Mittwoch, 4. Juli 2012

Links zu den 25. & 26. Kalenderwochen

Politik:

Missverständnisse in der Gleichberechtigungsdebatte
Ein Kommentar von Eugen Maus
Trotz des ansprüchlichen Namens ist die sogenannte Gleichstellungspolitik nur ein Programm, um einer Minderheit von Frauen Zugang zu Vorteilspositionen in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und anderen Bereichen zu verschaffen.

Frauen kommen nur langsam nach oben
Die Personalchefs der Dax-Konzerne legen ihren Fortschrittsbericht vor: In der Regel sind Männer in den Top-Etagen unter sich
Von Ileana Grabitz
Seit Monaten diskutieren Vertreter aus Politik und Wirtschaft mit Eifer darüber, wie der Frauenanteil in deutschen Führungsetagen endlich erhöht werden kann. Doch wie lange es wirklich braucht, bis die Führungsriegen spürbar weiblicher werden, beweist der Fortschrittsbericht, den die Personalchefs der Dax-30-Konzerne jetzt Familienministerin Kristina Schröder (CDU) in Berlin überreicht haben: Der Liste zufolge, in der jedes einzelne Unternehmen die Entwicklung des Frauenanteils im Vergleich der Jahre 2010 und 2011 dokumentieren musste, sind sprunghafte Verbesserungen bislang ausgeblieben.

Die vergessene Anti-Herdprämie
Der Gesetzgeber hat vor Jahren den Kinderbetreuungszuschuss geschaffen. Unternehmen können seitdem ihren Mitarbeitern etwas zahlen, damit sie leichter Beruf und Familie in Einklang bringen können. Nur wenige wissen das - Unternehmen wie Berufstätige.

Hauptstadt:

Wirtschaft:

Frauen in Spitzenjobs: Niedersachsen hinten
Osnabrück. Beim Anteil von Frauen in Führungspositionen liegen die Region Osnabrück-Emsland und ihre Nachbarkreise knapp unter Landes- und deutlich unter Bundesdurchschnitt. Das hat die Studie „Frauen in Führung“ der Hochschule Osnabrück und des Auskunftsdiensts Hoppenstedt Firmeninformationen ergeben, deren Ergebnisse unserer Zeitung vorliegen.

WIRTSCHAFT PLANT FAMILIENFREUNDLICHERE PERSONALPOLITIK
Betriebs-Kita sorgt für Rendite
Immer mehr Firmen schlagen Alarm: Fachkräfte werden rar. Selbst in Metallbetrieben werden nun zunehmend Frauen ein gestellt. Um Familie und Beruf besser in Einklang zu bringen, haben jetzt in Tübingen Wirtschaft und Politik ein Bündnis geschlossen.

Telekom verteidigt geplanten Job-Abbau in Zentrale
dpa
Bonn - Telekom-Personalvorstand Marion Schick hat den geplanten Abbau von bis zu 1300 Jobs in der Bonner Konzernzentrale verteidigt.
"Eine groß und breit aufgestellte Zentrale entspricht nicht mehr unserer Steuerungsphilosophie als internationaler Konzern", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" und fügte hinzu: "Wir geben Kompetenzen ab an Serviceeinheiten, weil viele Themen lokal vor Ort entschieden werden müssen, wo die Kompetenzen sitzen." Die Telekom habe aber große Erfahrung mit Restrukturierungen: "Wir haben es immer geschafft, den Personalabbau sozialverträglich umzusetzen." Das solle auch für die Zentrale gelten.

Elterngeld: Erwerbstätigkeit von Frauen führt zu höherer Väterbeteiligung
WIESBADEN – Für mehr als jedes vierte Kind (25,3 %) der insgesamt 678 000 im Jahr 2010 geborenen Kinder hat der Vater Elterngeld in Anspruch genommen. Damit hat die Väterbeteiligung einen neuen Höchststand erreicht. Entscheidenden Einfluss auf die Frage, ob Mutter und Vater Elterngeld in Anspruch nehmen oder ob nur die Mutter die Leistung bezieht, hat die Erwerbstätigkeit von Frauen in den zwölf Monaten vor der Geburt ihres Kindes.

