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Montag, 4. Juli 2011

Das war die 26. Kalenderwoche: Fouls - erste IWF-ChefIN - erstes MinisterINnenbaby


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O.K. ich nehme alles zurück! Frauen können auch Männerfußball mit Zweikampf und Fouls, auch mit solchen, die eine gute Spielerin auf die Sanitätertragbahre befördern. Die Nigerianerinnen haben es vorgemacht. Wie schade! Denn sie waren gut vorbereitet und auf dem Platz meistens schneller als die Deutschen. Auch ohne Tritte, ausgefahrene Ellbogen und Kinnhaken für die Torwartin Nadine Angerer hätte es ein spannendes Spiel werden können. Gepaart mit den Äußerungen der Trainerin zum Thema Homosexualität hat sich diese Mannschaft nicht beliebt gemacht. Unterstützung erhielt die nigerianische Elf zudem von der koreanischen Schiedsrichterin Cha Sung Mi, die statt nach der gelben Karte in der Hosentasche zu suchen und ggf. den Konflikt, lieber beschwichtigend lächelte – mindestens fünf an der Zahl hätten es sein können. In der 54. dann endlich, endlich das mühsame Tor, dank einer entschlossenen Laudher. Jubelnde Freude, ungehemmt und ehrlich. Ebenso wie die Wut der augewechselten Birgit Prinz als sie ihre Trainerin und ihre Mitspielerinnen auf der Reservebank z.T. recht grob abklatscht. Die Emotionen sind echt, wirken nicht künstlich zur Schau getragen, nicht vermännlicht, sondern natürlich, ohne typisch weibliche Zurückhaltung. Ebenso authentisch wie die rot lackierten Fingernägel von Inka Grings, die für Sekundenbruchteile von den Fernsehkameras eingefangen werden. Das eine schließt das andere nicht aus. Fußballspielende Frauen sind Frauen, die Fußball spielen, mit Leidenschaft, mit Wut im Bauch, wie die letzten Minuten der zweiten Halbzeit zeigten. Mit der Begegnung zwischen Nigeria und Deutschland dürfte wohl das Vorurteil revidiert werden, dass FußballerINnen nicht zu kämpfen bereit wären. Die Nigerianerinnen waren es von vornherein, die Deutschen wurden es im Verlauf des unschönen Spiels. Und überhaupt: diese WM wird uns um einige Klischees ärmer machen. Selbst die Werbung in der Halbzeitpause setzte nicht mehr nur auf die klassische Bierwerbung, sondern zeigt in einem aufwendigen Film das Umweltbewusstsein der betreffenden Marke. Wie viele Frauen da wohl in der Chefetage zu finden sind?
Berlin (SID) (AFP) © 2011 AFP
Wulff: Frauen-Fußball-WM "ein Glücksfall"
DFB stimmt mit Bankett in Berlin auf Großereignis ein
Christian Wulff am Samstagabend: "Es ist ein Glücksfall, dass die FIFA es uns zugetraut hat, wieder eine WM auszurichten. Wir sollten die Gäste aus aller Welt wieder so willkommen heißen wie bei der WM 2006."
Frau Merkel entdeckt den Fußball
Im Kanzleramt empfing die Regierungschefin am Freitag Teilnehmerinnen des internationalen Frauenfußball-Turniers "Discover Football" in Berlin. Das Projekt gehört zum DFB-Kulturprogramm während der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Deutschland.
Wurde Dominique Strauss-Kahn gefoult oder handelt es sich um einen geschickten Spielzug seines berühmten Anwalts für aussichtslose Fälle, Boris Palant? Nun ist das Opfer Nafissatou D. nur noch ein vermeintliches, da sie es auch in der Vergangenheit mit der Wahrheit nicht so ganz genau genommen und sich zudem mit Drogendealern eingelassen habe. Ob oder ob nicht die sexuellen Avancen des ehemaligen IWF-Chefs gewaltsam ausgerichtet waren, bleibt offen. Selbst wenn Nafissatou D. anschließend plante, daraus klingende Münze zu machen, bleibt eine Vergewaltigung eine Vergewaltigung. Wenn es so war. Interessant auch, warum ausgerechnet dieser Anruf mit dem Drogendealer aufgezeichnet worden ist? Wie praktisch für die Verteidigung! Angenommen dieses Techtelmechtel wäre einvernehmlich vonstatten gegangen, wie der nun erleichterte Angeklagte stets behauptete, so bleibt die Situation doch befremdlich: eine Angestellte der internationalen Firstclass-Kette Sofitel lässt sich willig mit einem Gast ein, betreibt womöglich Teilzeitprostitution? Wie aber passt das mit seinem fluchtartigen Aufbruch aus dem Hotel zusammen? Die Reputation des Opfers steht gegen die des Beschuldigten.   Ganz gleich wie die Verhandlung ausgeht; in Frankreich haben Frauen durch diesen Vorfall den Mut gefunden, die Annäherungsversuche des Lebemanns Strauss-Kahns öffentlich als das zu beschreiben, was sie sind: überheblich, respektlos und nicht selten einer Nötigung ähnlich. Ob alle Franzosen und v.a. alle FranzösINnen dieses Verhalten als lässliches Avec ihrer Präsidenten und Präsidenten in spe zu tolerieren bereit sind, bleibt durch Umfragen zu erfahren.  Aber ganz gleich, wie der Prozess am 18. Juli ausgeht; der IWF hat nun in Christine Lagarde eine Chefin, von der wohl kaum solche Eskapaden zu erwarten sind. Das Old-Boys-Netzwerk hat an Festigkeit verloren. Schade nur, dass Martine Aubry und Segolene Royal von ihrer Partei im Wahlkampf wieder in die zweite Reihe geschoben werden. Die Parteischefin der französischen Sozialisten (PS) und die Ex-Präsidentschaftskandidatin hätten gegen den zurückkehrenden, verlorenen DSK wohl kaum Chancen - so wenigstens die Medien. Ob der Sozialist mit Vergangenheit und einem zur Schau gestellten großzügigen Lebensstil tatsächlich das Rennen macht, bleibt abzuwarten. 
Strauss-Kahn kehrt "nicht als Held nach Frankreich zurück"
„Wir brauchen Strauss-Kahn“
Gerd Niewerth
Dominique Strauss-Khan und seine Frau Anne Sinclair. Foto: rtr
Paris. Französische Sozialisten sehen ihr Idol schon wieder als Herausforderer von Präsident Sarkozy.
Lotte Marie Schröder dagegen wird Geschichte schreiben, als erstes Kind, das eine deutsche Ministerin im Amt zur Welt gebracht hat. Herzlichen Glückwunsch für die Mama, Kristina Schröder, die nun als Bundesfamilienministerin am praktischen Beispiel vorführen kann, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Amt, Familie und sie selbst umzusetzen ist. Günstig eignet sich nun die Sommerpause für die erste, intensive Babyzeit. Günstig scheint sich die vorübergehende Abwesenheit der Familienministerin für das Spiel der Bundesministerin für Arbeit und Soziales auszuwirken, kann Ursula von der Leyen doch – nun frei – die Frauenquote leichter in die Nähe des gegnerischen Tors platzieren. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt jedoch kontert und verlangt eine Quote erstmal für staatseigene Betriebe. Wo er Recht hat, hat er recht.
Hundt attackiert von der Leyen im Streit um Frauenquote
gau/abendblatt.de
„Der größte Nachholbedarf besteht nicht bei den privaten, sondern bei den Unternehmen mit staatlicher Beteiligung", sagt Dieter Hundt
Baby von Kristina Schröder ist da
Frauenquote
Von der Leyen will bei Frauenquote Fakten schaffen
Von Daniel Freundenreich
Berlin. Während Familienministerin Schröder Babypause macht, will Arbeitsministerin Ursula von der Leyen bei der Quote Fakten schaffen. Seit Monaten schwelt zwischen den Ministerinnen ein Streit darüber, was die Politik tun kann, damit die Dax-Konzerne mehr Frauen auf ihre Chefsessel hieven.

