneten Gehaltsstufe. Vielleicht so: Zwei bis drei schulpflichtige Kinder, ein Elternteil, das immerhin Aufsicht benötigt, wenn nicht Pflege, ein Ehrenamt in der Kirche. Durchschnittliche aktive Arbeitszeit- und Präsenzpflicht: ca. 8-12 Stunden/7 Tage in der Woche...... Tätigkeitsprofil: Organisation, Coach, Pflegerin, Chauffeurdienste, Kommunikation....
Dieses "Gehalt" wäre dann direkt an die Frauen auszuzahlen und nicht über das Familiensplitting zu regeln. So könnte ich mir eine wirklich freie Entscheidung vorstellen und eine entsprechende gesellschaftliche Wertschätzung. Spätestens bei der Rente zeigt sich dann, was dieser Schatz wert ist.
Frankreich hat sich immerhin durchgerungen und die 40%-Quote eingeführt, streng nach dem Vorbild Norwegens. Denn auch im Nachbarland gibt es zu wenig Bewegung seitens der WirtschaftsführER gibt, qualifizierte Frauen in Führung zu bringen.
Ja, warum klappt das eigentlich so ungenügend mit den qualifizierten Frauen ganz vorn? Qualifikation allein reicht eben nicht – meistens wenigstens nicht - auch wenn Rainer Brüderle die These vertritt: "Frauen brauchen keine Quote – weil sie gut sind". Nur wenige Frauen dürften diese erfreuliche Erfahrung gemacht haben. Im Umkehrschluss würde die Aussage bedeuten, dass es eben nicht genügend "gute" Frauen gibt, aber dem steht ja die Auskunft vieler Statistiken entgegen.
Da ist sie wieder, die Glasdecke. Kaum sichtbar, aber deutlich zu spüren. Könnte es sein, dass der Begriff der "Qualifikation" einer näheren Betrachtung bedarf. Könnte es sein, dass die Einschätzung von "Qualität" und "Leistungsfähigkeit" eher nach männlichen Kriterien ausgerichtet ist, dass bestimmte Verhaltensmerkmale, Kommunikationsweisen und Statussymbole in der Außenwirkung den entscheidenden Ausschlag geben? Eine verfehlte Kommunikation wie bei Hund und Katze?
Hat frau dagegen einen wohlwollenden MentoR, dann hat sie es häufig leichter, ihr Können zu zeigen – in einer Männergesellschaft, wie z.B. der Türkei. Güler Sabanci steht auf der Liste der mächtigsten Frauen sehr weit oben. Der Unternehmerin gehört die größte Privatbank in der Türkei, sie verkauft Reifen, Wein und vieles mehr. Nach dem Tod ihres Vaters bereitete ihr Onkel den Weg, so dass sie heute für viele junge Türkinnen Vorbildfunktion hat.
Hierzulande muss es ohne Mentor gehen - häufig. Männliche Verhaltensweisen unreflektiert zu übernehmen ist wenig empfehlenswert. Die "Verkleidung" wird rasch enttarnt – und frau selbst wird auch nicht froh. Richterin Christine Hohmann-Dennhardt könnte dagegen ein nachahmenswertes Beispiel sein. Sehr modebewusst ist sie trotzdem links und Feministin. Nun wird die ehemalige Justizministerin Hessens mit dem sicheren Gespür für einen gut inszenierten Auftritt die erste Frau im Daimler-Vorstand sein – für das neue Ressort „Compliance und Integrität“
Herzlichen Glückwunsch!

Buchempfehlung:
Polarfrauen, Kari Herbert, Piper-Verlag 2010 oder www.malik.de
Die Autorin, selbst Tochter eines Polarforscherpaares, nähert sich den durchaus selbstbewussten Frauen, die hinter den ehrgeizigen Entdeckern von Nord- und Südpol standen. Geschichten vom "Backoffice".

Film:
Hüllen, Dokumentarfilm von Maria Müller (CH 2010) (Filmfestival Max Ophüls)
"Ich spüre den Wind" sagte mir Emel Zeynelabidin als sie nach einem langen Prozess ohne das Kopftuch auf die Straße geht. Im Kopftuchstreit, in dem sie aktiv – auch auf vielen Podien – dabei ist, erfolgt die Auseinandersetzung mit den Quellen im Koran. Das führt nicht nur zum Ablegen des (vermeintlichen) Stück Stoffs, sondern zu einem vollkommen neuen Lebensentwurf. Einfühlsam, intim aber nie indiskret schildert der Film diese Entwicklung und ihre Folgen für die Protagonistin und ihre Familie. Ein ganz wichtiger Film zum Thema Integration.
Mehr auf www.facebook.com unter Hüllen.

Debatte:
Goethe macht's möglich: Frauen diskutieren über Koranstellen.....
Necla Kelek: "Herr, mache ihnen Raum in ihrer engen Brust2

Khola Maryam Hübsch hält dagegen: "Auf mancherlei Weise angenehm"