Aus für insolvente Drogeriemarktkette
"Schlecker-Frauen können ihre Läden mit erhobenem Haupt zusperren"
Von Max Hägler
Gewerkschaften sind zwar mächtig, aber alle Macht hat den Schlecker-Frauen am Ende nicht geholfen. Für den Soziologen Klaus Dörre ist klar, dass die Arbeitgeber noch lernen müssen, das Potenzial der Angestellten zu nutzen. Woran das Unternehmen Schlecker gescheitert ist.

Frauen wollen Karriere! Unternehmen auf der Suche nach strategischen Lösungen
Autor: idw
Über die Karrierechancen von Frauen in der Wirtschaft wird gegenwärtig intensiv diskutiert. Ob es aber wirklich zu nachhaltigen Veränderungen kommt, steht derzeit noch in den Sternen. Skeptiker wenden oft ein, dass Frauen weniger karriereambitioniert seien als Männer. Dagegen zeigen die neuesten Forschungsergebnisse des BMBF-Projekts „Frauen in Karriere“: Frauen wollen Karriere machen – wenn die Unternehmen für die entsprechenden Bedingungen sorgen. Über geeignete Strategien haben sich 150 hochrangige VertreterInnen aus Wirtschaft und Wissenschaft auf einer Konferenz am 29. Juni bei der SAP AG in Walldorf ausgetauscht.

EU-Kommissarin zur Quote
"Es gibt Top-Frauen für die Wirtschaft"
Interview: Christine Demmer
Viviane Reding ist mit ihrer Geduld am Ende: Seit mehr als zehn Jahren kündigen Unternehmen an, freiwillig mehr Frauen in Führungsgremien zu holen, passiert ist seither wenig. Im Interview rechnet die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission mit der Wirtschaft ab und erklärt, warum sich ohne gesetzliche Quote der Frauenanteil in Führungspositionen nicht ändern wird.

"Selbst Frauen vollbringen keine Wunder"
Telekom-Vorstand Marion Schick über den Kampf der Geschlechter, den Personalabbau in der Zentrale und E-Mails am Wochenende
Frau Schick, die Telekom hat jetzt zwei Frauen im Vorstand. Retten Sie den Konzern? Das ist überhaupt nicht nötig. Und niemand erwartet das. Angeblich steigern gemischte Teams an der Spitze die Performance, so behaupten Studien. Davon bin ich überzeugt. Aber wenn das heißen soll, dass Frauen das Doppelte und Dreifache leisten, lehne ich das ab. Fachlich sollen sie herausragen, die Kultur in Unternehmen verändern, nicht vermännlichen, die Welt retten und zugleich zu Hause die perfekte Mutter und Hausfrau geben..
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 24.06.2012, Nr. 25, S. 35

Gesellschaft:

Orsine Mieland ist neue Aufsichtsratsvorsitzende der WeiberWirtschaft eG
Die Geschäftsführerin einer Berliner Tischlerei ist der WeiberWirtschaft seit vielen Jahren als Genossenschafterin verbunden. Als Aufsichtsratsvorsitzende wird Orsine Mieland den Vorstand künftig vor allem bei der Weiterentwicklung von Projekten zur Förderung von Existenzgründerinnen und Unternehmerinnen kritisch begleiten. Dabei stützt sie sich u.a. auch auf Erfahrungen und Netzwerke aus ihrem umfangreichen ehrenamtlichen Engagement, wie etwa beim Förderverein der EAF oder der Tischler-Innung.

