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Mittwoch, 4. Juli 2012

Das waren die 25. und 26. Kalenderwochen: Frauenpräsenz in Wirtschaftsmagazinen?


„Frauen sind nicht eine von vielen Minderheiten, die man managen muss, sie stellen in Deutschland sowohl eine Mehrheit gut ausgebildeter Talente als auch eine Konsummehrheit. 'Geschlechter – Diversity' ist ein Widerspruch in sich. Es gibt nur zwei Geschlechter. Entweder Ihr Unternehmen hat ein ausgewogenes Verhältnis der beiden oder nicht. Das muss nicht unbedingt 50:50 bedeuten. (...) Aber es ist in jedem Fall näher an 50:50 als an 90:10. Behandeln Sie Frauen entsprechend.“ fordert Avivah Wittenberg-Cox in ihrer Kolumne in der Juniausgabe des manager magazins.
ManagerInnen und UnternehmerInnen kommen aber selbst dort kaum vor - auch wenn die aktuelle Ausgabe (07/2012) das schöne Konterfei Maria Furtwänglers zeigt und mit ihr als Gattin Hubert Burdas, Chef des gleichnamigen Verlags, für die Titelgeschichte „Die Macht der Medienfrauen“ wirbt. Neben dem genannten Artikel und einem lesenswerten Interview mit der Schauspielerin konzentrieren sich die restlichen 31 Beiträge auf das Wirken von Männern in der Wirtschaftswelt.
Bereits die redaktionelle Entscheidung, Maria Furtwängler insgesamt drei Mal abzubilden – die Bluse immer weiter geöffnet - bestätigt das Klischee, dass nur attraktive Frauen der weiteren Wahrnehmung wert sind. Die Tatortkommissarin und engagierte Verlegergattin gibt auf der Titelseite zunächst nur wenig Dekolletée preis; im Inhaltsverzeichnis dagegen, umrahmt von Herren in deutlicher Pose des eigenen Machtbewusstseins, sind wir schon einen Knopf weiter und schließlich, kombiniert mit dem Interview, ist nun endlich die BH- Grenze zu sehen. Die echten Verlegerinnen sehen anders aus. Vielleicht ließe sich das nächste Mal – umgekehrt – Josef Ackermann auf der Titelseite durch George Cloony ersetzen....? 
Aber wer will denn so kleinlich sein?

Beim oberflächlichen Durchblättern von Wirtschaftswoche, Capital oder manager magazin zeigt sich, dass das Verhältnis 50:50 noch keineswegs erreicht ist. Visuell kommen Frauen auf Abbildungen in Artikeln der aktuellen Ausgabe insgesamt 14 mal vor (davon 3 Fotos von Maria Furtwängler) Männer sind hingegen in abgelichteter Form 58 mal vertreten, was einem Verhältnis 80:20 deutlich näher kommt. In der Ausgabe vom Juni reduziert sich die Anzahl abgebildeter Managerinnen und/oder Unternehmerinnen auf ganze 3 (96:4). Von insgesamt 33 Beiträgen stammen in der Juniausgabe immerhin 8 von JournalistInnen. Ganze zwei Artikel nehmen jeweils eine Managerin und eine Unternehmerin in den Fokus.

Aber auch die Werbung zeigt wo, die eigentliche Leserschaft der Magazine verortet wird. Neben Armbanduhren und Autos – durchgängig männlich beworben - findet sich z.B. in der Wirtschaftswoche kein Produkt, das Frauen zur Zielgruppe hat. Im manager magazin: ein Ring (06/12) und ein Armband (07/12). Beides wohl eher als Mitbringsel für die Partnerin gedacht. Akteurinnen in den Führungsetagen dürften sich kaum angesprochen fühlen. Für sie käme vielleicht eher eine elegante Laptoptasche infrage oder das leichte Business Gepäck…
Singapore Airlines macht Hoffnung und bewirbt ihre Business Class mit einem Model in Businessoutfit und Laptop, die von einer freundlichen Stewardess betreut wird. Die BMW-Group stellt in ihrer personalisierten Kampagne auch Frauen vor, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht.

UnternehmerInnen scheinen für die Berufung in die „Hall of Fame" (mm 07/12) eher nicht in Betracht zu kommen. Die Bildergalerie sämtlicher Mitglieder offenbart, dass seit 1992 nur 2 Frauen unter 53 Männern zu finden sind. Ließe sich unter den sehr erfolgreich wirtschaftenden Verlegerinnen möglicherweise nicht die ein oder andere Kandidatin finden? Ähnlich wie der jüngst berufene Michael Otto das Werk seines Vaters, so hat auch eine Yvonne Bauer als Nachfahrin des Firmengründers das Erbe verantwortungsvoll fortgeführt, ebenso wie Elfriede Springer das ihres Mannes, oder Petra Grotkamp das ihres Vaters – Kindererziehung inklusive.

