Montag, 8. Oktober 2012

Quote im Praxistest....


Nach langer Pause ist der Herbst da und mit ihm die Stürme.
Der Zankapfel um eine gesetzliche Frauenquote ist wieder ganz frisch. In Brüssel sagt die EU-Kommissarin Viviane Reding Ja und 97 Länder Nein zu justiziablen 40 Prozent. Diese Entscheidung sei von nationalem Belang - so das Argument. Ganz anders verhält es sich natürlich bei der Frage um Gurkenkrümmung und Glühlampe. Natürlich! Dann also national. Im leicht erhöhten Wahlkampffieber stimmt der Bundesrat, auf Initiative der SPD, fraktionsübergreifend für eine gesetzlich festgeschriebene Frauenquote; der Bundestag hält dagegen. Die Verquickung von Arbeits- und Familien-/Frauenpolitik könnte neben EU-Krisenpolitik durchaus eine interessante Möglichkeit zur Positionierung der Parteien bieten.
Was aber passiert, wenn Frauen ausdrücklich die Hälfte der zu vergebenden Posten in vorderster Reihe bekommen müssen – aufgrund einer verbindlichen Quote, wie zum Beispiel bei Bündnis 90/Die Grünen. Leider nicht viel! 11 BasiskandidatEN bringen sich in Position gegen den kampferfahrenen Jürgen Trittin, der ums Austeilen sicher nicht verlegen ist. Elf politisch z.T. in Landesverbänden erfahrene und teils auf dem Parkett noch unerfahrene Männer im Alter zwischen 22 und 75. Der berufliche Hintergrund könnte unterschiedlicher nicht sein: jeweils ein Krankenpfleger, Tiermediziner, Anwalt, Physiker, Restaurator, Ingenieur und Brauereimitbesitzer, Weltreisender und Student der Politik- und Sozialwissenschaft, Betriebswirt, Student der Philosophie und Wirtschaftswissenschaften, Hotelfachmann, Werbetechniker stellen sich zur Wahl. Hier ausschließlich Machtkalkül zum Zweck einer steilen Politikerkarriere zu unterstellen, dürfte schwerfallen. 0 in Worten Null BasiskandidatINNen sind auf der Liste zu finden. Keine einzige versucht sich gegen die Frontfrauen, Claudia Roth, Renate Künast oder Katrin Göring-Eckardt bei der Urwahl ins Rennen zu bringen. Warum? Begeben sich Frauen gar nicht erst ins Risiko, sich zu exponieren und damit angreifbar zu machen, wenn sie sich angesichts der (bereits bekannten) Konkurrenz kaum Chancen ausrechnen? Ist es das Ich-glaube-nicht-dass-ich-das-kann- Syndrom?
Kalkulieren aber die KandidatEN von der Basis mit einem ernsthaften Sieg? Und Werner Winkler sah sich immerhin schon dem Spott der heute-Show ausgesetzt.
Die Macht der Präsenz, die Notwendigkeit des Trommelns, um Inhalte überhaupt öffentlich zu vermitteln, ist leider nicht zu unterschätzen; eben sowenig die Chuzpe, Unperfektes und Learning-by-doing zuzulassen. Manche Führungsfrau lernt genau das von Männern – mit Glück von wohlwollenden Mentoren; mit Pech durch den harten Alltag. Inhalte jedoch, ohne dass eine erkennbare Persönlichkeit dahintersteht, haben wenig Überlebenschancen oder werden von anderen usurpiert - ein bekanntes Phänomen in Meetings. Die größere Scheu vor dem Risiko birgt, positiv betrachtet, die Fähigkeit von Frauen, zum Beispiel vorsichtiger zu expandieren und auf diese Weise nachhaltiger zu wirtschaften. Negativ gedeutet, würde so stets eine Quote erforderlich sein, die Frauen-die-sich-nicht-trauen in Führungsaufgaben schubst.
Allerdings bedarf es einer soliden Portion Mut, sich einer häufig angriffslustigen Öffentlichkeit zu stellen und viel Zähigkeit, die eigenen Inhalte so oft – möglichst in Übereinstimmung mit der eigenen Persönlichkeit – zu wiederholen, bis sie gehört werden. Der gerade frisch gebackene Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück macht es vor. Je mehr Frauen aber am Ruder sind, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Mechanismen ändern werden; dass Frauen auch dann Gehör finden, wenn sie nicht im ausschließlich männlichen Habitus kommunizieren. Wenigstens sollte frau es wagen, wo bereits eine 50:50 Quote den Weg ebnet.
Die gute Nachricht zum Schluss: Hildegard von Bingen (1098 -1179) wird nun vom Papst Benedikt XVI in ihrer Eigenschaft als Kirchenlehrerin anerkannt, nachdem er sie am 10. Mai heilig gesprochen hat. Die Schriften und Erkenntnisse, der Ratgeberin von Fürsten und Päpsten, werden nun noch verstärkte Berücksichtigung in der katholischen Theologie finden. Ein selten vergebener Titel, der  unter 35 doctores ecclesiae nun einer vierten Frau zuteil wurde – 833 Jahre nach ihrem Tod. Die Quote hat sich also sprunghaft von 8 auf 10 Prozent erhöht. Es geht voran!