Regionale Bündnisse: Bundesfamilienministerium startet größtes Unternehmensbündnis für Frauen
Beste Karrierechancen für Frauen in zehn Regionen Deutschlands
Morgen (Dienstag) geht Deutschlands größtes Unternehmensbündnis für mehr Frauen in Führungspositionen an den Start. 100 Unternehmen quer durch alle Branchen beteiligen sich an dem dreijährigen Modellprojekt. Die "Regionalen Bündnisse" investieren in die  Zukunft ihrer Region: Politik und Wirtschaft verpflichten sich in einer Gemeinsamen Erklärung, die Karriereentwicklung von Frauen zu fördern und Strukturen für mehr Chancengleichheit zu schaffen.

MÄNNER UND FRAUEN
Sprachbarrieren? Kollegen brauchen Klartext
Berit Waschatz  
Männer und Frauen verstehen sich im Job oft nicht. Doch die Sprache des jeweils anderen kann man lernen- ohne sich ein Wörterbuch kaufen zu müssen.

Die Männer der Quotenfrauen
Von Anne Guhlich Oberndorf.
Frauen stehen der Wirtschaft gut. Darum kümmern sich die Unternehmen zunehmend um mehr weibliches Führungspersonal. Viele Männer fühlen sich dabei ziemlich vernachlässigt."Sicher verdanken einige Millionäre ihren Erfolg ihren Frauen", hat der US-amerikanische Komiker Danny Kaye einmal gesagt. "Aber die meisten verdanken ihre Frauen dem Erfolg." Kaye ist 1987 verstorben. Der erste Teil des Zitats wirkt so modern wie ein Telefon mit Drehscheibe. Was gilt für den zweiten?

Jeder fünfte Professor ist eine Frau
Berlin – Der Anteil von Frauen bei den Professorenstellen lag im Jahr 2000 bei rund zehn Prozent, er hat sich seitdem auf etwa 20 Prozent verdoppelt. Das berichtet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf einer Fachtagung in Berlin.

Literatur:

GESCHLECHTERROLLEN
"Die Geschlechterlüge": Frauen sind doch nicht anders ...
Armgard Seegers  
...und Männer auch nicht. Das behauptet jedenfalls die Neurowissenschaftlerin Cordelia Fine in ihrem Buch "Die Geschlechterlüge".


Gesundheit:

Deutscher Ärztinnenbund wehrt sich gegen Betreuungsgeld
Berlin – Gegen das umstrittene Betreuungsgeld hat sich der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) ausgesprochen. „Das Betreuungsgeld steht dem Bild der modernen berufstätigen Ärztin diametral entgegen und festigt überkommene Rollenbilder“, kritisierte die DÄB-Präsidentin Regine Rapp-Engels.

Report: Medikamentensucht per Rezept bei vielen Frauen
Berlin (dpa) - Fragwürdige Verordnungen starker Medikamente machen Frauen weit häufiger süchtig als Männer. Das geht aus dem neuen Arzneimittelreport 2012 der Krankenkasse Barmer GEK hervor.
Vor allem Tablettensucht sei bei Patientinnen weiter verbreitet, teilten die Autoren am Dienstag in Berlin mit. «Wir werden mit den Ärzten reden müssen», sagte der Vize-Chef von Deutschlands größter Kasse, Rolf-Ulrich Schlenker.

Frauen öfter tablettensüchtig
VON CHRISTIAN SPOLDERS
Berlin (RP). Frauen bekommen in Deutschland zwei- bis dreimal mehr Psychopharmaka und Schlafmittel als Männer verschrieben. Aus diesem Grund gleiten sie häufiger in die Tablettensucht ab. Das geht aus dem Arzneimittelreport der Barmer GEK hervor.

Neues Gender-Curriculum für Medizinstudierende in Ulm
Ulm – Ab dem kommenden Wintersemester soll geschlechterspezifische Medizin Einzug in den Stundenplan der Medizinstudierenden in Ulm halten. „Bestimmte Krankheiten kommen bei Frauen und Männern nicht nur unterschiedlich häufig vor, sondern äußern sich auch durch verschiedene Symptome“, erläutert Anja Böckers, eine der Initiatorinnen des neuen Curriculums.