Gerade Wirtschaftsmagazine könnten ohne große Mühe die Präsenz weiblicher Führungskräfte in der Wahrnehmung ganz selbstverständlich erhöhen - visuell und berichtend. Eine Frauenquote  von 30 Prozent oder gar ein Verhältnis von 50:50 wären ein aktiver Beitrag zum Bewusstseinswandel. Bei Männern und bei Frauen, die für Vorbilder und Identifikationsmöglichkeiten dankbar wären. Und, ganz nebenbei ließe sich auch die Zielgruppe und der Kundenkreis deutlich erweitern.

Dienstag, 19. Juni 2012

Links für die 23. und 24. Kalenderwochen


Die interessantesten Links zuerst:

Widerstand gegen Betreuungsgeld formiert sich
SPD-Fraktion: Mehrheit der Vernunft gegen geplante Familienleistung
Berlin (dapd). Kurz vor dem Kabinettsbeschluss zum Betreuungsgeld formiert sich der Widerstand gegen die von der Regierung geplante Familienleistung

Herdprämie oder Wahlfreiheit
Von SIMONE SCHELK
Opposition, Wirtschaft und Sozialverbände schmähen es als Herdprämie, die schwarz-gelbe Regierung spricht von neuer Wahlfreiheit für junge Familien: Heute soll der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld im Kabinett verabschiedet werden – nach langem Gerangel auch in den Reihen von Union und FDP. Und man kann davon ausgehen, dass es bei der Abstimmung im Bundestag zugehen wird, wie – pardon – im Kindergarten.Selten war ein Thema in dieser Legislaturperiode so umstritten wie das Betreuungsgeld.

OECD-Studie
Negative Folgen für Integration durch Betreuungsgeld
Die Prämie hält laut einer neuen OECD-Studie besonders Frauen aus Zuwandererfamilien davon ab, einen Job zu suchen. Bleiben diese Mütter zu Hause, haben auch ihre Kinder später schlechtere Chancen.
Von Stefanie Bolzen
Das in Deutschland geplante Betreuungsgeld kann nicht nur die generelle Beschäftigungsquote von Frauen schwächen, sondern sich darüber hinaus negativ auf die Integration von Zuwanderern auswirken.

Betreuungsgeld bremst Integration bei Zuwanderern
Stefanie Bolzen  
Die geplante Prämie hält laut OECD-Studie besonders Frauen aus Zuwandererfamilien davon ab, einen Job zu suchen. Nachteile für KInder.
BRÜSSEL.

Umschulung für Schlecker-Frauen
Von der Kasse in die Kita
von Jahel Mielke
Die entlassenen Schlecker-Frauen sollen umschulen, sagt Bundesarbeitsministerin von der Leyen. In den verbliebenen Schlecker-Märkten beginnt der Ausverkauf.


Von der Hartz-IV-Bezieherin zur Erzieherin?
Arbeitsministerin von der Leyen greift eine Idee ihrer Nachfolgerin im Familienministerium auf und will angesichts der Personalknappheit in der Kinderbetreuung Hartz-IV-Bezieher umschulen
Von Thomas Pany

Erziehungspapst Largo: «Die Familie muss massiv aufgewertet werden»
Der Kinderarzt und Bestsellerautor Remo H. Largo wünscht sich mehr Frauenpower in der Politik und plädiert für Gratiskrippen: «Solange die Gesellschaft nicht bereit ist, umzudenken, bleibt es für Eltern schwierig, Familie und Beruf zu vereinbaren.»
von Karen Schärer

"Frauen im Top-Management": Bundesministerin Kristina Schröder diskutiert auf WELT-Konferenz in Berlin
Berlin (ots) - Wie lässt sich die Anzahl an Frauen im Top-Management deutscher Unternehmen schnell und nachhaltig erhöhen?

"Mit Köpfchen durch die Decke"
200 Experten berieten auf der "Welt"-Konferenz über Wege zu Frauenkarrieren Von Ileana Grabitz und Flora Wisdorff

Frauenförderung sollte Chefsache sein
Studie: Nur wenn Mentalitätswandel von Führungskräften forciert wird, ist er erfolgreich
Von Ileana Grabitz

KRISTINA SCHRÖDER
Was haben diese Frauen bloß gegen diese Frau?
VON Tina Hildebrandt | Elisabeth Niejahr
Lange war die Frauenbewegung tief gespalten. Nun hat Kristina Schröder Landfrauen und radikale Feministinnen gegen sich aufgebracht – und so vereint.