Was sonst noch so passierte auf dem Weg zu mehr Gleichstellung....
Wirtschaft:
Wie junge Mädchen und Frauen vorbereitet werden:
"Komm, mach MINT.": RWE tritt Nationalem Pakt für Frauen in MINT-Berufen bei
Bielefeld - Mit der RWE AG ist einer der europaweit größten Energieversorger dem Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) beigetreten. Damit unterstreicht RWE seinen Willen, mehr Frauen für die vielfältigen technischen Berufe in der Energiebranche zu gewinnen.

Beim ersten Kind klappt es noch
Limburger Schülerinnen nehmen bei einem Wettbewerb von FR und hessischen Unternehmerverbänden die Frauenquote aufs Korn – und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

PRESSEMITTEILUNG: Neue Transparenz zu „Frauen in Führungspositionen“ durch Veröffentlichung im Internet
TOTAL E-QUALITY fordert Veröffentlichungspflicht und grafische Aufbereitung der gelebten Chancengleichheit und lehnt gesetzliche Frauenquote ab

30.06.2011 – „Ein nachhaltiger gesellschaftlicher Bewusstseinswandel ist besser als eine Frauenquote für Aufsichtsräte“, sagt Eva Maria Roer, Vorsitzende von TOTAL E-QUALITY Deutschland e.V.

Männer stellen bevorzugt Männer ein; ganz unabhängig von der tatsächlichen Qualität:
Frauenquote? Ja, bitte!
von Ruth Appel
Mehr Frauen in Deutschlands Chefetagen – das wäre sicher nichts Schlechtes, da sind sich Personalchefs und Feministinnen mal einig. Aber wie soll das gehen? Hilft nur eine gesetzlich festgelegte Frauenquote oder soll weiter auf freiwillige Vereinbarungen zwischen Politik und Wirtschaft gesetzt werden? http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/werbinich/frauenquote-ja-bitte/4333352.html

Verhaltener Start bei "Frauenseilschaften"
Von UNDINE ZEIDLER
Lilienthal. Mit sieben anderen Frauen beobachtet Tiedje fasziniert, wie da ein Handgriff helfen soll. Sie ist zufrieden, hat bei "Frauenseilschaften", der ersten Frauenmesse in Lilienthal gefunden, wonach sie gesucht hatte: Tipps zum Wiedereinstieg ins Berufsleben und Informationen, wie sich Frauen in der Gemeinde für ihre Belange einsetzen können. Und die Hilfe bei Stress - auch für Marion Tiedje ein Thema.

Politik:

4. Bilanz der Vereinbarung zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft vorgelegt
Staatssekretär Josef Hecken: "Viel getan, viel zu tun"
Berlin - Gut vorwärts gekommen, aber noch längst nicht am Ziel: So lautet das Resümee der 4. Bilanz der Vereinbarung zur Förderung von Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft, die die Bundesregierung und die Spitzenverbände der Privatwirtschaft am 2. Juli 2001 unterzeichnet haben. In den zehn Jahren, die inzwischen vergangen sind, hat es sichtbare Erfolge gegeben.


Maria Furtwängler: Deutsche Frauenpolitik ist zu träge
Frauen müssen nach Ansicht von Schauspielerin Maria Furtwängler (44) ganz selbstverständlich auf den Plätzen der Männer spielen.

CDU/CSU-Fraktion
Unternehmen denken langsam um - Mehr Frauen in Führungspositionen
Gleichberechtigung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt weiter verwirklichen Vor einem Jahr - am 1. Juli 2010 - setzte die Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit ihrem Beschluss zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen einen frauenpolitischen Meilenstein.