Unions-Frauen rebellieren gegen deutsche Kanzlerin
Merkel soll Abstimmung im Bundestag über Einführung der Frauenquote ohne Fraktionszwang erlauben, damit Mehrheit für Quote zustande kommen kann - FDP will Machtwort gegen Quote hören
Berlin - 

Bundesrat stimmt über Frauenquote ab
Die gesetzlich festgelegte Frauenquote in Führungsetagen ist heute Thema im Bundesrat. Es wird damit gerechnet, dass der SPD-Vorstoß eine Mehrheit findet. Auch Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer (CDU) gehört zu den Befürwortern.
Beim Thema "Frauenquote" will die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) Nägel mit Köpfen machen. 

Warum immer mehr Frauen in der Politik Karriere machen
Matthias Korfmann und Birgitta Stauber-Klein
Essen.   Hannelore Kraft, Annegret Kramp-Karrenbauer und jetzt Malu Dreyer: Noch nie waren die Zeiten für Frauen, die in der Politik Karriere machen wollen, so günstig wie heute. Zu diesem Schluss kommen mehrere Politikwissenschaftler. Grund dafür sei unter anderem die Sehnsucht nach einem anderen Politikstil.


Name-dropping...

Hauke Stars:
Ab Dezember 2012 bei der deutschen Börse für Informationstechnologie zuständig, zuvor Hewlett-Packard Schweiz

Marissa Mayer:
Wechsel von Google zu Yahoo im Juli 2012. Aktuell schwanger.

Regine Stachelhaus:
Juristin, seit Juni 2010 IT-Vorstand bei Eon. Zuvor 24 Jahre bei Hewlett-Packard.

Bettina Anders:
Seit Oktober 2007 Vorstandsmitglied der Ergo Versicherungsgruppe.

Martina Koederitz:
Leitet seit Mai 2011 das Deutschlandgeschäft von IBM.

Edeltraud Leibrock:
Informationstechnologie bei KfW-Bankengruppe, zuvor 2 Jahre CIO bei der Bayern LB.

Stefanie Kemp:
Krankenpflege – Pharmaindustrie – Vorwerk Gruppe
Seit 2006 leitet sie bei der Vorwerk-Gruppe alle IT-Aktivitäten. War bei Hypovereinsbank und Thomas Cook tätig.

Barbara Saunier:
Informationstechnologie bei Beiersdorf. CIO und Leiterin der IT-Tochter Beiersdorf Shared Services.

Marianne Janik:
Juristin, eine von sechs Frauen in der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland. Seit 2006 verantwortlich für öffentliche Verwaltung, Bildung und Gesundheitswesen.

Luisa Deplazes Delago:
Neu im Personalvorstand von SAP, zuvor 20 Jahre bei Procter & Gamble.

Links zu den 39. - 40.Kalenderwochen


Politik:

Unions-Frauen rebellieren gegen deutsche Kanzlerin
Merkel soll Abstimmung im Bundestag über Einführung der Frauenquote ohne Fraktionszwang erlauben, damit Mehrheit für Quote zustande kommen kann - FDP will Machtwort gegen Quote hören
Berlin - Der deutschen Regierungskoalition steht eine heftige Auseinandersetzung über die Frauenquote in der Wirtschaft ins Haus. Die Frauen in der Unions-Fraktion verlangten eine Abstimmung im Bundestag über die Einführung der Quote ohne den sonst üblichen Fraktionszwang für die Abgeordneten.