FidAR-Präsidentin: 'Koalition macht Politik gegen die Frauen' / 'Gesetzliche Mindestquote für Frauen in Führungsgremien bleibt auf unserer Agenda'


Politik:

Abgang einer unbequemen Großstadtpolitikerin
Nach 17 Jahren gibt Frankfurts Oberbürgermeisterin Roth ihr Amt ab. Mit ihrer liberalen Haltung zu Drogenpolitik, zum Moscheebau und zum Atomausstieg hat sie es ihrer Partei oft nicht leicht gemacht.
Von Hannelore Crolly


EU plant Gesetz zu Frauenquote in Aufsichtsräten - Zeitung
Quelle: Dow Jones Newswire Web
EU-Justizkommissarin Viviane Reding will einem Pressebericht zufolge börsennotierten Unternehmen eine Frauenquote in Aufsichtsräten gesetzlich vorschreiben. Mindestens 40 Prozent der Aufsichtsratsposten sollen 2020 mit Frauen besetzt sein, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Kreise, die mit den Vorgängen vertraut sind. Den entsprechenden Gesetzesvorschlag wolle Reding im Oktober vorlegen.

Bundesfamilienministerium startet größtes Unternehmensbündnis für Frauen
BESTE KARRIERECHANCEN FÜR FRAUEN IN ZEHN REGIONEN DEUTSCHLANDS
Morgen (Dienstag) geht Deutschlands größtes Unternehmensbündnis für mehr Frauen in Führungspositionen an den Start. 100 Unternehmen quer durch alle Branchen beteiligen sich an dem dreijährigen Modellprojekt. Die "Regionalen Bündnisse" investieren in die  Zukunft ihrer Region: Politik und Wirtschaft verpflichten sich in einer Gemeinsamen Erklärung, die Karriereentwicklung von Frauen zu fördern und Strukturen für mehr Chancengleichheit zu schaffen.

Betreuungsgeld
Bundeskanzlerin spricht mit CDU-Frauen
Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Mittag im Bundestag mit den Frauen der Unionsfraktion zusammengekommen, um über das umstrittene Betreuungsgeld zu sprechen. Auch in der CDU gibt es Vorbehalte gegen die ab 2013 geplante Zahlung an Eltern, die ihre kleinen Kinder zu Hause betreuen wollen.

Kaum weibliche Abgeordnete
Von unserem Volontär Marcel Braune
Torgau (TZ). Lautstark fordert Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen eine Frauenquote für Führungspositionen in der Wirtschaft. Denn nach wie vor herrscht hier gelinde gesagt ein Männerüberschuss. Ähnlich gestaltet sich das Bild in der Politik – im Großen wie im Kleinen. Ja, auch in der Region Torgau sind Frauen in den meisten Kommunalparlamenten „Mangelware“.

Hauptstadt:

Einladung zur Öffentlichen Anhörung zu "Frauen in Wissenschaft und Technik"
Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung
Berlin: (hib/ROL) Frauen sind sowohl in der Wissenschaft wie in der Technik nach wie vor benachteiligt. Frauen stellen heute die Hälfte der Studienanfänger, der Studenten und Absolventen an den Hochschulen. An den Schnittstellen zur Promotion und Habilitation scheiden jedoch überproportional viele Frauen aus dem System aus. Die Chancen eines männlichen Hochschulabsolventen, später Professor zu werden, sind fünf Mal so groß wie die einer Hochschulabsolventin.

Wirtschaft:

Starke Frauen sprechen über Wirtschaft und Mode
Kristina Tröger, Landesvorsitzende des Verbands deutscher Unternehmerinnen (VdU) Hamburg/Schleswig-Holstein, lud zum Gespräch. Nicht wie sonst ins Hotel "Vier Jahreszeiten", sondern in die Hanse Lounge. Doch das Motto der Einladung blieb: "Unternehmerinnen im Gespräch mit Persönlichkeiten aus der Wirtschaft".

Der Weg nach oben
Auf den Chefetagen deutscher Unternehmen bleiben Männer immer noch weitgehend unter sich. Wie kommen mehr Frauen nach oben? Ist eine Quote nötig? Darüber diskutieren an diesem Mittwoch im Berliner Axel-Springer-Haus hochkarätige Experten aus Politik und Wirtschaft auf der zweiten Konferenz der "Welt"-Gruppe zum Thema "Frauen im Top-Management". Auf Einladung von "Welt"-Gruppe, Deutscher Post DHL, Goldman Sachs und McKinsey beleuchten sie Strategien für Frauen, die an die Spitze wollen. Als Gastredner werden unter anderem Bundesfrauenministerin Kristina Schröder (CDU) und Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt erwartet. Aus der Wirtschaft sind unter anderen dabei: Dorothee Blessing, Partnerin bei Goldman Sachs, Margarete Haase, Vorstand der Deutz AG, und Adecco-Geschäftsführerin Petra Reinholz.