Sport:

Frauen-WM
Frauenfußball-Projekte - Stollen statt High Heels
Julia Witte
Essen. Die beiden Projekte „Spin“ und „2 x Elf für Essen“ werben für den Frauenfußball und fördern den interkulturellen Dialog. Im Vordergrund steht dabei ein respektvolles Mit- und Nebeneinander der verschiedenen Kulturen.

Spektakel mit Herz
Autor: Daniel Stolpe und Patrick Krull
Warum Frankfurt/Main als Hauptstadt des deutschen Frauenfußballs gilt. DFB-Präsident Theo Zwanziger lobt: "Eine fantastische Atmosphäre"
In dem Spielort finden vier WM-Partien statt, davon im Idealfall drei mit deutscher Beteiligung

Braucht auch der Fußball eine Frauenquote?
Für "Welt Online" diskutierten sieben Frauen aus Sport, Politik und Gesellschaft über die Chancen, die sich aus der Weltmeisterschaft für Frauen ergeben.

International:

Reale Macht kann sich ganz unterschiedlich präsentieren...

Die Waffen der japanischen Frau
Harte Zeiten für Japans Männer: Immer dürftiger fällt das Taschengeld aus, das die Ernährer traditionell von ihren Ehegattinnen zugeteilt bekommen. Neue Bescheidenheit ist die Devise auch beim Mittagessen. von Martin Kölling, Tokio

Argentiniens Präsidentin Kirchner
Schwarze Witwe im Wahlkampf
Von Katharina Peters, Buenos Aires
Argentiniens Präsidentin hat sich entschieden: Cristina Kirchner will wieder für das höchste Amt kandidieren. Seit dem Tod ihres Mannes hat sie viel Sympathie erfahren - und ihre Trauer weiß sie geschickt zu nutzen. Doch jetzt erschüttert ein Skandal die sicher geglaubte Wiederwahl.

WORLD CULTURE FESTIVAL
Emanzipation im Sultanat Oman
Frauen in der Politik, in der Führungsriege in Unternehmen und selbstverständlich am Steuer eines Autos: Das Sultanat Oman gilt als Vorbildstaat in Bezug auf die Gleichstellung der Frau in der arabischen Gesellschaft. Omani Women´s Association zeigt auf dem World Culture Festival in Berlin, wie Emanzipation in dem arabischen Land funktioniert

Yingluck Shinawatra zur Wahl in Thailand
„Thaksin ist ein wichtiger Berater“
von FOCUS-Korrespondent Gunnar Heesch (Bangkok)
Die Schwester des geschassten Premiers Thaksin Shinawatra hat gute Chancen, heute die Parlamentswahl in Thailand zu gewinnen. Im FOCUS-Online-Interview spricht Yingluck Shinawatra über die Versöhnung des Landes und den Einfluss ihres Bruders.

Dienstag, 28. Juni 2011

Das war die 25. Kalenderwoche: Deutschland – Kanada 2:1......