Der Standpunkt zur Gender-Medizin
Der kleine Unterschied
Frauen bekommen mehr Psychopharmaka: Diese Ergebnisse einer neuen Studie mögen ihre Gründe haben. Doch allein die schiere Menge verschriebener Substanzen erfordert von Ärzten, ihr Verordnungsverhalten zu überdenken, meint Anno Fricke.

Ausland:

Wo Frauen am schlechtesten leben
Am besten geht es Frauen in Kanada: Sie haben den besten Zugang zu Bildung - die Voraussetzung für finanzielle Unabhängigkeit. Auch, wenn selbst in Kanada Frauen noch nicht das gleiche Geld für die gleiche Arbeit bekommen wie Männer, so sind doch immerhin 62 Prozent aller Universitäts-Absolventen Frauen. Ein Drittel aller Richter in Kanada sind Frauen. Und drei Viertel aller Frauen zwischen 15 und 49 benutzen Empfängnisverhütung.

Saudi-Arabien lässt Frauen zu Olympischen Spielen
Vorsichtiger Reform-Schritt von König Abdallah
Es kommt einer Revolution gleich: Erstmals will das Königreich Saudi-Arabien in diesem Jahr Frauen zu den Olympischen Spielen schicken. Das Nationale Olympische Komitee werde die Teilnahme von Athletinnen in London ermöglichen, wenn sie sich qualifizieren können, zitierte die BBC aus einer Erklärung der saudiarabischen Botschaft in London. Wahrscheinlich trifft dies aber nur auf eine einzige Frau zu.

Dienstag, 19. Juni 2012

Das waren die 23. und 24. Kalenderwochen: Mit betreutem "Köpfchen" durch die Glasdecke....


Nun also das Betreuungsgeld. Keiner und Keine will es wirklich -  außer Horst Seehofer. Politische Verhandlungsmasse. Eine Bankrotterklärung:
  •  für die Umgestaltung einer Arbeitskultur, in der Kinder nicht als Betriebsunfall eingestuft werden, sondern zum Leben gehören.
  • für die CDU-Frauen und alle anderen Politikerinnen, die an parlamentarischen Zwängen vorbei, demokratisch eine Berliner Erklärung errungen haben.
  •  für Mütter, die sich ganz der Erziehung der Kinder widmen möchten und 100,- Euro wohl kaum als adäquate Anerkennung ihres Beitrags zu einer funktionierenden Gesellschaft erleben dürften.
  • für die Förderung und Integration von Kindern, denen die Möglichkeiten im heimischen Umfeld so nicht geboten werden können – siehe die Erfahrungen Norwegens.
  • für das politische Versprechen, ausreichend Kitaplätze zu schaffen.
  • für die SteuerzahlerInnen, die den Sinn (immer) noch nicht erkennen.
  • für die Bewertung und öffentliche Wertschätzung von Arbeit, die volkswirtschaftlich (noch)  nicht in der Wertschöpfungskette auftaucht und noch immer für selbstverständlich gehalten wird.
Letzteres zeigt auch der Vorschlag, ehemalige Schlecker-Mitarbeiterinnen und Hartz-IV-EmpfängerInnen zu ErzieherInnen umzuschulen. Für einige, die dringend nach einem neuen Arbeitsplatz Ausschau halten, mag das eine gute Alternative sein; insgesamt hat es aber ein Geschmäckle von "Arbeitsdienst". So ganz nebenbei offenbart sich hier die (eigentliche) Geringschätzung der Leistung, Kinder für unsere komplexe Welt fit zu machen - allen hinterhergeschobenen Beteuerungen zur Qualitätssicherung bei der Ausbildung zum Trotz. "Das bisschen Kindererziehung...." Für die professionelle Betreuung und Erziehung von Kindern, die aus unterschiedlichen familiären Verhältnissen kommen und am Start ihrer Entwicklung sind, braucht es etwas mehr als mal eben eine Umschulung, weil sonst weit und breit kaum jemand für diesen Job zu finden ist. Um der Verantwortung, gleich zehn oder zwanzig Kinder auf einmal zu beaufsichtigen, gerecht zu werden, ist eine klare persönliche Entscheidung gefordert, die sehr wahrscheinlich auch vor der Berufswahl Verkäuferin gefällt worden wäre. 