Manager halten Frauenförderung für ausreichend
Die Chefs der deutschen Firmen halten Frauenförderung zwar nicht mehr für "Gedöns". Allerdings meint das Gros der männlichen Führungskräfte, dass die Gleichbehandlung schon erreicht worden sei. Von Ileana Grabitz
Die vielen Appelle seitens Politik und Personalexperten haben durchaus schon Wirkung gezeigt: Selbst für die Chefs von Dax-Konzernen gehört es inzwischen zum guten Ton, wann immer sich die Gelegenheit ergibt auf die große Bedeutung von Geschlechtervielfalt im Unternehmensalltag hinzuweisen.

Studie
Immer mehr Frauen ziehen in Aufsichtsräte ein
Die Aufsichtsräte der deutschen Großkonzerne sind keine reinen Männerclubs mehr. Laut einer Umfrage ist der Anteil der Frauen in den Kontrollgremien seit Anfang 2011 um mehr als ein Drittel gestiegen.
Frankfurt am Main - Es tut sich was in den Aufsichtsräten der deutschen Aktiengesellschaften. Laut einer Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) hat sich der Frauenanteil in den Kontrollgremien deutlich erhöht.


Frauen auf dem Weg nach oben
Auf Einladung der "Welt"-Gruppe suchten gut 200 hochkarätige Experten aus Politik und Wirtschaft nach Wegen, um die Karrieren weiblicher Talente zu beflügeln
Von Ileana Grabitz und Flora Wisdorff
Sollte irgendjemand noch daran gezweifelt haben, dass Diskriminierung von Frauen im Unternehmensalltag oft schon beim Rollenverständnis anfängt, so belehrte Katrin Suder das Plenum gleich zu Beginn der Konferenz eines Besseren..

Frauenquote
Lauter verlorene Männer
Die Wirtschaft will weiblich werden. Wie wild befördern die Konzerne Frauen. Auf der Strecke bleibt eine Männergeneration, doch flüchten ist keine Option.
Von BETTINA WEIGUNY
So schnell dreht der Wind. Galten bislang die Kriterien „weiblich, ledig, jung“ als Nachteil bei der Karriereplanung, ist nun das Gegenteil der Fall: Bewerberinnen haben erstmals in der Geschichte einen Gender-Bonus bei der Jobsuche. Ist es doch peinlich, wenn es keine Frau an der Spitze zu präsentieren gibt.

Wie Männer nur noch zur Sättigungsbeilage werden
Reinhard Sprenger berät Firmen. Er sagt ihnen, was Führungskräfte gerne falsch machen, was hinter der Modekrankheit "Burn-Out" steckt und warum die Quote Männer zur Sättigungsbeilage macht.
Von Andrea Seibel

Fachkräfte gesucht
Es ist ein altes Lied: Die deutsche Wirtschaft braucht dringend Fachkräfte. Daher sollen Jugendliche und Frauen nun verstärkt ausgebildet werden. Mit einer Internetkampagne sollen zudem mehr Fachkräfte angeworben werden.
Mit einer verstärkten Ausbildung von Jugendlichen und mehr Berufsmöglichkeiten für Frauen will Deutschland dem Fachkräftemangel entgegentreten.

Karriere trotz Teilzeit – in diesen Firmen geht das
In Deutschland arbeitet nur ein Prozent der männlichen Führungskräfte in Teilzeit. Bei den Frauen sind es 15 Prozent. Die Politik hat die Vorteile des Konzepts erkannt und prüft Erleichterungen.
Von I. Grabitz und F. Wisdorff
Hinter der hellbraunen Tür in der vierten Etage der Firmenzentrale des Berliner Energieversorgers Gasag ist der Teufel los. Ein blond gelocktes Mädchen turnt über Tische und Bänke und bahnt sich seinen Weg durch ein Gewusel von Spielzeug und Plüschtieren. Mitten im Chaos sitzt ein Mann – und schreibt seelenruhig Mails auf seinem Laptop.