Ja, ja, ja,.....jaaaaaaaaaaa.......... Tooooooooooooooooooooooooooor (10.) und (41.) noch mal Toooooooooooor! Und ich dabei. Live! Zusammen mit meinem Mann und noch 73.678 Zuschauern. Und Fußball für alle. Und keine Randale, und keine Hooligans, aber Emotion satt. Die Mannschaft von Silvia Neid erhielt viel Unterstützung, ganz viel – auch von den vielen Männern, die dabei waren. Die anwesenden Frauen hätten allein wohl nicht ein so fulminantes Pfeifkonzert veranstalten können, als die australische Schiedsrichterin Jacqui Melksham die kanadischen Rempeleien in der zweiten Halbzeit großzügig übersah, während Simone Melanie Laudehr für den gleichen Einsatz eine gelbe Karte kassierte. Das waren schon ziemlich viele Dezibel gegen die Solidarität innerhalb des Commonwealth. Und meine TribünennachbaRN pfiffen mit – die NachbarINnen weniger. Mangelnde Gewohnheit und – vielleicht, wie in meinem Fall – mangelndes Können? Das muss ich noch üben. Überhaupt gab es viel Applaus für eine gute Strategie, gelungene Spielzüge, gut vorbereitete Tore, selbst, wenn es dann nicht klappte. Geraune, wenn Fehlschüsse die Vorbereitung zunichte machten. Also an Emotionen hat es nicht gefehlt, wie in der Presse gelegentlich von einigen JournalistEN gefürchtet. Auch nicht an spielerischem Engagement. Aber der Reihe nach.
2:0 führt Deutschland in der ersten Halbzeit. Ob die Torschützinnen Kerstin Garefrekes und Célia Okoyino da Mbabi in der Pause wohl an ein Kaffeeservice gedacht haben? Damit wurde 1989 noch der EM-Titel der deutschen Fußballerinnen belohnt. Ach, aber das ist doch schon so lange her. Jetzt gibt es das Fußballevent, auch für die Frauen. Mit einer elfminütigen, durchchoreografierten Eröffnungsshow. Mit Kostümen, sehr lauter Musik, Weltkugel, der unzählige Fußballluftballons entweichen, v.a. mit Beteiligung des Nachwuchses, der eindrucksvoll von der großen Treppe ins Stadion schreitet. Im Berliner Olympiastadion hat das zwar leicht ein Geschmäckle, aber was soll's. Überwiegend Ballmädchen sorgen später für den Nachschub im Spiel. Nein, es sieht ganz und gar nicht danach aus, als würde dieses Spiel mit Polizeigewalt unterbrochen, wie einst die Begegnung zwischen den Fußballfrauenschaften Hamborn gegen Essen am 01. August 1955; denn am 30. Juli des gleichen Jahres verhängte der DFB das Frauenfußballverbot. Berlin muss somit also auch nicht mehr fürchten, mit dem Ausschluss von Spielen der DFB – Mannschaften sanktioniert zu werden. Nein, ganz im Gegenteil, die Polizisten halten Wache, dass nichts passiert und das Spiel nicht gestört wird! Über große Bildschirme im Stadion werden die Spielerinnen und ihre Funktionen auf dem Platz einzeln vorgestellt und mit lautem Jubel begrüßt; auch die kanadischen – auch von den deutschen Gastgebern, denn so viele Kanadier sind gar nicht da. Statt FIFA-Chef Joseph Blatter eröffnet Bundespräsident Christian Wulff die Spiele; der Applaus allerdings gilt Steffi Jones, die neben ihm steht und nichts ins Mikrofon sagt.
Es wird gespielt: offensiv, mit dem Willen, den Ball ins gegnerische Tor zu bringen und vom eigenen fern zu halten. Erst in der zweiten Halbzeit steigt die Anspannung, geht es hektischer und körperbetonter zu, was der deutschen Elf die gelbe Karte einbrachte. Die erste im ganzen Spiel und erst in der 81. Minute. Dann Freistoß für Kanada von Christine Sinclair ausgeführt. Der Ball landet im deutschen Tor. Schmerzerfülltes Geraune. Das erste Gegentor seit langem für Torhüterin Nadine Angerer. Die chinesische Erfolgslinie lässt sich nun nicht mehr fortsetzen. Na gut, dann 2:1! Jubel, Jubel, Jubel................
Die Spielbilanz: insgesamt etwas langsamer, aufgrund der physischen Gegebenheiten – Platz und Tore sind im Verhältnis für die Frauen etwas größer. Aber egal, es gab einige sehr geschwinde Sprinterinnen. Es gab: weniger Fouls, v.a. keine von der besonderen Sorte, die gute gegnerische Spieler auf die Sanitätertragbahre befördern und ihren weiteren Einsatz verhindern, es gab weniger Zweikampf, kein Showgespucke auf den Rasen, kein Gezerre am Trikot der Mitspielerinnen, keine Showkapriolen nach erfolgreichen Toren, keine Schwalben und damit weniger Unterbrechungen des Spiels. Dieses Benehmen auf dem Platz ist wohl auch Nationaltrainerin Neid zu verdanken, die solche Sitten bei ihren Mädels gar nicht erst aufkommen lässt.
Die Spielerinnen spielen Fußball. Was in anderen Sportarten bereits seit vielen Jahren selbstverständlich ist, erscheint im Fußball als Sensation. Handballerinnen werden nicht bestaunt, Skiabfahrtsläuferinnen auch nicht, genauso wenig wie Schwimmerinnen. Es scheint als fiele die letzte Männerbastion, mit den üblichen Rückzugsgefechten. Frauen spielen kein Männerfußball. Frauen spielen Fußball nach den üblichen Regeln und das legal erst seit 40 Jahren. Schade ist es dann, wenn ein verdienter Trainer des Frauen-Klubfußballs und damit Förderer wie Bernd Schröder den Frauenfußball bereits an seiner "Grenze" sieht. Wie war das denn mit dem Männerfußball, der "Lümmelei" oder "englischen Krankheit", die 1873 auch auf Deutschland übertragen wurde? 1890 erfolgte die Gründung des Bundes Deutscher Fußballspieler und 1903 – endlich – die Austragung der Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Es bleibt abzuwarten, wo die Spielerinnen in 20, 30 oder 40 Jahren sein werden, wenn eine professionelle Nachwuchsförderung stattfindet und Profispielerinnen, keine Zusatzjobs mehr benötigen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Einstweilen können v.a. die Marketingstrategen nach der richtigen Position zum FrauenFußball suchen – einige Sportberichterstatter auch. Das Merchandise-Sortiment offenbart noch Unsicherheiten ob denn nun der Sport oder die Sensation des Geschlechts im Vordergrund stehen soll. Trikot mit Name und Nummer, die vollbusige, blonde WM-Barbie oder besser das Modell, das Nadine Angerer vorstellen soll, ebenfalls in der üblichen, magersüchtigen Barbie-Ästhetik. Wie wär's denn mit einem Ballack-Ken?

Geschichte des Frauenfußballs
Die wilden Kerlinnen
Als Frauen in Deutschland zum ersten Mal richtig Fußball spielen wollten, wurde ihnen gesagt: Spielt doch Handball. Doch auch ein DFB-Verbot hielt sie nicht auf. Die Frauen spielten wild weiter, bis der Weltmeister auch seine Weltmeisterin hatte.

Fußballstudie: Frauen stehen schneller wieder auf
Dr. Ulrich Marsch   Corporate Communications Center
Technische Universität München
Wenn Frauen Fußball spielen, sind die einzelnen Unterbrechungen wie etwa Auswechslungen und Torjubel deutlich kürzer als bei Männern. Besonders nach Verletzungen bleiben Männer deutlich länger am Boden. Dies haben Sportwissenschaftler der TU München (TUM) in einer Analyse von 56 Fußballspielen festgestellt, in der sie Ort, Zeit und Dauer jeder Spielunterbrechung auswerteten. Männer inszenieren sich viel stärker beim Fußball als Frauen, folgern die Wissenschaftler.

Nadine Angerer im Gespräch
„Ich entspreche nicht dem Klischee“
Bei der WM 2007 blieb Nadine Angerer ohne Gegentor. Die deutsche Torhüterin soll nun Garant für den abermaligen Titelgewinn sein. Zuvor spricht sie im F.A.S.-Interview über ihren Rekord, Rollenbilder und die Selbstverständlichkeit ihres Outings. http://www.faz.net/artikel/C32670/nadine-angerer-im-gespraech-ich-entspreche-nicht-dem-klischee-30448297.html

Hannelore Kraft hätte selbst gern gekickt
Politik, Tobias Blasius u. Theo Schumacher
Düsseldorf. Die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) ist bekennender Mönchengladbach-Fan. Und Fan von Frauenfußball. Weil der mehr den Teamgeist pflegt, weniger die Hahnenkämpfe. Am liebsten hätte sie als Mädchen selbst Fußball gespielt.