Bundesrat stimmt über Frauenquote ab
Die gesetzlich festgelegte Frauenquote in Führungsetagen ist heute Thema im Bundesrat. Es wird damit gerechnet, dass der SPD-Vorstoß eine Mehrheit findet. Auch Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer (CDU) gehört zu den Befürwortern.
Beim Thema "Frauenquote" will die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) Nägel mit Köpfen machen. Dem SR sagte Kramp-Karrenbauer, "ich bin davon überzeugt, dass wir eine gesetzliche Regelung brauchen". Sie selbst gehöre zu den Unterzeichnerinnen der überparteilichen "Berliner Erklärung" vom Dezember 2011, in der eine solche Regelung gefordert werde.

Warum immer mehr Frauen in der Politik Karriere machen
Matthias Korfmann und Birgitta Stauber-Klein
Essen.   Hannelore Kraft, Annegret Kramp-Karrenbauer und jetzt Malu Dreyer: Noch nie waren die Zeiten für Frauen, die in der Politik Karriere machen wollen, so günstig wie heute. Zu diesem Schluss kommen mehrere Politikwissenschaftler. Grund dafür sei unter anderem die Sehnsucht nach einem anderen Politikstil.

Grinsekatze im Dirndl
Von ROLAND TICHY
CDU/CSU haben keine Quote, aber viele Frauen. SPD und Grüne sind Frauenquotenfans ohne Frauen. Was lehrt das die Wirtschaft?
In der CDU gibt es nur die schwächste Form einer Frauenquote für politische Ämter – trotzdem ist die Union die Partei der Frauenpower. Da ist Angela Merkel, die aus der Rolle der Parteivorsitzenden und Bundeskanzlerin längst in das Fach Staatsfrau auf Europaniveau gewechselt ist. Im Bundeskabinett sitzen vier Frauen vier Männern gegenüber und darunter mit Ursula von der Leyen eine mit Anspruch aufs höchste Amt.

Regierung will mehr Migranten und Frauen in Arbeit
Berlin. Die Regierung schlägt Alarm: Die deutsche Wirtschaft muss mehr auf ausländische Fachkräfte und Frauen setzen, um ihre Wettbewerbsstärke in einer alternden Gesellschaft zu sichern.
Berechnungen zufolge wird Deutschland bis 2060 ein Fünftel der Bevölkerung verlieren - etwa 17 Millionen Einwohner. Jeder Dritte wird dann 65 Jahre oder älter sein.

"Frauen denken vom Ende her"
Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) über ihre Rückkehr nach Bayern, die besondere Stärke von Politikerinnen – und darüber, für wen sie am liebsten kocht
Von Jochen Gaugele und Claus Christian Malzahn
Die Stadt platzt aus allen Nähten – und strahlt in der Oktobersonne: Als die "Welt am Sonntag"-Redakteure am Tag der Deutschen Einheit nach München kamen, um Ilse Aigner zu interviewen, zeigte sich die süddeutsche Metropole von ihrer besten Seite.
  
Wirtschaft:

Frauen verdienten 2010 in Führungspositionen 30 % weniger als Männer
WIESBADEN – Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von weiblichen Führungskräften war im Jahr 2010 in Deutschland mit 27,64 Euro um 30 % niedriger als der von männlichen Führungskräften (39,50 Euro). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Verdienst­strukturerhebung 2010 weiter mitteilt, gab es ähnlich hohe Verdienstunterschiede bei Technikern (30 %) und akademischen Berufen (28 %).

Frauen in Führungspositionen: Vorurteile halten sich hartnäckig
BZ-SERIE "Herausforderung Führung" (7): Frauen in Führungspositionen.
von: Rudolf Kast
Lieber ein Knöllchen als ein Gespräch mit dem Chef - das ist das Ergebnis einer Umfrage der Personalberatung DDI Deutschland, Meerbusch. Selten wurden Manager und Politiker, die Führungsleistung zu erbringen haben, so kritisch hinterfragt wie in der gegenwärtigen Situation. Aber selten war Führung, die Orientierung und Perspektive bietet, so wichtig wie heute. In der Serie beleuchten wir Aspekte der Herausforderung Führung.

Frauen beflügeln den Aktienkurs
von Christian Schnell
Es ist im Moment in der Politik eine der am meisten diskutierten Fragen: Braucht Deutschlands Wirtschaft eine Frauenquote bei Führungskräften oder nicht? Unerbittlich stehen sich die Befürworter und die Gegner derzeit im Bundestag gegenüber. Siegen die Befürworter, dann könnten die Aufsichtsräte deutscher Großunternehmen schon bald zu 20 Prozent aus Frauen bestehen, später dann sogar zu 40 Prozent.