Gesellschaft:

"Die Firmenkultur muss sich ändern"
Wie schaffen mehr Frauen den Weg an die Spitze? Wie männlich sind die Mechanismen der Macht? Auf der "Welt"-Konferenz "Frauen im Topmanagement" suchten 200 Gäste Antworten
Von Ileana Grabitz

Biotechnologie-Expertin Frau Prof. Dr. Wiltrud Treffenfeldt mit dem „IBN-Award 2012“ ausgezeichnet
Autor: idw
Für ihr herausragendes berufliches und ehrenamtliches Engagement zur Stärkung der Industriellen Biotechnologie im Sinne einer nachhaltigen Bioökonomie wurde Frau Professor Dr. Wiltrud Treffenfeldt in Hamburg mit dem diesjährigen „IBN-Award“ ausgezeichnet. Die feierliche Ehrung war Höhepunkt des internationalen Symposiums "Biotechnology in the Food Industry – Opportunities and Challenges" am 14.6.2012 mit rund 80 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.


Gesundheit:

Erste promovierte Ärztin Deutschlands wird geehrt
HALLE (eb). Mit einer Feier am 13. Juni und einer Ausstellung wird die Universität Halle-Wittenberg an den 250. Todestag von Dorothea Christiana Erxleben erinnern.
Sie promovierte 1754 als erste deutsche Ärztin in Halle. Erxleben (1715-1762) erwarb von ihrem Vater, einem Quedlinburger Arzt, außergewöhnliche Kenntnisse, aber erst 1741 erlaubte Preußenkönig Friedrich II. ihr ein Studium.

Kliniken wollen Institut für Krebserkrankungen bei Frauen
Düsseldorf – Zur besseren Behandlung von Krebserkrankungen bei Frauen planen die Frauenkliniken der Universitätskrankenhäuser Essen, Köln und Bonn gleiche Qualitätsstandards. Gemeinsam mit dem Brustzentrum des Luisenkrankenhauses Düsseldorf und europäischen Partnern soll das Europäische Institut für Gynäkologische Onkologie gegründet werden, wie der Leiter der Frauenheilkunde der Uniklinik Köln, Peter Mallmann, am Freitag beim 9. Düsseldorfer Brustkrebskongress ankündigte.

Podiumsdiskussion zur Chancengleichheit für Frauen
„Jung, flexibel, qualifiziert, kinderlos und niemals krank – Habe ich nur dann eine Chance auf dem Berliner Arbeitsmarkt?“ Diese Frage steht im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion mit Hedwig François-Kettner, Pflegedirektorin der Charité – Universitätsmedizin Berlin.


Ausland:

Das Mühlviertel und sein weiblicher Aufholbedarf
MÜHLVIERTEL. Zu einem Gespräch über die Entwicklung des Mühlviertels, Frauen in der Politik und die erste Reihe trafen die OÖNachrichten die beiden VP-Bürgermeisterinnen Gertraud Deim und Kathrin Kühtreiber.

„Es geht um die ganze Gesellschaft“
Von FELIX GAEDTKE UND GAYATRI PARAMESWARAN
Die Menschenrechtlerin Teesta Setalvad wirft dem Staat vor, die Überlebenden der religiösen Unruhen in Gujarat im Stich zu lassen

Frauenfeindlichkeit
Jede Stunde ein Mitgiftmord
Christine Möllhoff
Stuttgart - Madhu lernte Sameep über eine Internetpartnerbörse kennen. Der 33-jährige Banker schien eine gute Partie. Man heiratete bald, doch die Ehe wurde zum Albtraum. Sameep begann, die 29-Jährige zu schlagen, um mehr Mitgift zu erpressen. Am Ende mit den Nerven, teilte Madhu ihren Eltern mit, dass sie ihn verlassen werde. Sie kam nicht mehr dazu. Am Tag danach fand man sie tot auf – mit Würgemalen am Hals. Jede Stunde wird in Indien eine Frau wegen Mitgiftstreitereien ermordet.

"Hillary Clinton ist brillant und denkt global"
Politikberaterin Anne-Marie Slaughter erklärt, warum Syrien nicht Libyen ist und Afghanistan ein schwerer Brocken
Seit ihren Studienzeiten beschäftigt sich die 53-jährige Politikwissenschaftlerin mit internationaler Politik und ist aus akademischen als auch politisch-pragmatischen Debatten nicht wegzudenken. Slaughter, die nach ihren zwei Jahren bei Hillary Clinton wieder in Princeton lehrt, schreibt regelmäßig in den großen amerikanischen Zeitungen und kommt auch gerne zu Debatten nach Europa. Wie ins bayrische Schloss Elmau, wo unser Politischer Korrespondent Richard Herzinger das Vergnügen hatte, sie zu interviewen.

Türkei: Abtreibungsrecht auf der Kippe
Bald soll es nur mehr bis vier Wochen nach Empfängnis möglich sein, eine Schwangerschaft abzubrechen.
Viele Frauen hier sind schockiert", sagt Diba Nigar Göksel, Chefredakteurin des Politik-Journals Turkish P­olicy Quarterly, wenn man sie auf das geplante Gesetz anspricht: Die konservativ-islamische Regierungspartei AKP von Recep Tayyip Erdogan will das Recht auf Abtreibungen beschränken.