Ärzte Zeitung online
Birgit Prinz - Rekord-Torjägerin ohne Glamourfaktor
Von Ulrike John und Florian Lütticke
Birgit Prinz ist die erfolgreichste und bekannteste deutsche Fußballerin. Die Torjägerin kann ihrer glanzvollen Karriere bei der Fußball-WM einen weiteren Superlativ hinzufügen. Doch eigentlich mag sie es nicht, im Mittelpunkt zu stehen.

Ärzte Zeitung
Fußball ist der kleine Unterschied ganz groß
Von Pete Smith
Am Wochenende beginnt sie nun, die Frauenfußball Weltmeisterschaft in Deutschland. Für gute Stimmung wird gesorgt sein: An den acht Spielorten wurden bereits rund 700.000 Tickets verkauft. Dr. Ingo Tusk wird in Frankfurt Spielerinnen und Schiedsrichterinnen als "Venue Medical Officer" betreuen.

Ärzte Zeitung online
Früher Mannsweiber - heute sexy Kickerinnen
Von Inga Radel
In Werbespots wird die ganze Bandbreite des DFB-Teams gezeigt: das "Girl next door" Alexandra Popp, die attraktive Lira Bajramaj und die kernige Nadine Angerer. Die lange verschmähten Fußballerinnen werden heute professionell vermarktet. Das Bild der kickenden Damen hat sich gewandelt.
http://www.aerztezeitung.de/panorama/k_specials/frauen-wm2011/article/660154/frueher-mannsweiber-heute-sexy-kickerinnen.html

Wer immer auf dem aktuellen Stand sein möchte: http://de.fifa.com/womensworldcup/index.html


Was sonst noch passierte:

Wirtschaft:
Hier ein paar Daten und Fakten aus Österreich:

Die 100 mächtigsten Frauen Österreichs
Von Silvia Jelincic, Angelika Kramer, Martina Madner 
Mitarbeit: M. Knapp, B. Mayerl, M. Schmid
Ihre Erfolgsgeheimnisse, ihre Business-Strategien

FORMAT präsentiert die einflussreichsten Frauen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur. Wie sie es in einer von Männern dominierten Welt an die Spitze geschafft haben. Das Geheimnis ihres Erfolgs.

Gemeinsames Frauenförderungsprogramm von Wirtschaftministerium, Wirtschaftskammer Österreich und Industriellenvereinigung - Diplomverleihung an Absolventinnen Führungskräfteprogramm "Zukunft.Frauen"schafft neue Chancen – BILD
© OTS
Im Rahmen eines Festakts im Wirtschaftsministerium wurden am Montagabend die Absolventinnen des zweiten Durchgangs des Führungskräfte-Programms "Zukunft.Frauen" ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend, der Wirtschaftskammer Österreich und der Industriellenvereinigung. (live-PR.com) -

Und hier ein Appell , der die Daten und Fakten nicht kennt oder außer Acht lässt, dass die Wirtschaft offenbar in der Vergangenheit sich nicht genügend für die Gleichstellung eingesetzt hat. Jetzt fehlen sie natürlich, die Führungsfrauen:

Hocker fordert Politik zur Zurückhaltung bei Frauenquote auf
(DSW), Ulrich Hocker, im dapd-Gespräch.
Einer der wichtigsten deutschen Aktionärsschützer hat die Politik beim Thema Frauenquote in Chefetagen zur Zurückhaltung aufgefordert. Familien-, Arbeits- und Justizministerium sowie das Kanzleramt äußerten sich gerne und oft zu dieser Frage, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz
Berlin (dapd). 'Die Karrieren deutscher weiblicher Führungskräfte fördert man damit sicher nicht', fügte er hinzu. http://www.ad-hoc-news.de/hocker-fordert-politik-zur-zurueckhaltung-bei-frauenquote--/de/News/22242831

Es fehlen aber nicht nur die Führungsfrauen, es fehlen schlicht Fachkräfte. An die 900.000 mehr fachlich gut ausgebildete Arbeitskräfte gäbe es, wenn das Potential der in Heim und Teilzeit verharrenden Frauen gehoben würde:

Deutschland fehlen die Fachkräfte
Seit Jahren stöhnen deutsche Firmen, dass ihnen die Fachkräfte ausgehen. Und tatsächlich ist die Situation dramatisch - aus den verschiedensten Gründen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Fachkräftemangel. http://www.n-tv.de/politik/Deutschland-fehlen-die-Fachkraefte-article3640401.html

Mit Frauen gegen den Fachkräftemangel
Berlin (dapd). Die Bundesregierung setzt zur Abhilfe beim drohenden Fachkräftemangel vor allem auf deutsche Arbeitnehmer. Das größte Potenzial schlummere bei den rund sechs Millionen nichterwerbstätigen Frauen, die gerne wieder arbeiten würden, sagte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Mittwoch nach dem Kabinettsbeschluss zum Fachkräftekonzept in Berlin. Auch Ältere und Jüngere sollten bessere Chancen erhalten. Das vom Kabinett beschlossene Konzept ist in der Koalition jedoch umstritten.