«Den Jungs eine Ansage machen» - Frauen im Ingenieurstudium
Ein Hörsaal mit Ingenieurstudenten ähnelt manchmal Gruppenfotos von Regierungschefs: lauter Männer - und Angela Merkel. Denn in technischen Studiengängen sind genau wie in der Politik Frauen nach wie vor in der Minderheit. Doch das Bild wandelt sich.

Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth
„Die Kunden müssen das Auto bezahlen können“
von Henrik Mortsiefer
Seit 2009 ist Wilfried Porth bei Daimler Personalvorstand und Arbeitsdirektor. Mit dem Tagesspiegel sprach der 53-jährige Manager über Kaufprämien für Elektrofahrzeuge, Frauenquoten in der Industrie und das Sparprogramm bei Mercedes.

Geschlechtergraben bei den Ökonomen
Frauen ticken anders als Männer
hus. Ökonomen sind gefragte Experten in Politik, Wirtschaft und Medienwelt. Die Finanzkrise, die kaum einer vorausgesehen hatte, schadete zwar dem Ruf der Zunft, doch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten wird der Ruf nach «Experten» dennoch eher lauter als leiser. Die Antworten aus der Zunft hängen allerdings zum Teil davon ab, ob man ein männliches oder weibliches Wesen konsultiert. Darauf deutet jedenfalls eine amerikanische Umfrage bei je rund 200 Ökonominnen und Ökonomen hin.

Nur wenige Frauen in Hamburgs Aufsichtsräten
Die meisten Vertreterinnen kommen von der Arbeitnehmerseite. Die Arbeitgeber präferieren immer noch männliche Aufsichtsräte.
Von Daniela Stürmlinger
Hamburg. Sie sehen meist eintönig aus, die Bänke der Vorstände und Aufsichtsräte bei Hauptversammlungen großer Hamburger Unternehmen. Ältere Herren in akkurat sitzenden schwarzen, grauen oder blauen Anzügen prägen das Bild auf den Stühlen der Kontrolleure. Damen bleiben in der Unterzahl.


Gesellschaft:

OKTOBERFEST 2012
Claudia und Lucia Effenberg im Rosa-Rausch
ZUR DAMENWIESN VON REGINE SIXT BRINGEN PROMI-MÜTTER IHRE SCHÖNEN TÖCHTER MIT
Von JUDITH BONESKY Mussten Draussen bleiben: DIRK STEINBACH und STEPHAN KÜRTHY
Schade, ich hätte meine feschen männlichen Kollegen gern mitgebracht, aber gestern Mittag hieß es ganz offiziell: „Die Buam müssen draussn bleibn!“

Kleiner Südkoreaner erträgt Frauen in High Heels nicht
24-Jähriger klaute dutzende Stöckelschuhe
Weil er nicht von Frauen überragt werden will, hat ein kleiner Südkoreaner dutzende Stöckelschuhe gestohlen. Der 1,65 Meter große Lee habe in den vergangenen Monaten Stöckelschuhe aus Schulen, Restaurants und Häusern in seiner Nachbarschaft in der südlichen Stadt Busan gestohlen, teilte die Polizei mit.

Damit Frauen sich nicht mehr so oft selbst im Weg stehen
Würden sich Frauen nicht selbst im Weg stehen, hätten sie mehr Informationen, könnten sie Unsicherheiten ablegen: Wie viel mehr wäre ihnen möglich. Das war gestern der Tenor einer Pressekonferenz, mit der für einen Wirtschafts– und Politiktag für Frauen (Virtuelle Realitäten, Hirnhälften und Frauen vernetzen“) geworben wurde. Am 20. Oktober werden in der VHS Trends aus der Persönlichkeitsstärkung, der neuen Medien und der politischen Bildung präsentiert.


Gesundheit:

Zahl der Suizidtoten angestiegen
Berlin – In Deutschland haben sich im Jahr 2010 knapp 7.500 Männer und etwas mehr als 2.500 Frauen das Leben genommen. Zum ersten Mal seit Jahren sei damit die Zahl der Suizide in Deutschland wieder angestiegen, sagte der Vorsitzende des Nationalen Suizidpräventionsprogramms, Armin Schmidtke, heute anlässlich des Weltsuizid­präventionstages am 10. September. Knapp dreimal mehr Menschen seien 2010 durch Suizide als durch Verkehrsunfälle gestorben. „Die Suizidprävention steht dazu allerdings in keinem Verhältnis“, kritisierte Schmidtke.