MAROKKO
Eine Frau regiert in Marrakesch
Von HANNE WALTER
In Marokko wird erstmals eine große Stadt von einer Frau regiert. Es ist eine kleine Revolution für das konservative Königreich. Fatima Zahra Mansouri verbindet Moderne und Tradition - und das kommt bei den Menschen an.


Mittwoch, 21. September 2011

Das war die 37. Kalenderwoche: Die Ferien sind vorbei!



"Als schroff, als übermoralisch und verständnislos gegenüber dem Berliner Schlendrian-Verlangen wurde Künast in der Stadt empfunden" erläutert die Welt am Montag das Scheitern der Grünen-Kandidatin beim Einzug ins Rote Rathaus der Stadt. Auch im Info-Radio ist die Journalistin um eine Analyse der Person Renate Künast bemüht - burschikos und streng sei sie. Sollte das aber einen Berliner stören, der in seinem Kommunikationsverhalten durchaus für eine gewisse Robustheit berühmt ist? Was hat Wowi, was Renate nicht hat – abgesehen vom Privileg der Berlin-Tempelhofer Geburt? Und hier gleich die dritte Frage: Wie sähe eine Charakterisierung aus, handelte es sich um einen René Künast? Wie wär's mit durchsetzungsfähig, zielbewusst, führungsstark, vielleicht sogar korrekt.....?
Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Passen sich Frauen ihrer überwiegend männlichen Umgebung an, entwickeln also die viel geforderte Durchsetzungsfähigkeit und verwirren ihre Kollegen und Mitarbeiter nicht länger mit langen, Harmonie provozierenden Reden, sondern wählen die klare Ansage, ist ihnen häufig harsche Kritik an ihrer Person gewiss – oder mehr.....
So ähnlich könnte es vielleicht bei Angelika Dammann gewesen sein? Zuerst als "SAP-Vorzeigefrau" (Bild) in der Öffentlichkeit bestaunt und gefeiert, währte ihre Tätigkeit als weiblicher Personalvorstand gerade ein Jahr.  Veröffentlichungen aus ihrem Arbeitsvertrag durch einen  - Kollegen – machen die Zusammenarbeit mit dem DAX-Unternehmen rasch unmöglich. Bei der Presse will der Skandal um Flüge im Firmenjet und eine vermeintliche Nebentätigkeit als Anwältin nicht so recht verfangen, verglichen mit dem, was VW, Siemens oder auch die Hamburg-Mannheimer in der Vergangenheit zu bieten hatten. Im jüngsten Interview mit der Welt am Sonntag kann die ehemalige Personalchefin ihren Ansatz künftiger Personalpolitik deutlich machen. Neben einer entschlossenen Förderung von Frauen plädiert sie für "mehr Ausländer in Führungsetagen", "die Notwendigkeit die Vielfalt der Kunden und Konsumenten in der Belegschaft widerzuspiegeln." Auch wenn es um die Beförderung von Führungskräften geht, sollen nicht allein die "Ergebnisse" zählen sondern ebenso die Fähigkeit, Topkräfte zu rekrutieren und zu halten; denn auch "diese Leistungen" schlagen sich "sehr wohl in betriebswirtschaftlichen Kennziffern" nieder. Könnte es sein, dass diese grundsätzliche "Bewusstseinsänderung", die sie statt einer zu kurz greifenden Frauenquote in früheren Interviews forderte, die – nun sagen wir mal – konservativen Kräfte bei SAP herausforderte?
Manchmal hilft ja die normative Kraft des Faktischen dem Wandel des Bewusstseins auf die Sprünge. Bei einer prognostizierten Lücke von 14.000 Fachkräften verfügt Brigitte Ederer als Personalvorstand bei Siemens möglicherweise über einen größeren Spielraum. Seit gut einem Jahr eine von fünf Frauen im Vorstand eines DAX-30-Konzerns, sieht Ederer die Frauenquote ebenfalls kritisch, will aber für Bedingungen sorgen, die es mehr Mädchen und jungen Frauen ermöglicht, einen technischen Beruf zu ergreifen und im Unternehmen zu arbeiten, ohne auf Kinder verzichten zu müssen. Ein "Preis", den sie für ihre Karriere bezahlt hat.
Im Reich der Mitte scheint aus westlicher Perspektive die Welt endgültig auf dem Kopf zu stehen, zumindest was das Fonds-Geschäft betrifft. In Hongkong verwalten Frauen das Geld, das ganz große. Liu Yang, Christina Chung, Samantha Ho und Lilian Co sind die vier Top-Fondsmanagerinnen, die im "Durchschnitt mehr als 10 Prozent Rendite" erwirtschaften und das Kundengeld in acht Jahren z.T. um das Achtfache vermehrt haben. Internationale Gesellschaften folgen dem chinesischen Pragmatismus und besetzen ihre Filiale in Hongkong mit komplett weiblichen Teams, was in New York, London oder gar Frankfurt einer Revolution gleich käme. Eine 3000 Jahre währende männerdominierte Gesellschaftsform rollte für diese Frauen nicht gerade den roten Teppich aus; viel eher sorgten Reformpolitik und die wirtschaftliche Umstellung für die erforderliche Chance – und kluge Väter. Mit den im Westen erworbenen Kenntnissen in "Finanzwissenschaften" und der englischen Sprache waren sie in den Neunzigern äußerst gefragte Fachkräfte - unter dem männlichen Personal offenbar nicht zu finden. Der Bericht im manager-magazin (9I11, S.118) lässt hoffen, dass zunehmend auch Managerinnen eine breitere mediale Öffentlichkeit zugestanden wird. Eine vermehrte Berichterstattung über und mit Führungsfrauen dürfte deren Präsenz und Ideen allmählich selbstverständlicher werden und zunehmend in das Alltagsgeschehen einfließen lassen. Ach, China.....