Verstärkt Frauen einstellen, heißt verstärkt Kindererziehung und –betreuung in den gesamtgesellschaftlichen Blick nehmen. Einige Firmen haben den Schuss gehört, werden selbst initiativ und lassen sich beraten:
Bundeskabinett entscheidet über Lösungen zum Fachkräftemangel
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für Angelika Merkel eine Herausforderung – für Besser Betreut längst Realität
Berlin – Bundeskanzlerin Angelika Merkel (CDU) bespricht heute auf Schloss Meseberg mit Vertretern von Wirtschaft und Gewerkschaften Lösungen für den Fachkräftemangel in Deutschland.
Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf soll helfen, qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Ein Lösungsansatz, den die Besser Betreut GmbH seit vielen Jahren erfolgreich umsetzt. http://www.news-eintrag.de/news/21580.html

Höchste Väterbeteiligung beim Elterngeld weiterhin in Jena
Pressemitteilung Nr.233
WIESBADEN – Väter in der thüringischen Stadt Jena nahmen am häufigsten Elterngeld für ihre 2009 geborenen Kinder in Anspruch. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, lag die Väterbeteiligung für Nachwuchs, der im Jahr 2009 geboren wurde, dort bei mehr als 42%. Schon im Jahr 2008 hatte Jena mit 43% deutschlandweit den Spitzenwert. Die zweithöchste Quote hatte wie schon im gleichen Vorjahreszeitraum die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam mit fast 40%.

Politik:

Landestag der Frauen Union Rheinland-Pfalz
CDU-Frauen blicken hoffungsvoll in die Zukunft
Darscheid. Bei der rheinland-pfälzischen Landtagswahl im März konnte die CDU einen zukunftsweisenden Erfolg erzielen. 41 Christdemokraten sind im neuen Parlament vertreten, davon sind 14 Abgeordnete Frauen – einen vergleichbar hohen Anteil weiblicher CDU-Fraktionsmitglieder gab es noch nie. Ein Grund zur Freude für die Frauen

Landesfrauenrat ist wichtiger Partner bei Gleichstellung der Geschlechter
Pressemeldungen, Peter Ritter
Der gleichstellungspolitische Sprecher der Linksfraktion, Peter Ritter, würdigte heute den Landesfrauenrat als wichtiges Gremium im Land, in dem die gleichstellungspolitische Fachkompetenz gebündelt ist und so effektiv etwa bei landespolitischen Entscheidungen zum Tragen kommt.

DLD Women 2011
Innovation und Authentizität
Unter dem Motto „Innovation & Authenticity“ diskutieren auf dem DLD Women Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Themen sind Bildung, Gender-Medizin, Konsumverhalten und die Frau als Führungskraft.

Gesellschaft:

Schlanke Frauen denken weitsichtig
Übergewichtige Frauen sind impulsiver als schlanke.
Forscher: Übergewichtige sind impulsiver
Schlanke Frauen denken weitsichtig, übergewichtige sind impulsiver. Das fanden Forscher am Leipziger Max-Planck-Institut (MPI) für Kognitions- und Neurowissenschaften heraus, wie das Institut mitteilte. Zwischen schlanken und dicken Männern trat dieser Unterschied dagegen nicht auf. Dies zeige, dass Übergewicht bei Männern und Frauen einen unterschiedlichen Einfluss auf das Entscheidungsverhalten und die Hirnstruktur habe.

HoF-Forschungsprojekt: 'Männliche' Forschung - 'weibliche' Lehre?
HoF Wittenberg   Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Neues Forschungsprojekt am Institut für Hochschulforschung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (HoF) untersucht Veränderungen der universitären Stellenstrukturen und der professoralen Besoldung aus geschlechtersoziologischer Perspektive.

Warum Männer besser zuhören: Neue Erkenntnisse aus der Aufmerksamkeitsforschung
Dr. Ellen Katz   Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Tübingen
Trifft es tatsächlich zu, dass Frauen besser (zu)hören können? Diese Frage wurde von Wissenschaftlern der Neurologischen Klinik und Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung (HIH) am Universitätsklinikum Tübingen am Beispiel des bekannten „Cocktailpartyphänomens“ untersucht.

Gesundheit:

Essstörungen online behandeln: RUB-Psychologinnen suchen Teilnehmerinnen für Studie
Dr. Josef König   Pressestelle
Ruhr-Universität Bochum
Erste Erfolge verzeichnet das Internetprogramm „ESS-KIMO“ für Frauen mit Essstörungen, das Psychologinnen der Ruhr-Universität entwickelt haben. „Insgesamt ist in der Bevölkerung eine große Nachfrage nach ESS-KIMO zu erkennen“, sagt Dr. Silja Vocks (Fakultät für Psychologie der RUB). „Wir haben die bisherigen Ergebnisse genutzt, um das Programm nochmals zu überarbeiten. Nun suchen wir neue Teilnehmerinnen, um die Effekte in einer zweiten Erhebung weiter untersuchen zu können.“

Kicken bis der Arzt kommt
Irina Urig   Pressestelle der Universität des Saarlandes
Universität des Saarlandes
Saar-Uni-Professor Tim Meyer koordiniert bei der Fifa-Fußball-WM der Frauen in Deutschland die medizinische Versorgung