Warum nicht vermehrt bei SchulabgängerInnen dafür werben? Der Boy's Day ist ein guter Anfang. Mit der gleichen Medienaufmerksamkeit bedacht, wie der Girl's Day, der Mädchen technische und naturwissenschaftliche Berufe näher bringen soll, könnten soziale Berufe auch für junge Männer salonfähig werden. ErziehER werden dringend gebraucht, um für Ausgewogenheit in der Geschlechterverteilung bei der Betreuung zu sorgen, Kindern auch hier männliche Vorbilder und Bezugspersonen zu bieten. Eine Männerquote für das soziale Berufsumfeld? Die würde wahrscheinlich erst bei attraktivem Gehalt und gesellschaftlicher Anerkennung erschöpfend diskutiert. Das Geld dazu dürfte fehlen – weniger, weil es nicht da ist, sondern weil wenig Neigung besteht, es dafür bereit zu stellen.
Banken- und Eurorettung beanspruchen nahezu sämtliche finanzielle Kräfte und zeigen, wo der tatsächliche Schwerpunkt (volks-)wirtschaftlichen Denkens derzeit und wohl auch in naher Zukunft liegt.

Ohne grundlegenden Mentalitätswandel, werden Frauen kaum - ganz selbstverständlich - in Führungspositionen akzeptiert  und Männer - genauso selbstverständlich - in Erziehungs- und Pflegeberufen. Wie der Herr so's Gescherr sagt der Volksmund, oder: solange auf politischer und wirtschaftlicher Entscheidungsebene alles beim Alten bleibt, solange bleibt strukturell auf den unteren Ebenen auch erst mal alles wie es ist. Siehe Betreuungsgeld.  
"Mit dem Köpfchen durch die gläserne Decke" und einer "Graswurzelbewegung" wie die Bundesfamilienministerin propagiert, wird der Hardliner "Entweder-Oder"-Polemik nicht beizukommen sein; denn die angestrebten 30 Prozent Frauenanteil auf den Chefsesseln sind noch nicht annähernd erreicht und schon wird der Untergang des Abendlandes, besungen.
Wie schnell der freie Fall auf Stammtischniveau ist, zeigen folgende Kommentare,  die immerhin von Lesern der F.A.S. stammen. Also bitte nicht erschrecken – zwei erfreuliche Leserbriefe sind auch dabei!

"Diskriminierung
Führungsposten müssen streng nach Leistung und Eignung vergeben werden, nicht nach anderen Attributen. Quotenfrauen mögen in Kulturreferaten erträglich sein. In Industrieunternehmen, in denen Entscheidungen das Schicksal Tausender Arbeitnehmer bestimmen, ist kein Platz für politisch korrekte Spielereien. Wo bleibt da die Chancen- und Leistungsgerechtigkeit? Es wird viele berechtigte, hoffentlich erfolgreiche Klagen vor Gericht geben."
Wolfgang Richter

Hier lasse ich Jörg Schmelcher antworten und empfehle den Blick in den Wirtschaftsteil jedweder Zeitung, angesichts von Finanz-, Banken-, und Eurokrise.... Die Sorge um das "Schicksal Tausender Arbeitnehmer" scheint sich bei den Leistungsträgern  – sagen wir mal von Nokia (Stephen Elop, Präsident und CEO) – in Grenzen zu halten. Allen Berlinern und Brandenburgern sei zudem die Lektüre der Webseite http://preview.berlin-airport.de/de/unternehmen/ueber-uns/aufsichtsrat/index.php angeraten.