Ärztinnenbund für feste Frauenquote
Köln – Der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) fordert eine verbindliche, feste Frauenquote im Gesundheitswesen. Die „Flexi-Quote“ von Familienministerin Christina Schröder (CDU) lehnen die Ärztinnen ab. Nach dem Modell sollen Unternehmen den Frauenanteil bei ihrem Führungspersonal selbst festlegen. Aus Sicht des DÄB ist dies im Gesundheitswesen nicht zielführend.

Metall-Metall-Prothesen
Für Männer gut, für Frauen weniger
Vor allem Männer profitieren von hüftkopferhaltenden Oberflächenprothesen. In einer Studie waren bei ihnen nach zehn Jahren noch fast alle Prothesen intakt, bei den Frauen deutlich weniger.
Von Peter Leiner
OXFORD. Britische Orthopäden hatten zunächst über die Haltbarkeit und Verträglichkeit der BHR-Prothese (Birmingham Hip Resurfacing) nach fünf Jahren berichtet: Zu diesem Zeitpunkt waren noch 95 Prozent intakt.

Generika werden weiblich
Patrick Hollstein
Berlin - 2012 ist für die Generikahersteller nicht nur das Jahr der Patentabläufe, sondern auch – das Jahr der Frau. In den vergangenen Monaten haben zahlreiche Anbieter Kontrazeptiva auf den Markt gebracht. Jetzt geht es für die Firmen darum, Patientinnen, Gynäkologen und Apotheker auf die neue Marke einzuschwören und attraktive Produktpakete zu schnüren. Bei den großen Herstellern laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Aliud/Stada und Ratiopharm/Teva machen den Anfang.


Ausland:

Berufungsprozess um Pussy Riot vertagt
Ein Moskauer Gericht hat das Berufungsverfahren gegen drei Frauen der Polit-Punkband Pussy Riot überraschend auf den 10. Oktober vertagt.
Die Richterin gab einem Antrag einer der inhaftierten Künstlerinnen statt, ihren Anwalt auszutauschen. Ihre Position stimme nicht mit der ihrer Verteidiger überein, sagte Jekaterina Samuzewitsch (30) am Montag im Gerichtssaal.

Werbung in Saudi-Arabien
Ikea retuschiert Frauen aus dem Katalog
Das schwedische Unternehmen Ikea hat aus seinem Katalog für Saudi-Arabien Abbildungen von Frauen entfernen lassen. Politiker sind empört - und der Konzern entschuldigt sich eilig.
Ist eine Frau im Schlafanzug heikel? Nach Ansicht von Ikea schon. Zumindest hat die schwedische Möbelkette in ihrem Katalog für Saudi-Arabien eine entsprechende Abbildung wegretuschieren lassen.

Quote oder kämpfen? Frauenmangel in politischen Ämtern
Am 12. und 13. Oktober müssen die Bürger der Tschechischen Republik an die Urne. Es stehen die Wahlen in die Kreisvertretungen an. Die Wahlwerbetrommel wird bereits gerührt und die Opposition hofft auf eine deftige Schlappe der Regierungsparteien. 

Donnerstag, 9. August 2012

Spanische Impressionen: Koloss – Sperma – Hombre



Wird der Euro überleben? Tritt der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) in Kraft? Und wenn, wird sich der Name als Euphemismus erweisen? Und überhaupt, wie wird Brüssel hinsichtlich einer Frauenquote entscheiden?
Die Themen des so genannten Sommerlochs verbinden sich aus spanischer Perspektive zu einem nahezu homogenen Ganzen. 

Während in Spanien seit 2007 die Regelung gilt, dass börsennotierte Unternehmen oder solche mit mehr als 250 Mitarbeitern die Vorstandsetage zu gleichen Anteilen mit Männern und Frauen zu besetzen haben – bis 2015 aber mindestens mit 40 Prozent Frauen -  ringt man und frau in Deutschland diesbezüglich mit Stagnation. Deutsche Unternehmen könnten allerdings handfeste Nachteile bei Ausschreibungen in Spanien drohen, wenn es nicht gelingt, eine entsprechende Quote  nachzuweisen.
In diesem Fall sollten sie rasch Kontakt zu Regierungskreisen in der Provinz suchen, denn hier geht (bislang) noch alles seinen – sagen wir mal – traditionellen Gang. Die von Brüssel bereitgestellten finanziellen Mittel, also solidarische Steuergelder, dienten (bislang) im großen Stil, Bauvorhaben zu initiieren und voranzutreiben. Vorrangiger Zweck: Prestigegewinn für den jeweiligen Chef-Provinzpolitiker.