Montag, 6. Juni 2011

Das war die 22. Kalenderwoche: Utopia - Fußball-Sommermärchen II

Fachkräftemangel. Kindererziehung. Pflege. Wenn die Vorschläge von Arbeitsmarktforscherin Jutta Allmendinger wahr würden, hätten wir nicht nur einen Teil der 5,6 Millionen Frauen von Herd und/oder schlechter bezahlten Teilzeitjobs in attraktive Arbeitsverhältnisse gebracht; nein, auch der Mangel an Fachkräften wäre gelindert. Zudem dürften diejenigen Unternehmen in die Hände klatschen, die eine Quote für Mumpitz oder nicht praktikabel halten; denn es fehlt ihnen – aufgrund jahrzehntelangen Dornröschenschlafs in Sachen Personalpolitik -  schlicht an nachrückenden Führungsfrauen. Aber alles wird gut! Was die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin im Interview nämlich skizziert, bedeutet in letzter Konsequenz einen grundlegenden Wandel des wirtschaftlichen Denkens mit einem notwendig veränderten Verständnis des sakrosankten Wachstum. Was einige Unternehmen schon jetzt – durchaus mit Erfolg – ausprobieren wird Standard.
Wir stellen uns also vor: Utopia.
Zeit ist Geld. Das ist bekannt und gelebte Realität. Aber Geld ist auch Zeit. Statt bis zum Burn-out 50, 60 oder gar 80 Stunden in der Woche zu malochen, werden die in einer solchen Lebensphase gesammelten Stunden auf ein Zeitkonto eingezahlt. Vom Konto abgehoben werden sie, wenn zu erwartender Nachwuchs seinen Tribut fordert oder – etwas später – ggf. zu pflegende Angehörige. Da nun zunehmend Frauen in gut bezahlten und qualifizierten Verhältnissen arbeiten und es familienwirtschaftlich keinen Sinn mehr macht, diese aufzugeben, werden immer mehr Männer gefordert, ihr Zeitkonto in Anspruch zu nehmen; sich in ihrer Eigenschaft als Väter, Söhne oder schlicht Verwandte an familiären Notwendigkeiten wie Erziehung und Pflege aktiv zu beteiligen. In einigen Betrieben oder Parteien gehört es ja jetzt schon zum guten Ton, wenn junge Väter ihren Beitrag zur Betreuung leisten. Sind heute kinderwagenschiebende Männer keine Sensation mehr, so wird es zukünftig noch mehr Topmanagern möglich sein, neben dem Tagesgeschäft auch Tipps auszutauschen, wie der an Demenz erkrankte Vater beruhigt werden kann, wenn mal wieder die Orientierung abhanden gekommen ist. Eine nahezu permanente Präsenz würde immer weniger der Revierverteidigung am Arbeitsplatz dienen, sondern verdächtig erscheinen. Erziehende und/oder pflegende Arbeitnehmer(innen) gehen ihrer Tätigkeit dagegen mit einer reduzierten Stundenzahl dank moderner Kommunikationsmittel von zuhause aus nach und halten zudem den Kontakt zum Unternehmen. Damit eine Teilzeitarbeit überhaupt möglich ist, muss eine externe Betreuungsmöglichkeit gegeben sein. Ein Bildungssystem, das bereits im Kindergarten für eine qualitativ gute Betreuung sorgt und nach dem Schulunterricht Kinder und Eltern mit den Hausaufgaben nicht allein lässt, wird junge Menschen in die Arbeitswelt entlassen, die in der Lage sind, eine Ausbildung überhaupt erst anzutreten. Statt eine heute erkleckliche Anzahl von  Schulabgängern erst mit den Grundrechenarten oder fundamentalen Rechtschreiberegeln vertraut zu machen, geschweige mit sog. Sekundärtugenden, können sich künftig Arbeitgeber jedes Jahr über qualifizierten Nachwuchs freuen. Der Begriff Fachkräftemangel ist dann vergessen. Inzwischen ist es in Utopia für alle selbstverständlich, sich auch um familiäre Belange zu kümmern und sie nicht nur zu delegieren. Das durch diese Erfahrung gewachsene Bewusstsein, dass Erziehung von Kindern und Pflege von Menschen höchste Ansprüche an diejenigen stellen, die diese Arbeit leisten, führt zu deren adäquater Bezahlung und gesellschaftlicher Anerkennung. Eine vorübergehend eingeführte Geschlechterquote von 40 Prozent wird in diesen Berufen rascher zu mehr KindergärtnERn, GrundschullehrERn und PflegERn führen. Insgesamt gelten nicht mehr allein die unmittelbare Gehaltserhöhung oder der höhere Jahresabschluss als Leistungsnachweis und Statussymbol, sondern die Kompetenz in Kategorien der Nachhaltigkeit zu denken und zu handeln. Wer nur auf die Zahlen blickt und sich zu kurzfristigen Entscheidungen hinreißen lässt, die den Gewinn nur für das eigene Unternehmen und die Erhöhung der persönlichen Bonuszahlungen fördern, wird als Gefahr für Volkswirtschaft, Gesellschaft und damit – in letzter Konsequenz – auch für das eigene Unternehmen identifiziert. Gravierende Managementfehler, die zu globalen Finanzkrisen, zu drohenden Kollapsen ganzer Staatshaushalte führen konnten, wurden in vor-utopischen Zeiten – wir erinnern uns - auf dem Rücken der Steuerzahler ausgetragen. Gemischte Teams auf allen Ebenen sorgen aber nun für differenzierte und belastbare Entscheidungen. Die Definition von Wertschöpfung und Bruttoinlandsprodukt beschränkt sich nicht mehr nur auf das Umsetzen von Produkten oder Dienstleistungen, sondern binden das Potential gut ausgebildeter Arbeitskräfte in der Bevölkerung mit ein, ebenso wie eine ausgewogene Demografie und die Bereitschaft, Steuern und Versicherungsbeiträge zu bezahlen, da jedem eine qualitativ hochwertige Versorgung im Bedarfsfall und im Alter sicher ist.
Schön, nicht?!
 "Man muss das Kindergeld kürzen"
Autor: Das Gespräch führte Flora Wisdorff
Arbeitsmarktforscherin Jutta Allmendinger fordert mehr Beschäftigung von Müttern - und verrät, wie sie sich das vorstellt
Work-Life-Balance heißt für Frauen etwas anderes
Es hat sich einiges getan in der sogenannten Lastenverteilung zwischen Familie und Beruf - Europäische Studien weisen den Fortschritt aber deutlich als bis jetzt limitiert aus - Work-Life-Balance ist für Frauen anders
Mehr zum Thema Pflege und den Notstand:

Wirtschaft:

Eine vorausschauende Handlungsweise entspräche dem homo oeconomicus in der Definition eines Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.), der den Markt nicht als isoliertes System versteht, sondern in die "politische Ordnung" eingebettet, wozu natürlich auch Privathaushalte gehören. Haus-halten bedeutet eben, ein Haus zu halten und damit Maß halten.
Wirtschaftsgeschichte
Die Antike plädiert für eine Ethik des Maßes
Die Ausgaben dürfen nicht höher sein als die Einnahmen. Von Hartmut Leppin

Ganz weit weg von Utopia....
Männer als Quotenopfer Autor: Clemens Wergin
Clemens Wergin findet, dass die Männer von heute frauenfreundlich genug sind. Jetzt sollen sie auch noch für die Fehler ihrer Väter mit einem Karriereknick bezahlen.