"Ätsch!
Tja, Jungs, jetzt seht ihr mal, wie das ist, wenn der blödeste Mann im Unternehmen eher befördert wird als die schlechteste Frau. Eure Netzwerke in den Chefetagen werden aufgeweicht, und der gemeinsame Puffgang zum Karriere-Auskungeln hat endlich ausgedient. Ach ja, und die Beulen an euren Köpfen stammen von der gläsernen Decke, deren Existenz ihr immer bestritten habt. Viel Vergnügen!"
Jörg Schmelcher

"Erfolg ist männlich
Überbordender Feminismus ist der größte Feind der Wirtschaft. Deutschland und Tschechien haben den geringsten Frauenanteil in der Führung von Unternehmen, sind aber die erfolgreichsten Länder in Europa."
Wolfgang Tibanski

Mal zum Vergleich: die beiden Länder, die sich schon länger mit einer Frauenquote "herumschlagen".

BIP/pro Kopf USD
2011
kaufkraftbereinigt
Norwegen
97.329 (weltweit an 3. Stelle; nach Luxemburg und Katar)
53.471 (4)
Schweden
56.956 (Platz 8)
40.394 (14)
Deutschland
43.742 (Platz 20)
37.897 (18)

"Aus dem Weg
Mann, aus der Bahn, da kommt der Quotenwahn! Wie weit sollen wir mit dem Quotenwahn noch gehen? Sollten wir angesichts der mageren Erfinderinnenquote (1,4 Prozent Frauen) nicht auch eine Quote beim Patentamt einführen? Mann stelle sich die Demonstrationen der Quotenanhänger vor dem Deutschen Patentamt vor, mit der Losung: „Alle Räder stehen still, bis die Quotenfrau erfinden will!“
Michael Baleanu

Wo es reelle Chancen gibt, wird auch erfunden:
"Mary Anderson (* 1866 in Greene County, Alabama; † 1953 in Monteagle, Tennessee)[war Bauunternehmerin, Rancherin, Winzerin und Erfinderin der Scheibenwischanlage. Im November 1903 erhielt die Amerikanerin Mary Anderson das Patent auf die erste funktionierende Scheibenwischanlage der Welt." (Wikipedia)

"Quote für alle
Wer A, Frauenquote in Führungsgremien, sagt, muss auch B sagen: Frauenquote auf Baustellen, im öffentlichen Dienst, im Fernverkehr etc."
Bernhard Kraus

Matthias Struwe gibt hier die passende Antwort. Und ja: "Quote für alle!" Männer in die Kindergärten, Grundschulen und Pflegeeinrichtungen – als Erzieher, Lehrer und Pfleger!

Viel zu wenig Frauen
Man(n) könnte wirklich in Tränen ausbrechen. Die deutsche Wirtschaft ein Jammertal gescheiterter, ausgebremster Männer. Die Fakten: Der Frauenanteil in den Vorständen der 160 im Dax, MDax. SDax und TecDax notierten Unternehmen ist seit Januar 2011 von 3,01 auf 3,66 Prozent gestiegen. Ein Erdrutsch, geradezu eine Lawine von Frauen, die da die armen Männer erfasst und davongerissen hat.
Matthias Struwe

Das Beste zum Schluss:

"Geschlechterkrieg
Die Männer werden diese Männerverachtung nicht still hinnehmen. Die Folge dieser Diskriminierung werden zunehmende Frauenfeindlichkeit und Aggressivität der Männer sein. Die Frauen sollten sich also nicht zu früh freuen. Denn Quotenfrauen wird niemand ernst nehmen, und die Stimmung wird sich schon bald gegen diese unqualifizierten Frauen richten. Alles, was dieser Trend anrichten wird, ist ein zunehmend aggressiv geführter Geschlechterkrieg, der noch viel leid hervorrufen wird."
Armin Pillhofer

Übermütter
Frau sein an sich ist keine Qualifikation (außer fürs Kinderkriegen). Wann beginnen die Männer endlich, gegen die Übermütter aufzubegehren?
Dr. Christian Jäger

Alle Leserbriefe stammen aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 10. Juni 2012, Nr. 23, S. 38.