"Siemens droht eine Lücke von 14.000 Fachkräften"
Autor: Jens Hartmann
Siemens-Vorstand Brigitte Ederer ist auf der Suche nach Fachkräften. Sie will vor allem auch Frauen für den Elektrokonzern gewinnen.

EX-SAP-MANAGERIN
Autor: Ileana Grabitz
"Frauen hängen weniger an Positionen als Männer"
Der Abschied von SAP war schmerzhaft für Topmanagerin Dammann, aber nötig. Sie wünscht sich mehr Frauen in Chefetagen und einen neuen Führungsstil.

Was sonst noch passierte...

Politik:

KRISTINA SCHRÖDER
Lottes Mutter will jetzt kämpfen
VON Hans Monath
Die Familienministerin ist zurück aus der Babypause. Freundlich empfangen wird sie nicht. Ihre Parteifreunde stellen das Elterngeld infrage.

GESCHLECHTERPOLITIKEN
Frauenaufbruch ’89
Was wir wollten – Was wir wurden. Manuskripte 92 von Eva Schäfer, Bärbel Klässner, Helga Adler, Astrid Landero (Hrsg.).
Als am 3. Dezember 1989 auf einen spontanen Aufruf hin 1 200 Frauen aus allen Regionen der DDR im großen Theatersaal der Berliner Volksbühne zusammentrafen, war dies einer jener Momente, in denen selbst das Patriarchat, das den Realsozialismus überdauert hatte, aufzubrechen schien.

Starke Beharrungskräfte
Dr. Alexander Ulfig
Ist die Gleichstellungspolitik links oder rechts?
Professor Günter Buchholz über Gleichberechtigung und Privilegierung
Der Wirtschaftswissenschftler Professor Günter Buchholz hat in der Zeitschrift "Der Freitag" einen bemerkenswerten Artikel unter dem Titel „Von der Frauenemanzipation zur Frauenprivilegierung – oder warum die Gleichstellungspolitik keine linke, sondern eine rechte Politik ist“ geschrieben.

Wirtschaft:

WIRTSCHAFTSEXPERTIN HELGA LUKOSCHAT IM INTERVIEW

"Wer Frauen nicht fördert, schadet sich selbst"
Die Wirtschaftsexpertin Helga Lukoschat spricht im Interview mit der Frankfurter Rundschau über Familie und Karriere, Quoten und Selbstverpflichtung.
Interview: Franziska Schubert

Überforderte Doppelverdiener
Von Corinna Nohn
Der Mann schafft das Geld ran, die Frau kümmert sich um Kind und Haushalt - die Zeiten sind vorbei? Von wegen! Paare mit Kindern sind einer Studie zufolge zufriedener, wenn der Mann arbeiten geht und die Frau nicht. Doppelverdiener-Familien leiden aus mehreren Gründen.

Karrierewege und Quoten: Frauenwirtschaftstage am KIT
Karlsruhe (bb). Die Deutsche Telekom wagte mit der Einführung einen Vorstoß, fand bislang aber nur wenige Nachahmer: Die Frauenquote spaltet die Gemüter. Sie, aber auch die Erfolgsfaktoren und Stolpersteine in Karrieren von Frauen stehen im Mittelpunkt zweier Podiumsdiskussionen, mit denen sich das KIT erstmals an den Frauenwirtschaftstagen Baden-Württemberg beteiligt. Die Veranstaltungen am Donnerstag, 13. und Freitag, 14. Oktober, stehen allen interessierten Frauen und Männern offen. Anmeldungen sind noch bis zum 22. September möglich.