Ob die rund 600.000 Einwohner zählende spanische Hafenstadt Castellón einen Flughafen braucht, wenn es - eine gute Autostunde entfernt - einen voll funktionsfähigen in Valencia gibt, stand wohl nie wirklich zur Debatte. Der Flughafen Castellón, inzwischen auch von deutschen Medien als ein (!) Paradebeispiel der Euro-Verschwendung entdeckt, scheint der Anzug zu sein, den Mann sich zum Knopf kauft. 

Der Knopf : der "Koloss von Castellón", Zierde der Auffahrt zum Flughafen-außer-Betrieb, mitten in der Pampa - Denkmal für den Initiator des nutzlosen Bauwerks, Carlos Fabra. Der Parteivorsitzende der konservativen Volkspartei PP (Partido Popular) und ehemaliger Regierungschef in Castellón, der sich nie ohne charakteristische Sonnenbrille ablichten oder öffentlich sehen lässt, fühlt sich in der Skulptur vom Künstler gewürdigt und Juan Ripollés jubelt selbst: „Diese Figur, aus deren Kopf ein Flugzeug aufsteigt, ist der Keim und das Sperma der Geburt des Werkes.“ Eine Wortwahl, die, ohne gehörigen Spott nach sich zu ziehen, wohl nur in einem Land über die Lippen kommt, in dem aller Frauenquote zum Trotz, das Männliche ganz selbstverständlich dominiert. Inzwischen mit der Steuerbehörde auf Konfrontation, schreibt Fabra in diesem Jahr nun kein Grußwort anlässlich der lokalen Fiestas, bei denen u.a. die  schönsten und größten Stiere von adoleszenten BewohnERn und BesuchERn  nahezu jeglichen Alters durchs Dorf getrieben werden – manchmal mit leuchtenden Fackeln auf den Hörnern.

Das einer Selbstbefruchtung zu verdankende "Werk" ist eine  150.000.000,00 € teure Todgeburt, die laut Schöpfer Fabra nun mangels Flugzeugen der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden soll: „Dies ist ein Flughafen für die Menschen. Jeder Bürger kann ihn kostenlos besuchen und herumspazieren. Das wäre so nicht möglich, wenn hier ständig Flugzeuge starten und landen würden.“

Am Versuch, die steuerliche Investition und ruinierte Landschaft als EU-Bürger nun "kostenlos" zu genießen (wie mein Mann und ich das schon auf den zahlreichen, leeren spanischen Straßen - in Topzustand - tun), hinderte uns ein Zaun und ein sehr freundlicher Sicherheitsbeamter.  Als wir uns auf die Worte des Flughafen-Erzeugers beriefen, ernteten wir ein herzhaftes Lachen – Völkerverständigung....

Berliner Parallelen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Immerhin fliegen dort Flugzeuge, wenn auch die Eröffnung des neuen Groß-Flughafens auf mehr oder weniger unbestimmte Zeit verschoben ist. Ach, und eine AufsichtsrätIN gibt es in Berlin auch nicht. Geordnete Vergabeverfahren? Immerhin keine Skulptur!   ¡Olé!

Interessante Links:

Flughafen Valencia

Der Koloss von Castellón
Auf dem nagelneuen Flughafen ist zwar noch nie ein Flugzeug gelandet, doch Provinzfürst Carlos Fabra hat sich trotzdem eine monumentale Statue an den Eingang bauen lassen. Ein modernes Sinnbild dafür, was alles falsch läuft in der spanischen Pleiteregion Valencia.
Von LEO WIELAND, MADRID

Erste Knappschafts-Chefin
Mit Bettina am Orde endet bei der Knappschaft-Bahn-See mit Sitz in Bochum eine Ära - und eine neue beginnt: Nach 752 Jahren rückt mit der gebürtigen Essenerin erstmals eine Frau in die dreiköpfige Geschäftsführung auf.
Ein Beitrag von Nicole Noetzel

Imagefilm des BPW Germany von der DACH Tagung 2012
„Frauen in der Wirtschaft - Herausforderung, Notwendigkeit oder Zumutung“ - mit diesem provokanten Titel war die Konferenz der BPW Clubs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz überschrieben.
200 Frauen aus den drei Ländern kamen  in Lindau am Bodensee zusammen, um zu netzwerken, zu diskutieren und sich auszutauschen, wie Frauen Strategien und Handlungsspielräume innerhalb der Wirtschaft erweitern und verfolgen können.  Manager aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft ergänzten den Kongress mit Keynotes zur Notwendigkeit von Frauen in Führungspositionen.