Sport:

Die Zukunft hat aber schon begonnen. Wenig beachtet, und wenn, dann verlacht, soll nun dem Frauenfußball während der WM mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Inzwischen merken auch SponsorEN von der Deutschen Bahn bis zu ADIDAS und die ManagER des DFB, dass die weibliche Variante des Fußballs durchaus ein Geschäft werden könnte, mit 700 000 Mädchen und Frauen, 13 500 Mannschaften. Ein ganz Kleines – zunächst – in das etwas weniger als ein 1/10 des Etats einfließt, der für die WM 2006 aufgewendet wurde, nämlich ca. 50 Millionen gegenüber 530 Millionen. Subventionen der öffentlichen Hand wurden erst gar nicht beantragt. Aber immerhin ein Anfang! Erst seit knapp 41 vom DFB nicht mehr verboten, wird der Frauenfußball förderungswürdig, als Integrationsmittel auch für Mädchen ernst genommen. ARD und ZDF tun das ihre dazu, wollen alle 32 Spiele übertragen, informieren und unterhalten unter Verwendung neuester Technik. Während die Öffentlichkeit auf allen Medienkanälen nach jedem Qualifizierungsspiel über Gesundheitszustand und Befindlichkeit der männlichen Spieler informiert wird, sind die Namen der Spielerinnen und zweifachen Weltmeisterinnen kaum bekannt. Nicht zuletzt Steffi Jones ist es zu verdanken, dass das Berliner Olympiastadion jetzt schon für das Eröffnungsspiel am 26. Juni ausverkauft ist.
Hier also die Namen: Birgit Prinz, Kapitänin; Nadine Angerer, Tor; Ursula Holl, Tor; Bianca Schmidt, Abwehr, Celia Okoyino da Mbabi, Mittelfeld; Saskia Bertusiak, Mittelfeld; Kim Kulig, Angriff; Babett Peter, Abwehr; Verena Faisst, Abwehr; Annika Krahn, Abwehr; Martina Müller, Angriff; Melanie Behringer, Mittelfeld; Kerstin Garefrekes, Mittelfeld; Inka Grings, Angriff; Fatmiere Bajramaj, Mittelfeld; Lina Bresonik, Mittelfeld, Lena Goessling, Mittelfeld, Alexandra Popp, Mittelfeld; Almuth Schult, Tor.

Weitere Hintergründe in der Verlagsbeilage der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (05. Juni 2011, Nr. 22) "FFA FRAUEN-WM 2011"
Spielplan zum Downloaden unter:

Sommermärchen auf Schwäbisch
Augsburg ist einziger bayerischer Austragungsort der Frauen-Fußball-WM und hofft auf wirtschaftliche Impulse für die ganze Region


Kunst:

Rosa Loy, gegenständliche Malerin, die sehr weibliche Sujets wählt und trotzdem ausgestellt wird – oder gerade deswegen. Und zwar in der Kunsthalle Gießen, bis zum 26. Juni 2011.
Bella Figura
Die Frau in ihrem eigenen Kosmos: Die Kunsthalle Gießen zeigt die Malerin Rosa Loy, und längst hat sie auch der internationale Markt entdeckt.
Von Rose-Maria Gropp


Gesundheit:

Wie lange Utopia noch auf sich warten lässt, zeigen uns auch die Ärzte, die mit Dr. Frank Ulrich Montgomery als frisch gewählten Präsidenten der Bundesärztekammer eher den Schwerpunkt auf die Neugestaltung der Gebührenordnung als auf Strukturwandel setzen. Vielleicht ließe sich hier und da mit moderneren Arbeitsmodellen auch der Ärztemangel eindämmen??
„Ärzte müssen sich mehr in die Politik einmischen“
Auf dem Ärztetag haben Deutschlands Mediziner Frank Ulrich Montgomery zum neuen Ärztepräsidenten gewählt. Unter ihm wird die Ärzteschaft lauter werden. Als erstes Projekt will er die Gebührenordnung der Ärzte renovieren.
Ärztinnen bekräftigen Führungsanspruch
KIEL (di). Der Ärztinnenbund sieht zwar Fortschritte, aber noch keine Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen im Arztberuf. Am Rande des Deutschen Ärztetages warb der Verband für mehr Frauen in den Gremien der Ärztekammern und anderer Organisationen.



International:

Stadt soll mehr Frauen an die Spitze bringen
Von Bernhard Ott.
Die interfraktionelle Frauengruppe des Berner Stadtrates fordert eine Frauenquote von 35 Prozent in den Kaderpositionen der städtischen Verwaltung und der ausgelagerten Betriebe. Auch Frauen aus BDP, FDP und CVP unterstützen das Anliegen.

Kontrovers geht's in Malaysia zu. Bildung schützt nicht vor kulturellem Rückschritt, als den Frauenrechtlerinnen die Gründung des neuen Clubs bedauern.
Frauen in Malaysia gründen "Club gehorsamer Ehefrauen"
Eine gute Ehefrau sollte im Bett eine Hure sein"
"Eine gute Ehefrau sollte im Bett eine Hure sein", sagte die Vizepräsidentin des heute offiziell ins Leben gerufenen Vereins, Rohaya Mohamad, der Nachrichtenagentur AFP. "Du musst deinen Mann befriedigen, unterwirf dich, wenn er Sex will", riet die 46-jährige Ärztin anlässlich der Clubgründung in Kuala Lumpur.