 Bildung & Gesellschaft:

„Try it! Junge Frauen erobern die Technik“
Die Femtec. Hochschulkarrierezentrum für Frauen Berlin GmbH führt im November 2011 erneut ihren kostenlosen bundesweiten Schülerinnen-Workshop „Try it! Junge Frauen erobern die Technik“ für Schülerinnen ab der 11. Klasse durch. Der Workshop, der vom 16. bis 19. November 2011 an der TU Berlin stattfindet, richtet sich an Schülerinnen, die Spaß an mathematisch-naturwissenschaftlichen Schulfächern haben und sich für ein Studium der Ingenieur- oder Naturwissenschaften interessieren.

Bildung als Entwicklungsmotor
Dr. Margret Karsch   Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung
Der Bildungsstand der Frauen beeinflusst die Fertilitätsrate eines Landes stark - für die wirtschaftliche Entwicklung ist jedoch der Bildungsstand der gesamten Bevölkerung entscheidend.
Bildung steht im Zentrum aller Entwicklungsfragen, weil sie den größten Einfluss auf die verschiedensten Lebens- und Gesellschaftsbereiche hat. 

Die Verfechterin des ökologischen Apollo-Programms
ROBERT CZEPEL
Stanford, Hollywood und das Weiße Haus - Wissenschafterin Kristina Johnson vereint Forschung, Politik und Wirtschaft. Kürzlich war sie zu Gast in Wien
Barack Obama holte sie an Bord, um ein hochgegriffenes Ziel zu verfolgen: Die Umstellung der US-Wirtschaft auf erneuerbare Energieträger - ein Projekt, das der US-Präsident als ökologisches Apollo-Programm bezeichnet hat. 

Preis für Verwirklichung von Geschlechterdemokratie: Anne-Klein-Frauenpreis
Zu Ehren Anne Kleins vergibt die Heinrich-Böll-Stiftung den Anne-Klein-Frauenpreis. Anne Klein hat als kämpferische Juristin und offen lesbisch lebende Politikerin feministische Pionierarbeit geleistet. Sie war die erste feministische Frauensenatorin in Berlin. 

Saar-Uni bei Geschlechter-Gleichstellung vorn
Saarbrücken – Die Universität des Saarlandes hat in den vergangenen Jahren Fortschritte bei der Geschlechter-Gleichstellung erreicht. 

Gesundheit:

Stoffwechselprofile bei Frauen und Männern:
Überwältigende Unterschiede nachgewiesen
Dies ist der Stoff, aus dem Nobelpreise gemacht sind: Erst vor wenigen Tagen veröffentlichten Prof. Dr. Thomas Illig und Kirstin Mittelstraß vom Helmholtz Zentrum München die Ergebnisse ihrer Forschungen in den internationalen Fachzeitschrift PloS Genetics und Nature. Wir sprachen mit Prof. Illig in München.

3,1 % weniger Schwangerschaftsabbrüche im zweiten Quartal 2011
WIESBADEN – Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche ist im zweiten Quartal 2011 – verglichen mit dem entsprechenden Vorjahresquartal – um 3,1 % gesunken.

Literatur:

Vom Weg nach ganz oben
Erfolgreiche Frauen aus Wirtschaft, Politik und Sport berichten auf ganz persönliche Weise, wie sie ihren Weg an die Spitze gegangen sind.
"Female Leadership - DIE MACHT DER FRAUEN"
von Kerstin Plehwe (Hanseatic Lighthouse, 19,90 Euro)


Wer ist die Autorin? Kerstin Plehwe ist Unternehmerin, sie arbeitet als Publizistin, Rednerin und Beraterin für Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft.

Allerletztes:

Ob Führungsfrauen mit den Vorführdamen der aktuellen Business-Vogue identifizieren? Zwar räkeln sich die mit Business-Makeup versehenen Models nicht lasziv mit und um Handtaschen der führenden Marken, machen aber wenig glaubhaft, irgendetwas mit der anvisierten Zielgruppe gemeinsam zu haben. Eine gute Alternative zum Windowshoppig; von einigen interessanten Portraits abgesehen und von der letzten Seite:
"Frauen ist das Lenken eines Automobils nicht gestattet" (Gesetz in Saudi-Arabien)
"Frauen ist das Lenken eines Automobils im Bademantel nicht gestattet." (Gesetz im Bundesstaat Kalifornien, USA)
Business Vogue 10/2011